Posts Tagged ‘Marbach’

Azubis sollten wieder bescheidener sein

Mittwoch, April 4th, 2018

Wirklich wahr?

Von Daniel Grosse

Auszubildende halten immer seltener durch. Die hohe Abbrecherquote zieht sich durch sämtliche Branchen. Wo früher das Kaffeekochen und das Holen von Mettbrötchen bei den so genannten Stiften verpönt war, ist es heute laut Gewerkschaftsangaben Folgendes: die Vergütung. Dort seien die Abbrecherquoten extrem hoch, also in den Berufen, wo auffallend wenig gezahlt werde.

Unfassbar, findet Jus Dillon-Wurst. Als Senior Partner einer Großkanzlei hatte er selbst auch schon andere Zeiten erlebt. Vor 40 Jahren verdiente der heutige Jurist 126 Mark pro Monat. Er half seinem damaligen Chef beim Sortieren der Akten, er kaufte Kaffeebohnen beim Laden um die Ecke und Jus Dillon-Wurst kannte die besten Metzger. „Was sich die Azubis von heute rausnehmen, kann ich nicht nachvollziehen. Die sollten sich einschränken, bescheiden sein. Ich lebte in der Kanzlei.“

Wer den Chef der Großkanzlei „Cornwall and more“ kennt, weiß, dass Dillon-Wurst so etwas wohl überlegt sagt. In seinem Kanzleiverbund hat er weltweit bereits vor Jahren ein Qualitätssiegel eingeführt. Das erhalten allerdings nur die Auszubildenden, die es schaffen, bestimmte Vorgaben zu erfüllen: 300 Euro im Monat sollen genügen für Wohnen, Essen und Freizeit. Wie das zu schaffen sei, wurde er häufig gefragt. Vor allem in Städten wie Tokio oder München reiche das Gehalt doch höchstens für vier Tage.

Verzicht. Junge Leute sollten verzichten, meint der Chefjurist. An sämtlichen Standorten von „Cornwall and more“ stehen deshalb nahe den Kanzleiräumen Feldbetten für die Azubis bereit. Überschüssiges Essen bringen Restaurants aus der näheren Umgebung. Dass dadurch eine Konkurrenz zu den Tafeln entsteht, ficht Dillon-Wurst nicht an. Das Freizeitproblem mit zusätzlichen Geldausgaben haben die Chefstrategen bei „Cornwall and more“ so gelöst, indem sie Freizeit einfach nicht mehr zulassen. Wer nach seinem normalen Kanzleidienst noch nicht ausgelastet ist, darf weitermachen. „Anfangs wollten unsere Auszubildenden diese Chance nicht recht wahrnehmen. Sie schämten sich, dass wir ihnen so viel zutrauten, 12, 14 oder gar 16 Stunden am Stück zu arbeiten, aber inzwischen haben sie ihre Scheu überwunden.“

Wie Knödel die Rechtsprechung beeinflussen

Dienstag, März 27th, 2018

Wirklich wahr?

Von Daniel Grosse

„Aus dem Bauch heraus“ zu urteilen, mag beginnende Romanzen beflügeln, vor Gericht führt das selten zu passablen, gar guten Ergebnissen. Psychologen haben nun herausgefunden, dass es sogar ratsam ist, vor Einstellungen ins Richteramt und auf Stellen bei den Staatsanwaltschaften, besser diese latente Gefahr zum Urteilen aus dem Bauch heraus zu testen. Dem Psychomodularen Magazin zufolge heißt es in einer Studie, „sogar die Form von Bäuchen kann im Einzelfall viel darüber aussagen, inwieweit deren Besitzer zu Handlungen – wie etwa Denken – neigen, die nicht dem Gehirn entspringen, sondern dem Bereich unterhalb der untersten Rippenbögen“.

Diese Zusammenhänge haben sich auch in der Anwaltschaft längst herumgesprochen. Dort wird deshalb seit einigen Monaten nur noch mit Bauch und Gehirn gedacht. Das eine ist im Notfall das Korrektiv des anderen. Jemand, der das bestätigen kann, ist Jus Dillon-Wurst. Schon immer hat sich der Senior Partner der Großkanzlei „Cornwall and more“ darüber gewundert, weshalb befreundete Richterkollegen seit Jahren stets zusammen in die Kantine gehen, exakt das gleiche Menü essen – häufig Knödel mit Soße und Blattsalat-, sich dann aber irgendwann komplett unterschiedlich entwickelt haben. Wo der eine Kollege eher cholerisch im Alltag agiert, Besucher beschimpft, Schöffen irritiert, ist der andere des Kantinentrios ruhig und besonnen. Dem Dritten sei häufig alles egal, erzählt Dillon-Wurst. Der Kanzleilenker war gestern mobil am Telefon zu erreichen, während er zu einer Gürtel-Messe fuhr. Dort wollte er sich nach den neuesten Modellen für seine Mitarbeiter umschauen.

