Angela Merkel steht auf Farben – Neue Männerkleidung fürs Kabinett

Wirklich wahr?

Von Daniel Grosse

„Es herrscht Uneinigkeit zwischen den Koalitionären sowie innerhalb der Union und der SPD: Bei der Kabinettsklausur auf Schloss Meseberg gibt es viel zu besprechen und zu schlichten.“ So schreibt tagesschau.de in seinem Vorspann. Wie zu hören ist, ist zumindest eine in Lila-Brombeer gekleidete Dame nicht sehr erfreut gewesen. Neben den wenigen Frauen am großen Tisch, hatte sie sich zur echten Farbe bekannt und kurzerhand ein Thema als TOP 1 gewählt – noch vor allem Anderen: die Farbe der Kleidung. Denn sämtliche Herren wählten Schwarz, Grau oder Dunkelblau. Das ist altbacken, bieder und absolut out. Derlei drastische Worte wählte die künftige Kanzlerin nach der Veranstaltung, als sie mit einer Delegation beratender Juristen im Foyer des Schlosses Fingerfood aß.

Einer der Juristen war Jus Dillon-Wurst, Senior Partner bei „Cornwall and more“. In einem Gelb-Rot-Orange-Karierten Sakko hatte ihn die Redakteurin des Magazins RechtGroß nach seiner dritten Bratwurst entdeckt. Die Folge:

Hallo Herr Dillon-Wurst, schmeckt die Bratwurst?

Jus Dillon-Wurst: Wer sind Sie?

Magazin RechtGroß, Sie wissen schon.

JDW: Ah. Ja, dann fangen Sie mal an zu fragen.

Warum tragen Sie ein solch seltsames Sakko?

Weil ich zum Beraterstab Angela Merkels gehöre.

Und da muss man sich zum Clown machen?

JDW: Ja, sogar als Top-Jurist. Sehen Sie, alle meinen, es gehe dort um Inhalte, um das Große Ganze, innenpolitisch und draußen in der Welt. Aber, und das erzähle ich Ihnen als Insider, jeder von den Mitgliedern dieser GroKo schaut dem Gegenüber zunächst auf den Rockzipfel.

Wie das?

JDW: Na, Sie Durmel, das, was er trägt. Und deshalb hat Frau Merkel, wie sie mir beim Tee erzählte, auch schon manchmal Herrn Spahn als oder mit Herrn Seehofer angesprochen.

Aber die sehen sich doch so gar nicht ähnlich.

JDW: Doch, nehmen Sie die Köpfe weg. Was bleibt, sind dunkle Anzüge. Nicht auszudenken, was passiert, wenn sich die GroKo zur außerordentlichen Sitzung in Kürze in einem eiskalten hochalpinen Tagungsort treffen sollte. Mit Schal und Mütze vermummt, könnte das bei Gesprächen nicht nur peinlich, sondern auch innenpolitisch hoch brisant werden. Wer den anderen nicht erkennt… Und außerdem sind diese Nichtfarben langweilig.

Zurück zu Ihrem irren Sakko.

JDW: Ja, das hat Frau Merkel tatsächlich auf eine Idee gebracht.

Lassen Sie hören.

JDW: Die Geschäftsordnung wird geändert. Grau, Dunkelblau und Schwarz gelten ab sofort als verboten. Kein Mitglied der Regierung darf sich ab dem 1. Juni mehr so kleiden. Wer für die neue Garderobe einen finanziellen Zuschuss benötigt, kann diesen bei dem Bundesrechnungshof beantragen. Er ist allerdings mit 9.325 Euro gedeckelt.

Bitte? Dafür bekommen Sie bei C&A mindestens 40 Anzüge und bei einem Maßschneider zehn.

JDW: Mag sein, aber die bunten müssen Sie ja auch ersteinmal finden. Meinen zum Beispiel hat mir ein befreundeter Italiener in Palermo geschneidert. Die Italiener können das. Und wenn Sie also nun die Flugkosten der Kabinettskollegen nach Italien berechnen plus drei Anzüge plus Geld, das irgendwie fließt, weil Politiker eben reisen, dann kommen Sie schnell auf die rund 9.000 Euro.

Herr Dillon-Wurst, Sie sind ein Fuchs. Und grüßen Sie bitte Ihren Freund in Italien von mir.

JDW: Pasquale Dillon-Wurst wird sich freuen. Oh. Das letzte streichen Sie bitte.

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