Posts Tagged ‘Krimi’

2019 – Nacht der Kunst in Marburg – Barbara und Daniel Grosse im Güterbahnhof 12 – Eintritt frei

Dienstag, März 19th, 2019
Farbenrausch mit farbenfrohen Leinwänden in Acryl trifft Lokalkrimi – im Marburger Wohnmagazin Güterbahnhof 12. Barbara Grosse und Daniel Grosse aus Marburg-Marbach präsentieren Kunst und Krimi bei der Nacht der Kunst 2019. Im Juni. Foto: Barbara Grosse


Die Leinwände im Farbenrausch von Barbara Grosse. Foto: Daniel Grosse

Lokalkrimi-Lesung mit Daniel Grosse bei der WABLage in Cölbe – WABLage 2.0. Plausch am Ententeich und Grauen am Ententeich. Foto: Leila Grosse


Von Daniel Grosse

Barbara und Daniel Grosse sind dabei, am Freitag, 14. Juni, bei der Nacht der Kunst. Im exklusiven Ambiente des Wohnmagazins Güterbahnhof 12, nur 100 Meter links vom Marburger Hauptbahnhof gelegen (da, wo sich der rote Mann stets tief verbeugt), präsentieren die beiden Marbacher großformatig Farbenfrohes auf Leinwand und entführen die Besucher bei einer Lesung in den Stadtteil Marbach, an der Hand von Birger und Betty, zu einer schaurigen Jagd nach dem Kopf. Der böse Harry ist ihnen dabei stets dicht auf den Fersen. Im Krimi Plausch am Ententeich.

Und so formuliert es der Marburger Kunstverein: „Gemeinsam mit den Marburger Museen und Sammlungen der Philipps-Universität, den Marburger Galerien, Kunstforen, Ateliers und vielen weiteren Ausstellungsräumen veranstaltet der Marburger Kunstverein die Marburger Nacht der Kunst am Freitag, 14. Juni 2019, von 18 bis 24 Uhr.

Vernissagen, künstlerische Präsentationen, Lesungen, Mitmachangebote, Live-Musik, Filme, Vorträge und Gespräche in den verschiedenen Ausstellungsorten begleiten diese 18. lange Nacht der Kunst.

Alle Besucherinnen und Besucher können das vielfältige Ausstellungsangebot in der Universitätsstadt Marburg erleben.

An diesem Abend ist in allen Ausstellungshäusern freier Eintritt.“

Birger kennt die Tote – Grauen am Ententeich – zweiter Krimi aus der Marbach

Mittwoch, Februar 20th, 2019
Im dritten Teil des Auszugs aus dem Manuskript vom „Grauen am Ententeich“ kommen die Verliebten endlich in Fahrt. Foto: Daniel Grosse

Von Daniel Grosse

Auch den folgenden dritten Teil meines Manuskripts vom „Grauen am Ententeich“ hatte ich noch vor knapp zwei Wochen, bei meiner Lesung auf der WABLage 2.0 in Cölbe, an einem entspannten Sonntagvormittag, 30 Zuhörern, vorgetragen.

Auszug aus dem Rohmanuskript:

…In zwei Unterleibern wurde es heiß. Birger schloss die Augen. Beide schrien gleichzeitig. Die Kommissarin war jetzt weit weg, ganz weit weg.

„Dich liebe ich, Betty. Ehrlich. Aber diese irre Jagd damals, nach dem Kopf, hat mich einfach völlig aus der Bahn geworfen.“

„Wie meinst du das? Keine Bange, das wird jetzt kein Verhör. Ich möchte dich nur verstehen, auch weil ich mich frage, wo mein alter Birger geblieben ist.“

„Der ist noch da. Ich bin es. Und bestimmt bleibt unser beschauliches Marbacher Leben in Zukunft ja auch verschont von weiteren Verbrechen – oder was weiß ich von was.“

„Na klar. Hier ist alles friedlich, und das wird auch so bleiben. So, mein lieber Birger, jetzt tu mir einen Gefallen: Mach dir das bewusst, vergiss den ganzen Scheiß von damals, diese irre Jagd nach dem Kopf. Vergiss die Harrys dieser Welt, die seltsam Frisierten – und vor allem all die blonden Kommissarinnen.“ Betty zwinkerte. Das friedliche Marbach? Wie sehr man sich da doch irren kann.