Herr Dillon-Wurst, hören Sie mich?

Jus Dillon-Wurst: Warten Sie, es klemmt.

Was klemmt?

JDW: Der Anschnall-Gurt. Ich habe heute mit den drei Richtern aus unserem Vorgespräch zu Mittag gegessen. 12 Knödel mit Blattsalat waren einfach zu viel.

Haben Sie mit dem Kopf oder mit dem Bauch gedacht, als Sie sich diese Riesenportion auf den Teller gepackt haben?

JDW: Fragen Sie doch nicht schon wieder so unter Ihrem Niveau.

Kommt jetzt wieder der arrogante Ober-Jurist? Dann nämlich brechen wir das Interview sofort ab.

JDW: Mimose.

Bitte?

JDW: Ich bin eine Mimose. Wenn Sie so hart zu mir sind, ziehe ich mich zurück. Dann erfahren Sie nichts mehr darüber, wie sich Kopf und Bauch auch auf juristische Entscheidungen auswirken.

Also, Herr Dillon-Wurst, was haben Sie diesbezüglich beobachtet?

JDW: Wie gesagt, meine drei Bekannten bei Gericht essen seit Jahren in der Kantine täglich das Gleiche, sie treiben miteinander den gleichen Sport, haben die gleichen Freunde. Aber während der eine der Richter zetert und poltert, lächelt der andere im Gerichtssaal nebenan – und der dritte, dem ist alles egal.

Alles gut und schön, trotzdem, der Zusammenhang zwischen Kopf, Bauch, Denken, Essen, Lebensgewohnheiten, Freunden und Sport ist mir nicht klar.

JDW: Knalltüte.

Bitte?

JDW: Jetzt kommt der Knallefekt, wollte ich sagen. Die drei Männer fällen stets Urteile nach gleichem Muster. Ich habe diese Entscheidungen über Jahre analysiert. Sie sind zwar in ihrem Wesen gänzlich verschieden, in der juristischen Urteilsfindung aber auf einer Ebene.

Könnte das an den Knödeln liegen – und dem Blattsalat?

JDW: Nun werden Sie mal nicht albern.

Sie haben doch den Stein, beziehungsweise den Knödel, ins Rollen gebracht.

JDW: Stimmt, und sie haben nicht Unrecht. Dieser Gedanke ist mir auch schon gekommen. Der Bauchbereich ist äußerst empfindsam. Wenn Sie den irritieren, wirkt sich das auf das menschliche Handeln aus.

Sie meinen damit auch juristische Entscheidungen, von Menschen getroffen?

JDW: Natürlich. Oder glauben Sie, die drei Männer hätten ebenso die immer ähnlichen Entscheidungsmuster geliefert, wenn einer von ihnen zwischendurch Bratkartoffeln oder Wurstsalat gegessen hätte?

Da bin ich überfragt.

JDW: Sehen Sie. Ich aber nicht. Es liegt auf der Hand. Was wir essen, bestimmt unser Handeln. Und wenn wir Gleiches essen, über Jahre, entscheiden wir auch nach gleichem Muster.

Also, Kopf oder Bauch? Wie steht es damit? Die Ursprungsfrage war doch: Weshalb sollten Juristen wie Richter, Staatsanwälte und Rechtsanwälte, mit Kopf und Bauch denken? Und warum sollte das auch bei Einstellungen in den Staatsdienst überprüft werden?

JDW: Weil wir Vielfalt in der Rechtsprechung und bei anderen juristischen Entscheidungen brauchen. Diese beiden Grundvoraussetzungen können Sie nur gewährleisten, wenn Sie auch dafür sorgen, dass Ihr Personal unterschiedlich isst. Vielfalt in der Küche, ist das Motto. Aus dem Bauch heraus ist doch nur eine Redensart? Nein! Knödel blockieren. Das ist gut so. Wenn aber die Knödel immer nur blockieren, dadurch den Bauch zu viel mit Nahrung versorgen, auch noch den Blattsalat als Verstärker erhalten, dann erlahmt das Hirn.

Dann verblöden die Juristen?

JDW: Vorsicht! Nicht unverschämt werden! Sie verblöden nicht, aber sie verlieren die Fähigkeit, auch mit dem Gehirn zu agieren.

Und das wäre besser?

JDW: Nun ja, oftmals ist es sehr gut, rationale Entscheidungen zu treffen. Auch die erwähnte Studie in diesem Psychomodularen Magazin deutet das ja an. Wir setzen daher in unserer Kanzlei „Cornwall and more“ auf Mitarbeiter, die beides können.

Knödel und Bratkartfoffeln, Blatt- und Wurstsalat?

