Von der Fleischtheke in die Praxis

Wirklich wahr?

Von Daniel Grosse

Models und Musiker müssen sich einfach liebhaben. Dass das so ist, bestätigen aktuell in den Klatschspalten auch wieder ein Supermodel und ein junger Mann japanischer Herkunft. Was jedoch nicht an die Öffentlichkeit dringt, sind Verbindungen zwischen ganz anderen Personen. Sie gehören Berufsgruppen an, die auf den ersten Blick recht harmlos erscheinen. Laut Umfragen liegen dort bei den Eheschließungen Orthopäden und Fleischereifachverkäuferinnen ganz weit vorne im Ranking. Jemand, der davon überhaupt keine Ahnung, aber immer eine Meinung hat, ist Jus Dillon-Wurst. Der Top-Jurist der Großkanzlei „Cornwall and more“ war zufällig zugegen, als in der Kirche seines Stadtteils Marburg-Marbach, vor einigen Monaten, eine befreundete Fleischereifachverkäuferin ihren langjährigen Verlobten geheiratet hat: einen Orthopäden.

Jus Dillon-Wurst kennt die wahren Motive. Er weiß, weshalb sich so häufig Angehörige dieser beiden Berufsgruppen dauerhaft verbinden.

Herr Dillon-Wurst, was verbindet Orthopäden und Fleischereifachverkäuferinnen?

Jus Dillon-Wurst: Es ist das Körperliche.

Was bitte?

JDW: Es geht bei beiden um Körper. Sie beschäftigen sich beide wöchentlich mindestens 40 Stunden mit dem Körper.

Das geht die Leser nichts an, was da so körperlich läuft zwischen zwei Menschen. Bleiben Sie bitte seriös.

JDW: Seien Sie nicht so kleingeistig. Was tun denn die Angehörigen dieser Berufsgruppen, was ist ihr Job?

Nun, sie analysieren ihre Patienten und entdecken womöglich Haltungsschäden. Und die andere Berufsgruppe kennt sämtliche Feinheiten von Schlachtvieh, kann zu Wurst und Fleisch vieles sagen, Kunden beraten.

JDW: Sehen Sie. Das ist das Körperliche, was ich meine. Ob Mensch oder Tier, spielt keine Rolle. Und wenn beide ihre Rolle ernst nehmen, könnten sie auch die Jobs tauschen.

Jetzt werden Sie wieder einmal albern. Sie meinen, Ihre Freundin, die Fleischereifachverkäuferin, könnte ohne eine Fortbildung Patienten behandeln?

JDW: Nicht behandeln, ihnen aber anhand von Mitgebrachtem aus der Kühltheke anschaulich erklären, wo genau sich das orthopädische Problem befindet. Der Orthopäde kommt nicht in den Körper hinein, seine Partnerin schon.

Aber beleidigt das nicht den guten Geschmack, wenn in der Sprechstunde Hähnchenschenkel oder Eisbein für medizinische Fragen herhalten müssen?

JDW: Quatsch, es wirkt verbindend. Der Patient nimmt anschließend das Anschauungsobjekt mit und isst es auf.

Und das haben Ihnen Ihre Freundin und deren Mann so berichtet?

JDW: Natürlich nicht. Aber wie sonst sollten die Experten dieser Umfrage denn zu einem solch seltsamen Ergebnis gekommen sein? Orthopäde und Fleischereifachverkäuferin, ich bitte Sie. Liebe?

Werden Sie nicht wieder arrogant.

JDW: Doch, ich darf das als Senior Partner und Top-Jurist.

Tags: , , , , , , ,

Leave a Reply