Es klingelte. In der Küche von Birger roch es nach Thymian und Kerbel. Die große Salatschüssel von dem Mittagessen der beiden Verliebten stand im Spülbecken. Auch ein süßlicher Geruch hing noch im Raum. „Schwarzwälder Kirschtorte, ganz sicher!“ Diese Worte sprach ein ihm wohlbekannter Marbacher zu ihm. Birger hatte die Haustür geöffnet und draußen stand der Fotomann, mit dem er und Betty gemeinsam mit den anderen vor zwei Jahren den seltsamen Kopf gejagt hatten. „Ja, da liegt noch ein letztes Stück Torte auf dem Teller, Betty hat es übriggelassen“, erzählte Birger dem Fotomann, dem älteren Herrn.

„Möchten Sie etwas bestimmtes von mir? Haben Sie es eilig, oder warum haben Sie so oft geklingelt?“, wollte Birger von ihm wissen.

„Ich habe einen Anruf von Pressesprecher Krahlich erhalten. Du – ich darf dich doch duzen – erinnerst dich doch an ihn, den Sprecher der Marburger Polizei?“

„Na klar. Und das mit dem Du ist in Ordnung.“ Nur zu gut erinnerte Birger sich an Krahlich. „Und was hat das mit mir zu tun?“ Der Fotomann zögerte mit einer Antwort, schließlich hatte Krahlich ihn vorhin nur deshalb inoffiziell angerufen, weil er mit dem Redaktionsleiter etwas vereinbart hatte. Diskretion. Denn der Fotomann und der Redaktionsleiter kannten sich aus alten Zeiten bei der Marburger Lokalzeitung. Und wenn einer etwas wissen könnte, was in Marbach vor sich geht, dann der Fotomann, hatte der Redaktionsleiter Polizeimann Krahlich versichert. Aber all das gehörte nun mal nicht zu einer offiziellen Vernehmung, war reine Recherche zu Hintergründen. Und die Hintergründe, welche auch immer, hatten schließlich dazu geführt, dass die arme Mareike Pelleworm mit einem Messer in der Brust tot im Anbau des Marbacher Bürgerhauses gefunden worden war. Also, was wusste der Fotomann über das blutige Geschehen, was vielleicht Birger?

Der hörte zu, als der Fotomann ihn genau zu diesen Themen befragte. „Sie kennen doch den Chorleiter. Singen Sie nicht auch im Männerchor mit?“, lautete Birgers Gegenfrage.

„Ja, ich bin Chormitglied, aber schon lange nicht mehr als aktiver Sänger, nur als passives Mitglied.“

Birger war fassungslos: „Und dann haben Sie trotzdem keine Ahnung, wer da etwas gegen Mareike Pelleworm gehabt haben könnte. In den Marbacher Nachrichten stand doch der Bericht über das gemeinsame Konzert der beiden Marbacher Chöre, dem Gemischten- und dem Männerchor. In der Markuskirche waren die aufgetreten, meine ich. Unter den Marbacher Chorsängern kennt doch jeder jeden. Ich lese Comics und liebe meine Betty, die Schwarzwälder Kirschtortenspezialistin. Mit den Chören habe ich nichts am Hut“, sagte Birger.

Der junge Marbacher kannte die tote Frau aus Grundschulzeiten. …

Fortsetzung folgt.

Von sich aufbäumenden Leibern – Grauen am Ententeich – zweiter Marbach-Krimi

Dienstag, Februar 19th, 2019

Von Daniel Grosse

Im „Grauen am Ententeich“ dürfen die Figuren des Marbach-Krimis endlich häufiger Luft holen. Weniger improvisiert, längere Sätze, mehr Details – und Ruhe. Und Blut. Foto: Daniel Grosse

Mareike Pelleworm ist tot. Das Messer steckt noch in ihrer Brust. Nicht nur die Kommissarin möchte herausfinden, was dort in der Marbach vor sich geht. Auch Birger und Betty beginnen mit der Jagd. Ihr Revier: die Chor-Szene.