JDW: Sie sind peinlich. Ich mag Sie trotzdem. Deshalb zusammengefasst: Sorgen Sie, ich meine Ihre Leser, die Juristen, in der Kantine für Vielfalt. Lassen Sie Mitarbeiter nicht zu häufig nebeneinander dort zu Mittag essen. Setzen Sie diese notfalls gewaltsam um. Analysieren Sie regelmäßig deren schriftliche Arbeitsergebnisse – Akten, Beschlüsse, Urteile, was auch immer. Und: Knödel nur in Ausnahmefällen. Weisen Sie die Personaler an, auf die Bäuche der Juristen zu schauen.

Zeigen Sie mir Ihren Bauch, Herr Dillon-Wurst!

JDW: Waschbrett! Jetzt ist Fastenzeit und ich treibe seit sieben Wochen intensiv Sport. War ein netter rhetorischer Versuch.

Danke für das Gespräch, Herr Dillon-Wurst.

Anwalt macht Unglaubliches mit seinem Smartphone – dank Zahnarzt

Freitag, März 23rd, 2018

Wirklich wahr?

Von Daniel Grosse

Nachdem nun bereits eine Handvoll Banken über Apps bekannter Messenger-Dienste sämtliches Tagesgeschäft via Smartphone abwickelt, scheint sich der Siegeszug dieser hypermodernen Geldinstitute fortzusetzen. Jus Dillon-Wurst, Senior Partner der Großkanzlei „Cornwall and more“, mit Wurzeln in Marburg-Marbach, sieht in Smartphones eine Geldquelle.

Juristen sind alarmiert, weil Dillon-Wurst selbst bei Treffen mit Branchenkollegen bislang nichts über seinen neuen Coup verraten hat. Am Stehtisch eines Meetings in Kirchentellinsfurt trafen sich kürzlich Alumni der Universität Tübingen. Ein zufällig anwesender freier Mitarbeiter des Schwäbischen Tagblatts plauderte zunächst zwanglos mit Dillon-Wurst. Daraus entwickelte sich ein Interview. Der Jurist willigte schließlich ein, dass der Journalist das Notierte an seine Redaktion sendet. Und das hat es in sich. Das Interview ist teilweise rekonstruiert und von Dillon-Wurst nicht autorisiert. Das wollte er auf Nachfrage der Redaktion ausdrücklich nicht, da er großes Vertrauen in den Journalismus und die Guten der Branche habe, sagte er

Herr Dillon-Wurst, Ihr Stehtisch, darf ich?

Jus Dillon-Wurst: Wie?

Darf ich mich zu Ihnen stellen, meine Kroketten rollen mir sonst gleich vom Teller.

JDW: Das will ich nicht verantworten. Kommen Sie her. Also, guten Appetit.

Was tun Sie da?

JDW: Ich halte mir mein Smartphone ans Ohr.

Sie wischen mit Ihrem Ohr statt die Finger zu benutzen?

JDW: Ich wische? Ich höre!

Aber weshalb hören Sie daran, an dem Gerät?

JDW: Ich spreche sogar direkt in das Gerät. Aber sagen Sie, nun habe ich Ihnen und Ihren Kroketten geholfen. Helfen Sie auch mir. Was soll die dämliche Fragerei? Sind Sie Journalist?

Ja, von der Zeitung hier in der Region. Ich wollte Sie jedoch nicht aushorchen. Sie können mit Ihrem Smartphone auch tun, was Sie wollen.

JDW: Wollen Sie auch mal? Daran hören.

Das geht jetzt aber zu weit.

JDW: Stimmt, Sie haben recht. Aber das Gerät ausschließlich durch Ohrenkontakt zu nutzen, darauf sind bislang noch nicht so viele meiner juristischen Branchenkollegen gekommen. Das Smartphone ist eine geniale Geldquelle.

Ohne darauf herumzuwischen?

JDW: Ja, einfach sprechen, hören, sprechen und so weiter.

Und wie nutzen Sie dann Apps?

JDW: Das ist es doch gerade. Ich habe die App im Mund. Im linken Backenzahn, recht weit vorne.

Sie wollen mich ver*rschen? Entschuldigen Sie die Wortwahl.

JDW: Stimmt. Die App steckt im rechten Backenzahn. Aber bevor Sie gehen, weil Sie mich für aufgeblasen und arrogant halten, hören Sie zu. Mein Zahnarzt ist ein Tüftler. Er hat es geschafft, rein virtuell, unter meiner Krone eine winzigkleine App digital zu implantieren. Anfangs kitzelte es noch, wenn mein Smartphone im WLAN plötzlich von selbst die App aktualisiert. Aber nun habe ich mich daran gewöhnt.

Und was erledigen Sie mit Ihrer Mund-App?

JDW: Vor allem spare ich Zeit. Ich telefoniere und regle gleichzeitig meine Bankdinge. Kaufen. Verkaufen. Aktienkram. Überweisungen. Der Berater meiner Smartphone-Bank sollte sich freuen.

