Über die ahnungslosen Marbacher – und warum Information so wichtig ist

November 15th, 2016

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In der Dimension sicher übertrieben und nicht exakt platziert, steht dieser, ins obige Bild montierte Mast, aus der Blickrichtung Höhenweg, im Wald zwischen Marbach und Michelbach. Archivfoto: Daniel Grosse

Von Daniel Grosse

Bürgerinitiativen sind sicher wichtig, zuweilen extrem, aber notwendig in einer Demokratie. Hier bei Marbach direkt aus Mitteilungen einer so genannten BI zu zitieren und auf diese zu verlinken, mag journalistisch fragwürdig sein, aber gerechtfertigt, wenn es um den Anspruch der Leser auf Information geht. Windräder oberhalb der Marbach waren hier im Blog zudem wiederholt ein Thema – und auch daher dieser Blogbeitrag:

“…dass das Gebiet „Görzhäuser Hof“ (VRG 3128) als Vorranggebiet beibehalten wurde. Dieses grenzt unmittelbar an einen Bestandteil des FFH-Gebiets 5017-305, der räumlich abgetrennt zu den übrigen Arealen liegt. Aus den von der Oberen Planungsbehörde herausgegebenen „Steckbriefen VRG WE“ (pdf) geht zudem hervor, dass die Obere Naturschutzbehörde ortsbezogen von einem hohen Konfliktpotenzial für Fledermäuse ausgeht und vorgeschlagen hat, zumindest die westliche Teilfläche des VRG 3128 zu streichen.

Was allerdings kaum jemand weiß, ist, dass die konkreten Umsetzungsplanungen für einen Windpark „Görzhäuser Hof“ bereits weit fortgeschritten sind. (Fettung eingefügt. Anmerkung der Redaktion von Marbach direkt!) In einer Beschlussvorlage des Magistrats der Stadt Marburg vom 5. Oktober 2016, mit der die Bauleitplanung der Universitätsstadt auf die Windkraftnutzung vor Ort eingerichtet werden soll, heißt es: „Für das Windvorranggebiet ‚Görzhäuser Hof’, das von der Stadtverordnetenversammlung für den Teil-Regionalplan Energie mit Beschluss vom 29.06.2012 vorgeschlagen worden ist, beabsichtigt der private Windkraftentwickler…in Kürze eine Genehmigung nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG-Antrag) zu beantragen. Diese Windkraftplanung soll auf Flächen der… realisiert werden. Sie wird von den großen Standortfirmen am Standort Görzhäuser Hof unterstützt und auch vom Ortsbeirat Michelbach positiv gesehen (Sitzung des Ortsbeirates Michelbach vom 19.01.2016).“

…betreibt auch die Windparkprojekte in Niederasphe und Rauschenberg. Dort entstehen Ansammlungen von Windkraftanlagen zwischen 217–229 m (Niederasphe) und 207 m (Rauschenberg) Höhe. Auch der Windpark „Görzhäuser Hof’“, gelegen in den Gemarkungen Marbach, Michelbach und Wehrda, wird – sollte er genehmigt werden – von weithin sichtbar sein. In den „Steckbriefen“ heißt es dazu, dass in den Blickbeziehungen zur Marburger Altstadt künftig die oberen Teile möglicher Windkraftanlagen an diesem Standort zusammen mit der Altstadt zu sehen seien und die „Erlebbarkeit“ der Anlagen insbesondere aus südlicher sowie nördlicher Richtung aus dem Lahntal gegeben wäre. …”

Quelle: BI Wollenberg

Damals hatte ich in meinem Blogbeitrag über die eventuellen Windräder geschrieben: “Das Thema Windkraft polarisiert immer. Viele Argumente sprechen dafür und dagegen. Aber da  haben die Menschen in Michelbach denen in der Marbach wohl trotzdem etwas voraus: Wissen – das immerhin meinungsbildend ist. Zumindest, wenn es um mögliche Standorte und mögliche Planungen geht. Drei gigantische Windräder könnten sich in Zukunft inmitten eines Fadenkreuzes zwischen Michelbach, Marbach, Dagobertshausen und Wehrda drehen.”

Was, und nun  kommt wieder der Journalist, zu hinterfragen ist, weshalb derlei Themen nicht auch in einer Ortsbeiratsitzung der Marbach auf die Tagesordnung kommen. Derlei Planungen betreffen die Menschen, die hier leben. Ganz gleich, ob man nun für oder gegen Windräder ist. Aber über Dimensionen und Planungsstände zu informieren, ist eine Pflicht der öffentlichen Organe. Zum Beispiel des Marbacher Ortsbeirats.

