Fake News aus Mannheim-Massaker verwirren Juristen

Wirklich wahr?

Von Daniel Grosse

Ein Blogger aus dem Rhein-Neckar-Raum hat in den vergangenen Tagen nicht nur die Online-Community, sondern auch Polizei, Staatsanwaltschaft, Medienexperten und die Stadt Mannheim stark irritiert, auch verärgert. Mitunter wütend gemacht. Es ging bei der Meldung des Bloggers um reine Gewalt. Die Motive dafür hatte der Blogger dargelegt. Weiterhin ging es um Fake oder Gonzo, oder was auch immer. Das mit Mannheim ist jedoch nicht Thema dieses Beitrags. Bis hierhin: die reine Wahrheit.

Nun macht sich allerdings ein Top-Jurist große Sorgen um seine Existenz. Er ist Senior Partner der Großkanzlei „Cornwall and more“. Jus Dillon-Wurst hat sich einverstanden erklärt, dem Magazin RechtGroß davon zu berichten. Auf dem Parkplatz einer Raststätte, der Wetterau, kam es gestern Abend zu einem Gespräch. Ein Mitarbeiter des Gießener Anzeigers war vor Ort.

Herr Dillon-Wurst, was beschäftigt Sie? Sie haben ja uns angerufen.

Jus Dillon-Wurst: Ja, ich mache mir große Sorgen um Fakes. Um Gonzo.

Bitte, was meinen Sie?

JDW: Nun, diese Debatte um den realen Blogger-Fall rund um Mannheim nagt auch an meiner Existenz.

Wie das?

JDW: Ich werde überflüssig.

Aber Sie sind doch wichtig, sind einer der Juristen, die in der Branche tatsächlich etwas zu sagen haben. Sie haben skurrile Ideen. Möchten Sie all das aufgeben?

JDW: Wie würden Sie sich denn fühlen, wenn plötzlich Leser anrufen und behaupten, es gäbe Sie gar nicht? Meine Mandanten sind komplett irritiert.

Das ist ein Argument.

JDW: Sehen Sie. Und deshalb betreibe ich nun massive Öffentlichkeitsarbeit. Es gibt mich, es gibt unsere Kanzlei. Die Bundesrechtsanwaltskammer hat bereits angerufen und gefragt, was bei uns los sei.

Bitte?

JDW: Sie stehen auf der Leitung. Mal wieder. Wie all Ihre Kollegen.

Das war’s. Sie beleidigen uns Journalisten. Sie pöbeln. Sie sind einfach untragbar. Von einem Mistkerl möchte ich gar nicht sprechen.

JDW: Das rate ich Ihnen auch, denn hier geht es um Wichtigeres. Aber nun wieder sachlich bleiben. Ich bin Jurist.

Schön. Also?

JDW: Ich bin traurig. Wir haben in den vergangenen 23 Jahren mit unserer Kanzlei so vielen große Banken, Unternehmen, Investoren und Wohlhabende bedient, was sollen wir als „Cornwall an more“ tun, wenn es uns nicht mehr gibt?

Ich bin der Fragesteller, Herr Dillon-Wurst. Was meinen Sie?

JDW: Wir müssen einfach mehr Glaubwürdigkeit herstellen. In Zeiten von Fake News und Gonzo, und diesen seltsamen Dingen, müssen wir uns breiter aufstellen. Wir dürfen nicht nur den Kollegen zeigen, dass es unsere Großkanzlei tatsächlich gibt.

Und was haben Sie konkret geplant?

JDW: Ich werde unsere Junior Partner, Senior Partner, Uralt Partner, Noch-nicht-Partner, zu einem Meeting einberufen. Jeder wird eine Rolle bekommen. Wir führen ein Theaterstück auf. „Dillon and more“ on stage.

Sie spinnen ja. Bleiben Sie bitte sachlich, Herr Dillon-Wurst!

JDW: Sachlicher geht es kaum. Sie dürfen auch gerne die Pressearbeit übernehmen.

Ich lasse mich nicht für Ihre Zwecke einspannen.

JDW: Aber auch Sie möchten doch den Lesern Orientierung bieten in diesem Chaos aus Fake, Gonzo, realen Meldungen und so weiter.

Bervor ich mich instrumentalisieren lasse: Berichten Sie bitte zunächst mehr über das, was Sie vorhaben.

JDW: Es wird ein Musical. Ich werde der Fake sein, der gegen den fürchterlichen Gonzo kämpft. Dann kommt die Gendarmerie um die Ecke und versucht, sich auf beide Seiten zu schlagen.

Ein ungleicher Kampf, wenn alle gegen einen kämpfen.

JDW: Das ist ja das Besondere, denn sonst bekommen Sie ja auch keine Aufmerksamkeit. Lassen Sie einen gegen alle kämpfen, sich selbst bedrohen, gar töten, und seien Sie selbst Teil dieser Gruppe, das ist schon irre.

Herr Dillon-Wurst, es gibt Sie nicht. Sie spinnen und sehen plötzlich so seltsam aus. Was geschieht mit Ihnen?

JDW: Ich bin kein Fake. Die Nebelmaschine unserer Mieter im Stockwerk darunter ist aktiviert. Die betreiben eine Privat-Disco. Deshalb verschwinde ich.

Aber wir befinden uns hier in der Raststätte Wetterau.

JDW: Die gehört uns.

Wie auch immer, bitte rufen Sie mich an, wenn Sie können. Machen Sie es gut. Bis dahin. danke für das Gespräch.

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