Spendenläuferin unterschätzt: Dreijährige aber unter Dopingverdacht

Wirklich wahr?

Von Daniel Grosse

Elsbeth Dümp ist fassungslos. Weil ihre Enkeltochter einfach nicht aufhören wollte, auf dem Sportplatz in der Marbach ihre Runden zu drehen, stand die Siebzigjährige zunächst vor einem echten Problem. Mit einem harmlosen Formular hatte das spätere Drama begonnen. Ein Sportverein hatte über den Kindergarten die Drei- bis Sechsjährigen dazu aufgerufen, Runden zu laufen. Pro Runde 100 Euro. Für Elsbeth Dümp eine gute Idee. Sie kreuzte alles an, teilte sogar ihre Bankverbindung mit, drei Wochen später dann der Schock: der Verein hatte 10.000 Euro abgebucht. „100 Runden, welch ein Wahnsinn! Meine Enkeltochter ist drei. Ich hatte mit maximal eineinhalb Runden gerechnet. Das hätte ich noch bezahlen können. Aber das?!“, sagte sie, nachdem sie ihren Kontoauszug erhalten hatte.

Schnell hieß es, wie das sein könne, dass ein so junges Mädchen derlei Leistungen vollbringt. Das Wort Doping war zu hören. Die Großmutter hatte Glück, denn nach dem Rennen hatte die Kleine einen Strohhalm benutzt, den eine Freundin einsteckte, „weil er so schön grün war“, wie sie sagte. Diesen Strohhalm nahmen dann Experten des Deutschen Leichtathletik-Verbandes an sich, untersuchten ihn – und tatsächlich: die Dreijährige hatte gedopt.

Vier Wochen nach dem Rennen stand das Ergebnis der Analyse fest: Center Schock-Kaugummis und Bionade. Warum die Kleine eine derartig hohe Konzentration dieser, bei Kindern so beliebten Produkte, in ihrem Blut hatte, konnten auch die Eltern nicht beantworten.“In jedem Fall werden wir fortan bei Kindergeburtstagen unserer Tochter einen Zettel mitgeben, auf dem wir bitten, unserer Tochter diese Dinge nur in Maßen zu geben“, sagte die Mutter

Die dreijährige Enkeltochter von Elsbeth Dümp wurde lebenslang für sämtliche Spendenläufe gesperrt.

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