Und wie steuern Sie die App? Durch Mundbewegungen?

JDW: Ja, das war anfangs für meine Gesprächspartner tatsächlich nervig. Ich schnalze oft beim Sprechen, vor allem, wenn ich mit meinen Aktien handle. Aber anders lässt sich die App beim Telefonieren vorerst nicht steuern. Und verraten wollte ich meinen Gesprächspartnern bislang auch noch nichts von dieser Wahnsinnstechnologie.

Und warum jetzt mir?

JDW: Ihre Kroketten taten mir leid.

Meine Kroketten?

JDW: War ein Scherz. Den wahren Grund verrate ich Ihnen bei einem nächsten Treffen.

Großkanzlei expandiert in die Provinz – Marbach möglicher Standort

Donnerstag, März 15th, 2018

Mit Holz und dem Naturerlebnisgedanken möchte „Cornwall and more“ Mitarbeiter langfristig binden.  Foto: Daniel Grosse

Wirklich wahr?

Von Daniel Grosse

Wer sich in den Führungsetagen der großen deutschen Wirtschaftskanzleien umhört, lernt das Fürchten. Die Gruppe der Global Player unter den Mega-Kanzleien hat massive Personalprobleme. Die Großstädte im In- und Ausland sind schon längst ein Markt, auf dem es nichts mehr zu holen gibt. Immerhin können sich die Besten unter den Top-Juristen ihre Arbeitgeber aussuchen. „Cornwall and more“ hat das Problem erkannt und macht etwas, was schon viele in der Branche tun: benefits anbieten. Aber die Großkanzlei mit Standorten in München, Frankfurt, Düsseldorf und Schwäbisch Hall setzt auf den Charme der Provinz. Statt schöner, toller, exklusiver, heißt bei „Cornwall and more“ das Motto für die Neuen: Ran ans Holz!

Was wie ein abgenutzter Spruch aus der Baumarkt-Werbung klingt, ist durchaus ernst gemeint. Die Kanzleilenker möchten Bewerbern eben mehr bieten als immer nur einen Ausgleich für deren ausgewogene Work-Life-Balance oder ein 16. Monatsgehalt. Auch Sport- als Dienstwagen oder teure Kurzurlaube für Mitarbeiter mit 60-Stunden-Wochen sind schon längst kein Grund mehr, länger als nötig bei seinem Arbeitgeber zu bleiben.

Was also steckt hinter dem plakativen „Ran ans Holz“? Senior Partner Jus Dillon-Wurst, mit Wurzeln in Marburg-Marbach, erklärt die Hintergründe.

Was bezwecken Sie als Großkanzlei mit Ihrer Idee?

Jus Dillon-Wurst: Dumme Frage.

Warum?

JDW: Weil die Antwort bereits im Motto steht. Ran ans Holz erklärt sich selbst.

Das klingt aber eher nach Kegeln statt nach Bewerbersuche oder dem Halten talentierter Mitarbeiter.

JDW: Sehen Sie, die Juristen bei uns arbeiten häufig bis zum Umfallen. Das ist gut und wichtig für unseren Umsatz. Auch den Gewinnen schadet das nicht. Jedoch ist dieser Zustand bereits seit Jahren unverändert.

Wo also liegt das Problem?

JDW: Sie kapieren es nicht, oder? Wir können die Mitarbeiter nicht länger als 60 oder 70 Stunden arbeiten lassen. Das würde mit dem Arbeitszeitgesetz kollidieren. Das schreibt vor, regelmäßig Pausen einzulegen, die möglichst „körperlicher Natur“ sind.

Was bedeutet das?

JDW: Joggen, Stricken, Fitness, was auch immer. Wir prüfen das nicht nach.

Und wann kommt nun das Holz ins Spiel?

JDW: Hacken.

Bitte?

JDW: Holz hacken, das Holz sägen, es spalten, verarbeiten.

Aber das versaut Ihnen doch komplett Ihre Kanzleiräume.

JDW: Deshalb ja auch die Idee mit der Provinz und dem Naturgedanken. Wir haben bereits mit Schwäbisch Hall als Kleinstadt gute Erfahrungen gemacht. Dort fahren die jungen Kanzleikollegen bereits als 20- bis 25-Jährige ganz alleine in ihren Pausen auf unseren Geschäfts-E-Bikes in den nahen Wald und toben sich aus. Das schaffen die. Ohne Hilfe.

Und das funktioniert? Damit bekommen und halten Sie Mitarbeiter?

JDW: Das können Sie glauben! Wir planen nun weitere Standorte, zunächst nur in Deutschland. Und da ich die Marbach aus meiner Kindheit kenne, mit den Wäldern nur wenige Minuten entfernt, werden wir dort ein Büro eröffnen.