Aus dem Rohmanuskript:

….Die Sahne hing ihr noch im Mundwinkel. Betty schaute in den runden Spiegel, der an der blau-gekachelten Wand hing. Dies war nicht ihr Badezimmer. Eine Männerstimme rief von hinten: „Komm bitte wieder zu deinem Konditor zurück ins Bett. Ein Stück ist noch da.“ Der, der das sagte, war Birger, es war sein Bett, seine Wohnung. Und er war der Freund von Betty, von seiner Liebsten, die neben Birger nichts mehr liebte als Schwarzwälder Kirschtorte. War sie unglücklich, sagte sie häufig ganz unvermittelt: „Dann mach ich nicht mehr mit.“ Das Signal für Birger, in Hochgeschwindigkeit zum Bäcker in der Brunnenstraße zu rennen und am besten gleich eine ganze Torte zu kaufen.

Betty gab nach. Sie löste sich von ihrem Spiegelbild, ließ auf der Zunge den kleinen Sahneklecks zergehen. Nun ruhte ihr Kopf in der rechten Armbeuge von Birger. „Denkst du gerade an die schicke Kommissarin, die vor zwei Jahren diese irren Frauen mit den verrückten Frisuren und diesen dicken Harry gejagt hat, durch die Marbach?“

„Ich weiß nicht.“

„Du weißt nicht, was du gerade denkst?“

„Das ist nicht so einfach.“

„Was ist nicht so einfach? Mir zu sagen, über was du nachdenkst oder zuzugeben, dass du sie anhimmelst.“

„Betty, wir liegen hier. Gerade war ich dir noch so nahe, war in dir. Habe dir danach löffelweise Schwarzwälder Kirschtorte sanft in deinen Mund geschoben – und jetzt stresst du rum. Was ist dein Problem?“

„Mein Problem ist, dass du seit dieser irren Jagd im vergangenen Jahr kein einziges deiner Hefte aus der Reihe ‚Mord am Ententeich‘ mehr gelesen hast, dass du kein einziges Mal seitdem wieder oben im Wald unterwegs warst, um Lurche zu suchen und zu fotografieren. Du bist so furchtbar vorsichtig geworden. Warum stolperst du zum Beispiel schon seit Monaten über keinen hochstehenden Gulli-Deckel mehr, wie kommt es, dass du Salz und Zucker neuerdings auseinanderhalten kannst? Du siehst nicht mehr richtig hin, wie schön meine Beine sind, die Beine, die du doch früher immer stundenlang streicheln konntest. Auch weil sie vom Joggen so schön sportlich modelliert seien, wie du immer betont hast. Was ist los Birger? Willst du bei der Polizei anheuern, wirst du Kommissaranwärter? Soll ich mich blond färben und Handschellen besorgen?“

Betty holte tief Luft, Schweißtropfen liefen ihr an Stirn und Schläfen hinab. Sie schaute auf die Knöpfe, die Birgers Bettbezug zusammenhielten, beobachtete das Karomuster, wie es ganz glatt die Bettdecke umhüllte. Während Bettys Monolog hatten sich die beiden Marbacher kein Mal angesehen. Er sah zur Zimmerdecke. Sein Blick verlor sich in der Ferne, die es in diesem Raum eigentlich nicht gab. Irgend etwas irritierte Betty. Das Karomuster des Bettzeugs war verzerrt. Genau dort, wo Birgers Körpermitte sein musste. Mit ihrer Hand straffte Betty die Stelle des Stoffes. Das Muster blieb verzerrt. Betty fühlte den Grund dafür. Birger stöhnte leise. Ob dies nun an dem sanften Druck durch Bettys Hand oder an seinen Gedanken an diese Kommissarin lag, war ihr jetzt egal. Sie schob die Decke zur Seite, schaute Birger in die Augen. Sein Blick kehrte aus der Ferne zurück ins Jetzt, in dieses Schlafzimmer, zurück zu der Frau, die sich in diesem Moment mit weit gespreizten Beinen ganz langsam auf seine Körpermitte setzte. In zwei Unterleibern wurde es heiß. Birger schloss die Augen. Beide schrien gleichzeitig. Die Kommissarin war jetzt weit weg, ganz weit weg. …….

Fortsetzung folgt.


Der Tod riecht nun einmal so, nach Eisen, blutig – Grauen am Ententeich – Krimi aus der Marbach

Mittwoch, Februar 13th, 2019
Mit dem Arbeitstitel „Grauen am Ententeich – Birger und Betty decken auf“ ist der zweite Teil der Marburg-Marbach-Krimi-Reihe von Daniel Grosse am Start. Foto: Daniel Grosse

Von Daniel Grosse

Arbeitstitel „Grauen am Ententeich – Birger und Betty decken auf“. Bei der dreitägigen Kultur-Veranstaltung WABLage 2.0 in Cölbe musste der Krimi-Nachfolger vom „Plausch am Ententeich“, Mitte Februar 2019, während meiner Lesung, zeigen, was Birger und Betty zu Weiterem antreibt. In loser Folge ist hier mehr darüber zu lesen. Das Buch folgt im Laufe des Jahres. Print und E-Book.