11.11. ohne ein Helau für die Kleinen

November 11th, 2016

Von Daniel Grosse

Vor neun Monaten hatte ich im Blog MARBACH DIREKT geschrieben: “…Was Köln, Mainz und Düsseldorf schaffen, müsste doch auch in der Marbach funktionieren. Gut, dieses Jahr haben Wind und Regen in den NRW-Faschingshochburgen gewütet, große Umzüge mussten ausfallen. Auch der Marburger Umzug ist heute Morgen abgesagt worden. Die nächste Fünfte Jahreszeit beginnt aber in wenigen Monaten: am 11.11. Und es wäre doch eine Sensation, wenn die Marbacher dann lesen, “Kinder- und Jugendfasching im Bürgerhaus Marbach”. …”

Und, was ist in dieser Sache bislang geschehen? Nichts! Heute haben wir den 11.11., die Stadt Marburg gibt sich stolz, dass die diesjährige Kampagne wieder beginne, aber in der Marbach? Gähn! Dabei war die Resonanz, die positive, doch da, damals Anfang Februar 2016. Positive Kommentare hier im Blog waren zu lesen, bei Gesprächen auf der Straße befürworteten Marbacher Kinder- und Jugendfasching im Bürgerhaus, sogar der Bürgerverein war mal im Gespräch, als Zugpferd für Kinderfasching aufzutreten.

Wie ist eine solche Feier also zu stemmen? Müssten die Marbacher Vereine sich dort mehr engagieren? Oder der Ortsbeirat – hat er als gesetzlich installiertes Gremium für die Marbacher Bürger eine Idee in Sachen Kinder- und Jugendfasching? Warum nutzt nicht auch der Bürgerverein Marbach den Wunsch Vieler nach einem närrischen Nachmittag für die Kleinen? Immerhin will doch der Bürgerverein sich auch stärker für die Familien im Ortsteil engagieren. Fragen sind also da, Antworten fehlen bislang.

Aber noch ist ja Zeit. Einige Wochen zumindest. Dann rufen die Marbacher Kinder und Jugendlichen vielleicht tatsächlich: Helau, 2017.

Eiskalter Besuch an der Haustür

November 10th, 2016

Von Daniel Grosse

Gegen den wohl künftigen Präsidenten der USA anschreiben zu wollen, nachrichtlich, ist nicht leicht in diesen Tagen. Zu präsent ist dieser höchst umstrittene Mann mit seinen “ungewöhnlichen” Ideen. Zurückhaltend formuliert. Trotzdem ein Versuch mit einem eher zeitlosen Thema: Auch in der Marbach bestellen Studenten, Hausfrauen, Hausmänner, Geschäftsleute, Rentner und andere Marbacher hin und wieder bei den großen Versendern. Sie ordern Musikinstrumente, elektronische Geräte, ganze Küchen und was sonst noch alles. Und eben auch Lebensmittel. Sogar der Gigant unter den Versendern mit dem großen A am Anfang hat Lebensmittel im Angebot. Er ist erfolgreich. Aber wer wirklich die Zeichen der Zeit erkannt hat, und das schon vor vielen Jahren, sind zwei andere Versender, große Nummern im Direktvertrieb.

Und noch viel direkter als all die anderen Unternehmen: Diese zwei Tiefkühltruhen auf Rädern mit B und E am Wortanfang liefern Produkte wie Fritten, Schnitzel und Eis, heruntergekühlt auf eisige Minusgrade. Direkt ins Haus.

Und es gibt sie immer noch, diese zwei Unternehmen. Erstaunlich, wo doch inzwischen die Discounter dieser Welt spätestens nach 15 Autominuten deutschlandweit zu erreichen sind und auch selbst der Gigant unter den Versendern die leckere Eiskugel zur Haustür bringt. Welches Geheimnis macht diese zwei Relikte der Konsumwelt also so erfolgreich? Ist es das Umsorgen des Kunden? Funktioniert das Geschäftsprinzip der Tiefkühlprofis, weil sie Kunden bedienen, die den besonderen Service in Anspruch nehmen, weil sie das eben so schon seit Jahrzehnten machen? Zumindest scheinen die frostigen Direktvertriebler an ihrem Geschäftsmodell festzuhalten. Denn die Tiefkühltruhen auf vier Rädern rollen allwöchentlich durch die Marbach. Ein Mann mit Headset im Ohr und hektischem Gebaren springt aus seinem Fahrzeug, klingelt und händigt den Kunden zwei, drei oder fünf Beutel oder Pakete mit Tiefkühlkost aus. Ist das das Geschäftsgeheimnis? Sich als der mobile Tante-Emma-Laden zu gerieren, der eben persönlich kommt, die Ware auch ins Haus trägt, gerne auch über Jahrzehnte hinweg? Der einen schnellen Plausch führt. Der seine Kunden – oder eher Kundinnen – schon seit Jahren persönlich kennt, was auch daran zu erkennen ist, dass der Fahrer sie persönlich namentlich anspricht und die Nachbarschaft kennt?

