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Endlich als Brettspiel im Laden: Familienspaß mit Zugriff

Donnerstag, April 19th, 2018

Wirklich wahr?

Von Daniel Grosse

Mit dem neuen Spiel „Zugriff“ ist endlich wieder ein Brettspiel für die ganze Familie auf dem Markt. Es ist schnell, unbarmherzig und wahnsinnig witzig. So jedenfalls heißt es in der Werbung für „Zugriff“. Vorgestellt hat es ein Erfinder, dem man das gar nicht zugetraut hätte, schließlich ist der Top-Jurist in seinem Hauptjob mit ganz anderen Dingen beschäftigt. „Aber in den vergangenen Jahren konnte ich durch die massive mediale Berichterstattung so viel über das Vorgehen bei einer Razzia lernen, und in welchen Branchen sie sich am ehesten lohnt, dass mir morgens die Idee kam: Das kann man doch auch spielen, am besten mit der ganzen Familie“, sagt Spiele-Erfinder Jus Dillon-Wurst.

Und das tolle ist, bei „Zugriff“ muss kein Spieler nur langweilig am Wohnzimmertisch sitzen, die Spieler schwärmen aus. Sobald jemand vier Ereigniskarten einer Branche gesammelt hat, stürmt er los. Ab da läuft die Zeit. 15 Minuten verbleiben, bis erste Ergebnisse den Mitspielern präsentiert werden müssen. Das kann eine Akte aus einem Büro des Durchsuchten sein, eine Kassenrolle oder auch ein Firmenchef persönlich. Ob das denn nicht kriminell sei und Familien in die Illegalität treibe, wird Spiele-Erfinder Jus Dillon-Wurst häufig gefragt: „Natürlich ist es das. Aber glauben Sie ernsthaft, dass Sie heute noch Familien für ein Brettspiel begeistern, bei dem zum Beispiel gelbe oder rote Holzfiguren möglichst schnell auf passende Farbfelder gelangen müssen?“

Nun wird der Markt entscheiden, ob „Zugriff“ einschlägt. Aber bei den Ereigniskarten müsste das gelingen: Autoindustrie, Gastronomie, Einzelhandel aller Art.

Azubis sollten wieder bescheidener sein

Mittwoch, April 4th, 2018

Wirklich wahr?

Von Daniel Grosse

Auszubildende halten immer seltener durch. Die hohe Abbrecherquote zieht sich durch sämtliche Branchen. Wo früher das Kaffeekochen und das Holen von Mettbrötchen bei den so genannten Stiften verpönt war, ist es heute laut Gewerkschaftsangaben Folgendes: die Vergütung. Dort seien die Abbrecherquoten extrem hoch, also in den Berufen, wo auffallend wenig gezahlt werde.

Unfassbar, findet Jus Dillon-Wurst. Als Senior Partner einer Großkanzlei hatte er selbst auch schon andere Zeiten erlebt. Vor 40 Jahren verdiente der heutige Jurist 126 Mark pro Monat. Er half seinem damaligen Chef beim Sortieren der Akten, er kaufte Kaffeebohnen beim Laden um die Ecke und Jus Dillon-Wurst kannte die besten Metzger. „Was sich die Azubis von heute rausnehmen, kann ich nicht nachvollziehen. Die sollten sich einschränken, bescheiden sein. Ich lebte in der Kanzlei.“

Wer den Chef der Großkanzlei „Cornwall and more“ kennt, weiß, dass Dillon-Wurst so etwas wohl überlegt sagt. In seinem Kanzleiverbund hat er weltweit bereits vor Jahren ein Qualitätssiegel eingeführt. Das erhalten allerdings nur die Auszubildenden, die es schaffen, bestimmte Vorgaben zu erfüllen: 300 Euro im Monat sollen genügen für Wohnen, Essen und Freizeit. Wie das zu schaffen sei, wurde er häufig gefragt. Vor allem in Städten wie Tokio oder München reiche das Gehalt doch höchstens für vier Tage.

Verzicht. Junge Leute sollten verzichten, meint der Chefjurist. An sämtlichen Standorten von „Cornwall and more“ stehen deshalb nahe den Kanzleiräumen Feldbetten für die Azubis bereit. Überschüssiges Essen bringen Restaurants aus der näheren Umgebung. Dass dadurch eine Konkurrenz zu den Tafeln entsteht, ficht Dillon-Wurst nicht an. Das Freizeitproblem mit zusätzlichen Geldausgaben haben die Chefstrategen bei „Cornwall and more“ so gelöst, indem sie Freizeit einfach nicht mehr zulassen. Wer nach seinem normalen Kanzleidienst noch nicht ausgelastet ist, darf weitermachen. „Anfangs wollten unsere Auszubildenden diese Chance nicht recht wahrnehmen. Sie schämten sich, dass wir ihnen so viel zutrauten, 12, 14 oder gar 16 Stunden am Stück zu arbeiten, aber inzwischen haben sie ihre Scheu überwunden.“