Aus dem Rohmanuskript:

Nur weil das A nicht auf der Notenlinie stand, starb Mareike Pelleworm. Sie sang an diesem Abend das Stück „Gib mir diesen Stich ins Herz“. Das Messer steckte noch tief im Brustkorb der 28-Jährigen, als die Kommissarin auf den Parkplatz des Bürgerhauses Marbach fuhr. Das After Shave ihres guten Freundes, der vielleicht mehr als das war, haftete noch an ihrer Haut. Der liebe Redaktionsleiter der Marburger Lokalzeitung, dachte sie. Sie schüttelte sich bei dem Anblick, der sich ihr bot. 20 Menschen, Frauen und Männer, gemischt, manche schick gekleidet, andere in lockerer Freizeitkleidung standen vor dem Bürgerhaus. Die Kommissarin sah Tränen, versteinerte Gesichter, andere blickten starr vor sich hin. Manche plapperten, die meisten schwiegen jedoch. Der Kollege vor Ort hatte der Kommissarin schon Details genannt. Die Gruppe hatte geprobt. Im Anbau des Bürgerhauses übten die Mitglieder des Gemischten Chores ihre Stücke ein. Im Herbst wollten die Sängerinnen und Sänger vier oder fünf Stücke bei dem Konzert in der Gedächtniskirche in Berlin singen. Eine Einladung des Regierenden Bürgermeisters von Berlin hatte auch die Marbacher überrascht. Aber die Freikarte hatten nun einmal sie gewonnen.

Es war eine Idee, die aus einem Wettbewerb heraus entstanden war. Immerhin sang der Regierende Bürgermeister von Berlin seit Jahren selbst in einem Gemischten Chor. Er wollte in der Hauptstadt hören, was in der Provinz an gesanglichen Schätzen verborgen ist. Ein Chor von zehn, die die Einladung erhalten hatten, war der Gemischte Chor aus der Marbach. Er sollte nach Berlin reisen. Im Oktober zum Herbstkonzert in die Gedächtniskirche.

Ob sich das nun erledigt hat?, überlegte die Kommissarin, als sie aus ihrem Dienstfahrzeug stieg. Sie hob ihr linkes Bein aus dem Wagen, weit gespreizt, stellte den Fuß auf den Boden des Parkplatzes. Der intime Geruch des Redaktionsleiters strömte an ihr vorbei. Sie hatte vorhin keine Zeit gehabt, neue Unterwäsche oder eine andere Hose anzuziehen. An Duschen gar nicht zu denken. Trotz des Grauens , das sie erwartete, lächelte die Kommissarin kurz.

Im Flur des Bürgerhaus-Anbaus roch es nach Eisen. Die Kommissarin kannte das. Tatorte waren doch alle gleich. Der Tod, wenn er blutig daher kam, roch nun einmal so. Trotzdem irritierte sie etwas. Wenn der Chor vorhin geprobt hat, mussten eigentlich alle in dem Probenraum anwesend gewesen sein. Warum hat keiner etwas von dem Stich mitbekommen?

„Haben Sie auch den Notenschlüssel erkannt?“, fragte eine Stimme hinter ihr, die zu einem Mann gehörte, der die Ermittlerin an einen Basketballspieler erinnerte. Allein wegen seiner schieren Größe. Die Kommissarin stellte sich vor, wie dieser Mann mühelos jeden Ball über die Köpfe seiner Gegenspieler hinweg in den Korb hob. Fast hätte sie den Kollegen nicht erkannt, der neben dem Hünen stand. Noch hatte er diesen so dünnen weißen Anzug an, wie Anstreicher ihn tragen, mit solch einer putzigen Kapuze oben dran. Er gehörte zur Spurensicherung. Sie hatte ihre Arbeit beendet. Verhören wollte die Kommissarin eigentlich erst später. Warum kam dieser Basketballspieler also jetzt schon zu ihr oder wurde gebracht?