Sie glauben ernsthaft, dass sich junge Super-Juristen, so genannte High Potentials, mit Top-Noten und Empfehlungen auf den Vorort einer hessischen Unistadt einlassen?

JDW: Genau das. Mit der Firma Stihl haben wir bereits einen großen Deal abgeschlossen. In dem Vertrag steht, dass uns kostenlos 20 Motorsägen der neuesten Baureihe sowie 20 Äxte mit Edelschliff zur Verfügung gestellt werden. Kostenfrei. Dafür toben sich die Mitarbeiter auch nur dann am Holz aus, wenn sie zuvor einen Stihl-zertifizierten Kurs, der auch öffentlich anerkannt ist, absolvieren.

Einen Kurs?

JDW: Kein Scherz, aber in Deutschland benötigen Sie einen Schein, der es Ihnen erlaubt, im Wald mit einer Motorsäge „Holz zu machen“, wie die Insider sagen.

Wo in der Marbach soll denn Ihr neuer Standort entstehen? Ehrlich gesagt, klingt Ihre Idee etwas irre.

JDW: Das soll sie ja auch, danke Ihnen für das Kompliment. Wir sind irre, deshalb ja auch der weitere Schritt in die Provinz. Aber nur aus Irrem, oder lassen Sie es mich Gewagtes nennen, entsteht manchmal Neues. Also, zurück zu Ihrer Frage. Sie kennen sicher das ehemalige Pfarrhaus unweit der Grundschule. Das steht leer. Es bietet Platz und eine gute Sicht auf die Landschaft. Unten die Emil-von-Behring-Straße, oben die Haselhecke. Einen Steinwurf entfernt ein großer Parkplatz und das Bürgerhaus mit genügend Stellfläche.

Was sagt die Kirche dazu?

JDW: Das ist alles längst geregelt. Auch die Privatwaldbesitzer Marbachs sitzen längst im Boot. Sie freuen sich sogar auf die jungen Juristen, warnen allerdings vor Borkenkäfern.

Bitte?

JDW: Uns wurde bei einem Briefing mit den Eigentümern der Waldstücke und dem Forstamt erklärt, dass sie sich gerne abnorm verhalten?

Die Waldbesitzer?

JDW: Was ist eigentlich Ihr Beruf? Hören Sie genau zu!

Entschuldigung. Also?

JDW: Die Borkenkäfer besitzen einen natürlichen Beißreflex, der sich mitunter nicht nur auf das Gehölz erstreckt, sondern auch auf Unbekannte.

Unbekannte?

JDW: Menschen, Arbeiter, wer auch immer, der sich in Waldparzellen erstmals aufhält, den sie nicht kennen.

Wir sprechen von Borkenkäfern?

JDW: Ja, aber das ist nicht unsere Sache. Die Mitarbeiter werden bestens geschult. Sie bekommen das hin, wenn sie in den Pausen mit ihren Sägen und Äxten unterwegs sind.

Wann starten Sie also?

JDW: Am 1. Juni, wenn wir genug Bewerbungen gesichtet haben, die erfolgversprechend sind.

Läuft die Bewerbungsfrist noch?

JDW: Ja, bis zum 31. März.

Danke für das Gespräch, Herr Dillon-Wurst.

Versuchter Einbruch im früheren Europabad

Mittwoch, März 14th, 2018

Wirklich wahr?

Von Daniel Grosse

Es sind diese Meldungen, die selbst langgediente Beamte ins Grübeln bringen. Immerhin sollte folgende Pressemitteilung nach Auskunft der Marburger Polizei eigentlich nicht veröffentlicht werden. Weil jedoch an diesem Tag im Präsidium eine Umbesetzung erfolgte und ein Polizeianwärter den PC-Arbeitsplatz des eigentlichen Pressesprechers übernahm, gelangte die Meldung ins Netz. Bei Facebook wurde sie bereits 6.985 mal mit einem Like versehen. Um was geht es?

Am vergangenen Wochenende wurden die Marburger Beamten zu einem Einsatz gerufen. Gegen 23 Uhr ging die telefonische Meldung bei der Zentrale ein. Ein Anwohner einer Seitenstraße der Europabadstraße meldete verdächtige Bewegungen an dem Appartmenthaus am Standort des ehemaligen Europabads. Leicht bekleidet sollen dort zwei Männer mittleren Alters „unter erhöhter Kraftanstrengung“, so der Originaltext, an der Tür im Erdgeschoss, vorne, gerüttelt haben. Der Anrufer sprach von Tritten gegen die Tür. Auch Aussagen wie, „Wir wollen schwimmen!“, seien zu hören gewesen.