„Sie sind vom Fach? Anscheinend ja. Warum also ein Notenschlüssel, was meinen Sie?“

Die Kommissarin schaute zu dem Kopf des großen Mannes hinauf und wartete auf die Antwort.

„Ich bin der Chorleiter“, sagte der Angesprochene.

Die Sahne hing ihr noch im Mundwinkel. Betty schaute in den runden Spiegel, der an der blau-gekachelten Wand hing. Die war nicht ihr Badezimmer. Eine Männerstimme rief von hinten: „Komm bitte wieder zu deinem Konditor zurück ins Bett. Ein Stück ist noch da.“ Der, der das sagte, war Birger, es war sein Bett, seine Wohnung. Und er war der Freund von Betty, von seiner Liebsten, die neben Birger nichts mehr liebte als Schwarzwälder Kirschtorte. War sie unglücklich, sagte sie häufig ganz unvermittelt: „Dann mach ich nicht mehr mit.“ Das Signal für Birger, in Hochgeschwindigkeit zum Bäcker in der Brunnenstraße zu rennen und am besten gleich eine ganze Torte zu kaufen.

Fortsetzung folgt….

Endlich im Herz der WABLage tief drinnen verankert – die Marbach mit Kunst, Chor und Geschichten

Montag, Februar 11th, 2019

Von Daniel Grosse

Neues trifft auf alte Wände. Zwei der Werke von Barbara Grosse in den Hallen der WABLage 2.0 in Cölbe. Foto: Daniel Grosse

Riesige, armdicke Hölzer donnern herunter auf die dickbauchige Trommel, der Magen bebt. Mehr als ein Dutzend Künstler ziehen Besucher hinein in eine Welt aus Formen, Farben, Ideen und Gesprächen. Ein Marbacher Chor aus Frauen und Männern singt dazu mehr als das Hallelujah von Cohen. Zuvor liest Daniel Grosse aus seinem Grauen am Ententeich. Später sprechen sogar Puppen. Was das alles war, am Ende, fasst Poetry Slammer Felix Römer, Pionier der Szene, am späten Sonntagnachmittag punktgenau zusammen. Zusammen mit seinen Workshop-Teilnehmerinnen. Nicht nur die Landrätin klatscht. Alle!

Das, und noch viel mehr, war die WABLage 2.0 in Cölbe bei Marburg. 8. bis 10. Februar 2019. Ich schreibe dies jetzt subjektiv. Garantiert nicht nachrichtlich, denn während dieser zweieinviertel Tage in Cölbe drehte sich alles um Kultur – und die ist subjektiv. Denn: Wie herrlich, wenn zwei Damen vor einem Kunstwerk stehen, die eine schaut die andere an und sagt: „Das geht so aber gar nicht.“ Das sind Momente, in denen die Kunst gewonnen hat. Sie hat eine Reaktion, eine Emotion, ausgelöst.

Es wird eine WABLage 3.0 geben. 1, 2 oder 3 Jahre bis dahin. Je nachdem, wann der Rohbau stehen wird an der Stelle, wo jetzt noch die, aber in wenigen Tagen pulverisierten WABL-Hallen, stehen. Laut E-Verein-Vorstand kommt sogar eine WABLage 4.0. Der endgültige Beginn einer Cölber Tradition. Hallelujah.

Mal Journalist, mal Krimi-Autor – Marbacher stellen sich vor

Dienstag, Januar 16th, 2018

Fortsetzung der Reihe, die ab dem nächsten Heft, im März, „Marbacher stellen sich vor“, heißt.   Repro: Daniel Grosse

Kaum ist die neue Ausgabe der Marbacher Nachrichten erschienen, ist das kleine Magazin mit Geschichten und Neuigkeiten aus dem Marburger Stadtteil Marbach auch schon nicht mehr wiederzuerkennen. Neues Layout, neue Ideen, neues Redaktionsteam. Vieles ist gut, vieles können wir noch besser machen. Vorschläge bitte gerne an mich per Mail.

info (at) dgrosse (punkt) de

Streiflicht jetzt im Kino – Thriller-Dreh im Europabad Marbach – Interview mit Regisseur