Als die Beamten vor Ort waren, fanden sie, der Meldung zufolge, „zwei in sich zusammengesunkene Gestalten“ vor. Beide trugen tatsächlich nur Badehosen und rote Kappen mit den Initialen des Marburger Schwimmvereins. Aufgrund von Temperaturen im einstelligen Bereich wickelten die Beamten die Männer in Decken und brachten sie zunächst in Gewahrsam. Wie sich herausstellte, waren die Männer hochgradig toxisch verseucht. In ihrem Blut fand ein Amtsarzt Rückstände von Chlorschwimmogen. Aufgrund des Befunds verbrachten die Kollegen die beiden in das Marburger Klinikum auf den Lahnbergen. Ein Entzug wurde angeordnet.

Nach Rücksprache mit der Pressestelle der Polizei Marburg, gehe es den Männern, den Umständen entsprechend, gut. Zu ihrer Tat befragt, hätten sie ausgesagt, sie seien Leistungsschwimmer des Vereins und nach einer Feier mit Vereinskollegen zunächst ziellos durch die Marbach geirrt. Da habe sich der ältere der beiden an seine Jugend erinnert und an das „tolle, hydraulisch bewegliche Sprungbrett und den netten Bademeister“. Und da sie ihre Schwimmsachen wegen einer Erotik-Wette bereits getragen hätten, seien sie so bekleidet zu dem ehemaligen Schwimmbad gegangen. Den Männern droht nun ein Verfahren wegen Hausfriedensbruchs.

Badespaß im Marbacher Regenrückhaltebecken

Dienstag, März 13th, 2018

Wirklich wahr?

Von Daniel Grosse

Marburgs Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies gibt sich gerne zurückhaltend volksnah. Das hat er insbesondere in der Marbach schon etliche Male bewiesen, wenn er bei Veranstaltungen der Vereine im Bürgerhaus nicht als prominentes Stadtoberhaupt, sondern als privater Gast vor Ort war.

So verwundert es auch nicht, dass man den Marburger Stadtchef hin und wieder durch die Straßen Marbachs gehen sieht. Weder irgendwelche Personenschützer, noch eine schwarze Dienstlimousine, begleiten dann den OB. Am Weltfrauentag etwa saß Spieß geschlagene zwei Stunden auf einer der zwei Bänke am Regenrückhaltebecken. Passanten berichten, er habe in einer Zeitschrift oder einem ähnlichen Schriftstück gelesen. Aus der Ferne beobachtet, könnte es sich um Themen wie Bäder, Wasser oder Freizeitspaß gehandelt haben. Da sich die Vorbeigehenden aufgrund der Prominenz des Oberbürgermeisters nicht getraut hatten, diesen anzusprechen, war zunächst nichts weiter bekannt geworden.

Auf Nachfrage im Rathaus, wollte die Pressestelle zunächst nichts zu der Sache sagen. Das sei privat, hieß es. Nach mehrmaligem Nachfragen, konnten die Sprecher des OB jedoch nicht mehr ausweichen, da im selben Moment der Stadtchef auf dem Weg zur Teeküche war und von dem Telefonat Bruchstücke mitbekam. Ja, er habe in einem Katalog für Freizeitaktivitäten gelesen, räumte er ein. Schließlich sei das Regenrückhaltebecken entlang des Höhenwegs für die Marbacher ein zentraler Ort, der aufgewertet werden müsse. Da liege der Gedanke nahe, das Schilf radikal zu entfernen, die Böschungen in Ufernähe zu befestigen und eventuell sogar zwei Startblöcke zu bauen. Die bislang fehlende Wassertiefe könnte durch Aushebungsarbeiten ausgeglichen werden. Von einem Freibad wollte Spies nicht sprechen, eher von einem Schwimmteich, wie er schon längst auf vielen Privatgrundstücken vorzufinden sei.

Geschützte Tiere, wie Enten und Reiher, sowie Molche, müssten im Zuge der Maßnahme umgesiedelt werden, sollten sie sich nicht mit der Situation arrangieren. Die Funktion als Regenrückhaltebecken soll die Teichanlage behalten. Gewährleisten soll dies unter anderem, dass die Zahl der Badegäste niedrig gehalten wird, damit durch die zusätzliche Verdrängung des Wassers durch Badende, der Wasserstand im Normbereich bleibt.

Eintritt in Kirchen wird kostenpflichtig

Dienstag, März 13th, 2018

Wirklich wahr?

Von Daniel Grosse

Kirchenaustritte beschäftigen seit jeher die beiden großen Kirchen in Deutschland. Wenn sich Mitglieder einer Konfession dazu entschließen, diesen Schritt zu gehen, geschieht das in vielen Fällen aus pekuniären Gründen – also des Geldes wegen. Mit Immobilienverkäufen allein ist dieser Weggang an zahlenden Gläubigen langfristig nicht zu verkraften. Die Landeskirchen suchen daher schon seit Längerem nach Lösungen mit nachhaltigem Effekt. Marburg könnte ein Vorreiter sein auf dem Weg einer soliden Finanzierung der Gotteshäuser und des Personals.