Donnerstag, November 9th, 2017

So kennen die Marbacher ihr Europabad aus vergangenen Zeiten. Das Drehkreuz, das Kassenhäuschen. Auf dem Bild zu sehen ist eine Szene aus dem Kinofilm Streiflicht – gedreht auch im ehemaligen Europabad. 2010. Es wurde entkernt. An gleicher Stelle steht heute ein schickes Wohnhaus. Erhalten blieb die runde Form des – ursprünglichen – Marbacher Wahrzeichens.   Foto: privat

von Daniel Grosse

Im Europabad in der Marbach geschehen seltsame Dinge, zumindest im Film Streiflicht von Regisseur Thomas Rösser. Das ehemalige Schwimmbad in dem Marburger Stadtteil war Teil der Kulisse beim Dreh vor sieben Jahren. Morgen startet der Thriller in Marburg auf großer Leinwand im Kino. Mit dem Filmemacher sprach ich über das Projekt und mailte ihm ergänzend Fragen. Heraus kam ein Interview. Dort verriet Rösser mir, warum er in der Marbach drehen wollte, weshalb er damals Angst hatte, wieso auch die Crew mutig sein musste und welches Projekt er nun plant.

Welchen Bezug haben Sie persönlich „zur Marbach“, wie wir unseren Stadtteil ja nennen?
Thomas Rösser:
1989 sind meine Eltern, mein Bruder und ich in die Marbach gezogen. Ich war 16. Meine Eltern wohnen dort weiterhin. Ein schöner Stadtteil, ich hatte tolle Jahre dort. Ich erinnere mich daran, dass es durch die Berge wirklich hart war, mit dem Fahrrad zur Schule zu kommen. Ich habe schon immer Sport gemacht, aber die Hohe Leuchte mit dem Fahrrad zu meistern, ist eine Herausforderung.

Warum haben Sie 2010 gerade im Europabad gedreht?
Rösser: Ich habe im Europabad schwimmen gelernt. Das große Sprungbrett war die Mutprobe schlechthin. Als wir den Dreh geplant haben, suchten wir ein altes Schwimmbad. Über drei Ecken erhielten wir die offizielle Genehmigung. Als wir die erste Besichtigung hatten, verschlug es mir fast den Atem. Es sah alles noch aus wie früher – nur ohne Wasser. Es roch sogar noch nach Chlor. Ich fand alte Schwimmflügel und Handtücher. Es war für mich sofort klar, dass es keine bessere Location geben würde.

Was geschah dort im Film – ohne natürlich zu viel vorab zu verraten?
Rösser: Das mache ich nicht, wobei es eine meiner Lieblingsszenen ist. Zunächst sollten die Leser wissen, dass wir einen Independent-Film produziert haben, ohne Filmförderung und doppelten Boden. Das aufgebrachte Budget reicht bei anderen Filmen gerade mal für das Catering. Im Film schleicht Wilko, gespielt von Michael Herrmann, durch die Umkleidekabinen, um dort dem Geheimnis des mysteriösen Gemäldes auf die Spur zu kommen. Das Bild scheint seine Besitzer zu bedrohen. In den Umkleidekabinen herrschte eine klaustrophobische Atmosphäre. Und das Ganze bei absoluter Dunkelheit zu passieren, erforderte schon etwas Mut, selbst für die Crew. Ich hoffe, ich konnte das im Film auch so einfangen. Denn ich hatte Angst.

Was war denn die Besonderheit bei dem Dreh?
Rösser:
Wir haben aufgrund der Verletzungsgefahr noch eine Extraversicherung abgeschlossen, da vor allem das Becken des Sprungturms sehr tief war. Wir hatten uns große Gedanken gemacht, dass dort jemand hineinfällt. Übrigens befindet sich die Dachluke, durch die Wilko in das Schwimmbad gelangt, nicht im Europabad. Ich muss in nächster Zeit mal dort vorbeischauen und mir die Wohnungen ansehen. Ich glaube, ich kann noch einiges vom Ursprünglichen erkennen.

Nun dürfen Sie gerne jemandem danken für die damalige Unterstützung in der Marbach. Wem?
Rösser:
Herrn Kappeller, dem damaligen Immobilieninvestor, für die offizielle Genehmigung und dem Tennisverein Europabad Marbach und Peter Penzler. Wir haben auf dem Parkplatz oberhalb des Europabades gedreht. Als Wilko mit seinem Auto das Schwimmbad erreichte, regnete es. Eine tolle Stimmung. Zwei Nächte später, als wir dort wieder drehten, war der Boden trocken. Wir bekamen Wasser zum Anfeuchten des Parkplatzes. Ist nicht wichtig, denken Sie vielleicht, aber für uns elementar, denn die Szenen folgen direkt aufeinander und der Zuschauer hätte es gesehen. Und falls es der Zuschauer nicht bemerkt hätte, hätte ich es gewusst – und ich hätte es immer gesehen.