Mit dem Stadtteil Marbach nimmt die Markuskirche an einem Pilotprojekt teil, das zeigen soll, welche Wege gangbar sind. So ist geplant, nicht nur Kirchgänger stärker in die Finanzierung einzubinden. Auch Besucher anderer Veranstaltungen in der Markuskirche sollen großzügiger ihre Geldbeutel öffnen, heißt es in einer Mitteilung. Was bedeutet das konkret? Es werden demnach im Laufe des Frühjahrs an beiden Eingängen der Kirche Lesegeräte installiert, die, wie beim bargeldlosen Bezahlen, bei jedem Betreten des Gebäudes einen vorher festgelegten Betrag von den EC-Karten der Besucher abbuchen. Einmal jährlich wird dieser jeweilige Betrag der Kirchenverwaltung gemeldet. Wer an dem Verfahren nicht teilnimmt, hat die Möglichkeit, etwa beim Herumgehen des Kollektebeutels, den Betrag nachzumelden. Gleiches gilt für Besucher sonstiger Veranstaltungen in den Kirchenräumen.

Damit die Nachmeldungen reibungslos funktionieren, werden die Konfirmanden nach und nach mit Geräten ausgestattet, die sich bereits bei den Zugbegleitern in den Bahnen seit Jahren bewährt haben.

Mit welchen Beträgen zu rechnen ist, konnten bislang weder das zuständige Pfarramt noch Vertreter der Landeskirchen sagen. Ob das Vorhaben erfolgreich ist, hängt auch davon ab, wie viele Menschen weiterhin in die Gottesdienste gehen. Bei zehn bis 15 Besuchern an gewöhnlichen Sonntagen könnte es schwierig werden. Ostern und Weihnachten hingegen sind Kassenschlager, ebenso Taufen und Hochzeiten – erst recht Basare und andere offene Veranstaltungen.

Marbach direkt ist gescheitert – und erfindet sich neu

Montag, März 12th, 2018

Von Daniel Grosse

Marbach direkt ist gescheitert. Zumindest in der Online-Variante, die hin und wieder „reale Nachrichten und Hintergründe“ liefert. Was folgt?

Bereits bei den vergangenen beiden Seminaren der Bundeszentrale für politische Bildung in Berlin zu lokalem, hyperlokalem Journalismus, war mir deutlich geworden, dass der Wert an Berichterstattung steigt, und zwar mit der Anzahl an Bewohnern in Stadt und Stadtteil. Wir haben hier in der Marbach rund 4.500 Einwohner. Wir haben zwei Bäcker, eine Apotheke, eine Tankstelle, einige Ärzte und viele Privatmenschen. Und wir haben die Behringwerke, die natürlich längst gesplitted sind in Siemens, CSL etc.

Das reicht nicht. Da passiert nichts. Zumindest nicht das, was real nachrichtlich online ins Blatt gehoben werden könnte. Die journalistischen Nachrichtenkriterien sind nicht erfüllt. Deshalb: Wirklich wahr?

Ihr könnt diese Rubrik immer daran erkennen, dass Wirklich wahr? ganz oben erscheint.

Und wenn ihr glaubt, dass Wirklich wahr? das Niveau von POSTILLON oder STREIFLICHT der SZ erreicht hat, freue ich mich auf eine Nachricht.

Aber: Wenn neben euch ein Mensch umfällt, die Bäckerei explodiert, der Nachbar irre Dinge tut, Bürgermeister oder Ortsvorsteher sich verhaltensauffällig verhalten, Behring-Manager und andere Menschen seltsames Zeug verkünden, dann spätestens ist es an der Zeit, eine Mail an Marbach direkt zu senden. info (at) dgrosse.de

Der Behring-Tunnel kommt – Anwohner können aufatmen

Montag, März 12th, 2018

In beide Richtungen donnert derzeit – hier auf Höhe des Bürgerhauses – noch der Verkehr auf der vielbefahrenen Emil-von-Behring-Straße sowie auf dem Marbacher Weg.   Archivfoto: Daniel Grosse

Wirklich wahr?

Von Daniel Grosse

Der Behring-Verkehr ist zum Synonym geworden für den mehrmals täglich entstehenden Kollaps auf den beiden Marbacher Hauptverkehrsstraßen Marbacher Weg und Emil-von-Behring-Straße. Wenn tausende von Mitarbeitern des Werks, Lieferanten, Zubringer für Ware der Unternehmen und Märkte im Gebiet Lahntal und Hinterland – und zusätzlich noch privat fahrende Marbacher dieses oberirdische Nadelöhr nutzen, stockt er nicht nur, der Verkehr ruht.

Bereits vor Jahrzehnten war immer wieder der Behring-Tunnel im Gespräch, wurde heiß diskutiert, in den Folgejahren wieder als gute Idee aufgegriffen, aber nie umgesetzt. Er soll eine unterirdische Verbindung für Fahrzeuge schaffen, die aus Richtung Marbach in Richtung Innenstadt sowie zurück unterwegs sind.