Stichwort Marbach-Krimi. Kennen Sie eigentlich Birger und Betty, die beiden Marbacher aus dem Buch „Plausch am Ententeich“? Oder wissen Sie, wer Harry, der schreckliche Marbacher, ist?
Rösser:
Ja, wäre gelogen, aber ich habe schnell nachgesehen. Eine interessante Herangehensweise an einen Text. Ein schönes Weihnachtsgeschenk. Werde gleich ein Exemplar für meine Eltern bestellen. Das ist natürlich eine ganz andere Art, sich einer Geschichte zu nähern. Wir hatten für Streiflicht 13 Drehbuchfassungen und man ist nie zufrieden. Momentan schreibe ich an dem Drehbuch für „Der Gelbe Ballon“, eine sozialkritische Liebeskomödie.

Viel Erfolg und danke für das Interview.

Vernissage bei Blumen Philipps – Leinwände tauchen ein in bunte Welt der Blumen und Pflanzen

Mittwoch, März 1st, 2017

Noch im Aufbau, aber ab dem morgigen Donnerstag werden die farbenfrohen Bilder der Ausstellung mit dem vorläufigen Arbeitstitel „Im Glashaus“ bei Blumen Philipps am Oberen Rotenberg in Marbach zu sehen sein. Weitere Fotos folgen.   Foto: Daniel Grosse


Aktualisierung 2. März: Ab heute sind die Bilder bei Blumen Philipps zu bewundern.

Heidi Wollmer aus Wetter, Barbara Grosse aus der Marbach und Frank Hinrichs aus Roßdorf laden ein zur farbenfrohen Vernissage der Ausstellung „Im Glashaus“. Noch ist dies nur der vorläufige Arbeitstitel der Kulturveranstaltung in den lichtdurchfluteten Räumen von Blumen Philipps am Oberen Rotenberg in Marburg-Marbach. Wenn die offizielle Ausstellungseröffnung am Samstag, 25. März, um 14 Uhr, dort stattfindet, werden die mehr als 15 farbenfrohen Leinwände mit Acrylmalerei der drei Künstler schon einige Wochen lang das Gewächshaus von Blumen Philipps in einen Zauber aus Blumen und Mehr verwandelt haben. Freunde der gemalt-gestalteten Kunst, der Gartenkunst und der Kriminalliteratur können also gespannt sein. Daniel Grosse liest am Tag der Vernissage aus seinem Marbach-Krimi „Plausch am Ententeich“ und auch brillant musikalisch soll’s werden. Die Marbacher Gitarrenspielerin Yvonne Zörner hat bereits zugesagt. Details folgen später. Näheres oder Änderungen werden rechtzeitig online, über die Presse und Aushänge bekanntgegeben.
Auch Termine für weitere Krimi-Lesungen sind in Planung, die Fortsetzung vom „Plausch“ ist in Arbeit.

Cölbe und die Lesung aus dem Krimi Plausch am Ententeich – Kultur bei der WABLage

Montag, Februar 13th, 2017

Schön war die Lesung aus meinem Marbach-Krimi „Plausch am Ententeich“, am gestrigen Sonntagmorgen, 12. Februar, in Cölbe bei der WABLage. Ein tolles Publikum! 50 Zuhörer hat der Veranstalter gezählt. Weitere Lesungen in und um Marburg mit dem „Plausch am Ententeich“ folgen. Und auch eine Fortsetzung des PLAUSCHs: das GRAUEN.      Foto: privat

Unblutige Hast durch Marbach – kopflos und mit Torte

Mittwoch, Dezember 14th, 2016

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Spannung und Humor auf 144 Buchseiten im Krimi Plausch am Ententeich.   Foto: privat

Zwei Marbacher kommen einer heißen Story auf die Spur, wollen ein Verbrechen verhindern und Leben retten und passieren dabei viele typische Marbacher Orte. Für Ortsunkundige erschließt sich dabei, dass Marbach ein hübsches Örtchen sein muss, in dem man einander kennt. Diese Sätze schreibt die Texterin und Journalistin Carmen Eickhoff in ihrem Blog Textscheune. Gelesen hat sie den Lokalkrimi „Plausch am Ententeich“, der natürlich auf allen Marbacher Nachttischen und in sämtlichen Marbacher Bücherregalen stehen sollte. Lesen Sie, was Carmen Eickhoff noch über die beiden Marbacher Birger und Betty und ihre Abenteuer schreibt.