Der erste Spatenstich für dieses Jahrhundertprojekt könnte bereits im Mai erfolgen. Bislang waren die Arbeiten auch daran gescheitert, dass nahe des künftigen Tunneleingangs enorme Mengen von Pyrit, auch Katzengold genannt, in einer Tiefe von zehn bis 15 Metern die Umsetzung des Projekts unmöglich machten. Da Pyrit wegen seiner besonderen Eigenschaften als Metall auf der Liste der geschützten Metalle steht, hatten sich Organisationen wie der Europäische Rat für Edelmetall sowie der BUND vereint gegen das Projekt stark gemacht.

Wie erst kürzlich von Seiten mehrer Mitarbeiter der Behringwerke, die namentlich nicht genannt werden möchten, zu erfahren war, hätten Forscherkollegen nämlich herausgefunden, dass Pyrit die Eigenschaft habe, bei Berührung mit anderen Metallen explosive Wirkungen zu entfalten. Konkret würden im schlimmsten Falle also Tunnel-Bohrmaschinen oder Bagger mit ihren metallischen Arbeitswerkzeugen Explosionen erzeugen. Die Folgen wären dramatisch. Einstürzende Häuser entlang der Emil-von Behring-Straße, im schlimmsten Falle gar eine Explosion auf dem nahen Werksgelände. Schäden in Millionenhöhe.

Nun ist es jedoch gelungen, Wasser aus dem nur wenige hundert Meter entfernten Regenrückhaltebecken, in der Marbach auch Ententeich genannt, chemisch so zu bearbeiten, es zu verändern, dass es beim Bohren eingespritzt, das Pyrit in eine harmlose weiche Masse verändert, die mittels Absaugvorrichtungen an anderer Stelle wieder in den Naturkreislauf rückgeführt werden kann. Nachdem sowohl der Europäische Rat für Edelmetall sowie der BUND bei einem Ortstermin ihr Einverständnis gegeben haben, steht dem Projekt Behring-Tunnel wohl nichts mehr im Wege. Mit Widersprüchen der Bürger werde nicht gerechnet, heißt es aus dem Rathaus. Die einmonatige Frist dafür beginnt am 28. März.

Mit Windkraft satte Gewinne machen

Donnerstag, März 8th, 2018

Testanlagen für Windkraft hinter der ehemaligen Gärtnerei?    Foto: Daniel Grosse

Wirklich wahr?

Von Daniel Grosse

Die Bebauung der Wiesen hinter der ehemaligen Gärtnerei Philipps in Marburg-Marbach ist zum wiederholten Mal Thema der städtischen Gremien gewesen. Wie zu erfahren ist, haben sich die Verantwortlichen noch nicht abschließend zu einem Konzept durchringen können. In den vergangenen Monaten war teils die Rede von mehreren Dutzend Mehrfamilienhäusern, die auf Basis des sozialen Wohnungsbaus dort entstehen könnten.

Nun hat sich ein Investor eingeschaltet. Er ist einer der größten Industriellen im Landkreis Marburg-Biedenkopf. Bei einer Ortsbegehung, mit Vertretern der Stadt Marburg, wurden erste Pläne bekannt. Das Gelände hinter der Gärtnerei eignet sich demnach „bestens, um dort Testanlagen für Windkraft zu installieren“. Mit diesen Plänen, so sie denn umgesetzt werden können, wäre das Wohnthema vom Tisch. Immerhin haben die Experten ermittelt, dass die Windmasse in dem oberen Teil Marbachs Richtung Wehrshausen massiv angestiegen sei in den vergangenen Jahren. Das ließe hoffen auf gewaltige Mengen an Energie, die dort in Strom umgewandelt werden könnten.

Als Grund für die Zunahme an Wind wurde der vermehrte Fahrzeugverkehr genannt. Durch die weitere Bebauung in Dörfern wie Wehrshausen und den enormen Anstieg des Schwerlastverkehrs mit großen LKWs entlang der Verbindung Marburg und Michelbach, sind den Experten zufolge durch den Fahrzeugverkehr extreme Luftverwirbelungen enstanden, die sich im Tagesverlauf nicht abbauten. Diese Winde treffen auf Luftmassen, die sich ohnehin bereits in Richtung Marburg und das Tal bewegen. Knotenpunkt sind die Wiesen oberhalb Marbachs.

Eine Antwort auf die Frage, in welcher Form auch die Marbacher von diesem – in energetischer Hinsicht – Standortvorteil profitieren können, blieb bei dem Ortstermin noch offen. Sollte jedoch das Testanlagen-Projekt als Aktiengesellschaft an den Start gehen, wäre eine bevorzugte Suche nach Anteilseignern in dem Marburger Stadtteil naheliegend.