Von Daniel Grosse

Aktualisierung am 16.12: In der Marburger Oberstadt, bei Lehmanns, ehemals Elwert, scheinen Exemplare vom „Plausch am Ententeich“ tatsächlich noch in den Regalen vorrätig zu sein. Ein klares Statement gegen die Riesen unter den Versendern 😉

„Journalist Daniel Grosse aus Marbach hat eine neue Form des Krimi-Schreibens entwickelt, nämlich das open-end-one-hour-fix-limit-writing. Die Bezeichnung stammt von mir, aber geschrieben hat er nach eigenen Angaben genau so. Ein Kapitel in einer Stunde. Immer recht improvisiert, und erst in den letzten Kapiteln entwickelte sich auch vor seinem inneren Auge, wie die immer schneller und rasanter verlaufende Geschichte (für Marbacher Verhältnisse) enden würde.

Das Konzept ist sicher für die Teilnehmer des NaNoWriMo interessant, die ja auch in limitierter Zeit, den 30 Novembertagen, versuchen, eine kohärente Story bestimmter Länge, nämlich mindestens 30.000 Zeichen, zu entwickeln und festzuschreiben. Hier hat es jemand geschafft, in noch weniger Zeit einen abgeschlossenen Krimi zu schreiben, ohne vorher stehenden Plot aber mit tagesaktuellen Einsprengseln aus der realen Welt, und ihn in den verbleibenden vier Tagen auf Druckreife zu bringen für eine Veröffentlichung bei Books on Demand.

Die Geschichte

Zwei Marbacher kommen einer heißen Story auf die Spur, wollen ein Verbrechen verhindern und Leben retten und passieren dabei viele typische Marbacher Orte. Für Ortsunkundige erschließt sich dabei, dass Marbach ein hübsches Örtchen sein muss, in dem man einander kennt.

Der Plot ist schräg und bleibt nur dank der beiden bodenständigen Hauptfiguren Birger und Betty lebensnah. Durchaus spannend ist, dass im Nachhinein ein roter Faden erkennbar ist und sich eine geschlossene Geschichte entwickelt, obwohl es beim Lesen manchmal hakt. Aber die Phantasie des Lesers schließt die Sprünge immer spätestens im Folgekapitel. Die knappe, hauptsatzdominierte Sprache, die im Stakkato Satz für Satz neue Informationen preis gibt, hat selten ausreichend Muße, in Nebensätzen etwas zu erläutern, vertiefen oder illustrieren.

Das bilderlose Buch (Cover ausgenommen) kommt nüchtern und klar daher, bietet Lesestoff für einen Nachmittag und hinterlässt bei Ortsunkundigen den Eindruck, der zentrale Ort des sozialen Lebens in Marbach sei natürlich: der Ententeich. 😉  ……“ Quelle: Blog Textscheune

Und im Buchblog Lesezauber.net ist über den Plausch am Ententeich zu lesen: „…Dieses Buch wird Marbacher und die angrenzenden Bewohner sicherlich sehr erfreuen. Auf ca. 140 Seiten darf man Birger und seiner Freundin Betty beim Kuchen essen und anschließend bei der Lösung eines mysteriösen Falles in Marbach beistehen.

Dabei bekommen die 2 tatkräftige Unterstützung aus der Nachbarschaft, denn sie werden von einem Unbekannten bedroht, der etwas zurück haben will, was Birger und Betty unfreiwilligerweise besitzen.

Plausch am Ententeich ist eine nette Unterhaltung, ein Regionalkrimi für zwischendurch. Dabei verzichtet Daniel Grosse auf blutige Szenen und halsbrecherische Verfolgungsjagden, da sind es eher die Anspielungen auf …. Marbach, die Anwohnern sicherlich auffallen und gefallen werden. …“  Quelle: Buchblog Lesezauber.net

Aktualisierung am 16.12: Bei Lehmanns, ehemals Elwert, scheinen Exemplare vom „Plausch am Ententeich“ tatsächlich noch in den Regalen vorrätig zu sein. Ein klares Statement gegen die Riesen unter den Versendern 😉