Also, wir fassen zusammen: Was die Giganten der Versender machen, machen andere schon seit vielen, vielen Jahren. Scheinbar nur besser oder zumindest mit Ausdauer. Und in einem kleinen Bereich. Sie haben eine Nische gefunden – das Eisige. Und diese Nische bedienen sie konsequent.  Sie kommen und bringen die Ware ins Haus. Die Kunden dieser Direktvertrieb-Relikte sind… Ja, wer? Familien, Alleinstehende, Ältere, die ohne Auto? Und sind es auch die, die schlecht NEIN sagen können, zu dem, was sie schon seit Jahren umsorgt? Denn was wäre die Alternative, zumindest unter den Direktvertrieblern der Minusgrade-Branche zu wählen? B oder E? Denn das sind die zwei, die sich den eiskalten Markt teilen. Und ein Heraustreten aus diesem Umsorgtsein würde für Kunden zudem bedeuten, zu Discountern wie etwa A oder L zu wechseln. Aber die kommen eben nicht bis vor die Haustür. Noch nicht. Obwohl eine der Ketten doch immer wieder damit geworben hat, die des Supermarktimperiums mit dem R am Anfang. Wir liefern zu Ihnen nach Hause. Ab 30 Euro Einkaufswert. Kostenlos. Aber: Tiefkühlware ausgenommen. Das lässt also die rollenden Tiefkühltruhen der zwei eingangs beschriebenen Tiefkühldirektvertriebler kalt und wohl gleichzeitig vor Eifer glühen. Das ist ihr Markt und da sind sie stark. Und was kostet dieser Service und das Umsorgtsein? Selber fragen!

Was auf den ersten Blick wie eine PR-Nummer für B und E daherkommt, sind eher Gedanken um veränderte Konsumgewohnheiten, die natürlich auch vor der Marbach nicht Halt machen. In unserem Stadtteil leben viele Ältere und Familien. Teilweise schon seit Generationen. Und da ist es besonders interessant, zu beobachten, wie sich alte Geschäftsmodelle Nischen bedienen, eiskalter Nischen, deren Macher schon früh erkannt haben, wie wichtig es ist, nah am Kunden zu sein, statt ihn lediglich zu beliefern von irgendeinem Paketdienst. Direktvertrieb alter Schule? Staubsaugervertreter von V fällt mir da ein… Aber das ist ein anderes Thema.

Überraschung am Oberen Rotenberg

Oktober 13th, 2016

Wer in den vergangenen Tagen am Oberen Rotenberg unterwegs war, wird sich sicher etwas gewundert haben, dort ein schickes Schild am Straßenrand zu sehen. Scheinbar können die Marbacher schon bald wieder Blumen und mehr bewundern und erwerben.

Von Daniel Grosse

Immerhin ist auf einer facebook-Seite mit Datum 9. Oktober zu lesen: “Hallo ihr Lieben, wir stehen in den Startlöchern zur Wiedereröffnung und sind soooo gespannt auf Euch. Mit großer Leidenschaft, Muskelkraft und viel Schweiß haben wir in den letzten Wochen viel verändert. Leider wurden uns auf der Zielgeraden einige Stolpersteine in den Weg gelegt und so verschiebt sich die Eröffnung nach hinten. Sobald wir einen Termin nennen können, lassen wir es euch wissen und sind weiter fleißig. Bis dahin haben wir hier einige Fotos vom Umbau für Euch.
Alles Liebe
das Blumenphilippsteam”

Dabei hatte noch vor einigen Monaten die Firma tegut mitgeteilt, sie prüfe zumindest derzeit, ob sie in Marburg-Marbach, auf und hinter dem Gelände der derzeitigen Gärtnerei (Bereich Höhenweg/Oberer Rotenberg) aktiv werden soll. Konkret: tegut prüfe an der genannten Stelle einen Standort für einen neuen Supermarkt. Wenn dieser umgesetzt werden sollte, dann könnte mit einem Eröffnungstermin Ende 2017 gerechnet werden, hieß es damals. Viele  Fragen seien noch offen gewesen, zum Beispiel, mit wie vielen Parkplätzen zu rechnen sei und wie groß das Supermarktareal dann werden könnte. „Leider kann ich Ihnen noch keine weiteren Details nennen, da sich Prüfung und die danach folgenden Planungen erst im Anfangsstadium befinden. Wenn die Prüfung positiv verläuft, werden wir dazu zu gegebenem Zeitpunkt auch informieren“, so Stella Kircher, Leiterin der tegut-Unternehmenskommunikation, gegenüber „Marbach direkt“ im Dezember 2015.

Kommt der Supermarkt nun, oder kommt er nicht?

Auch was nun aus dem eventuellen Bau von bis zu 400 Wohneinheiten auf dem Wiesen- und Acker-Areal hinter dem Höhenweg werden könnte, muss geklärt werden. In Kürze mehr.

Wildwuchs am Ententeich – Wo ist das Wasser?

September 29th, 2016

Warum der Marbacher Ententeich am Ende der Brunnenstraße inzwischen eher ausschaut wie ein Wasserurwald, das hatte ich kürzlich die Verantwortlichen bei der Stadt Marburg gefragt. Hier deren Antwort:

“Das Rückhaltebecken „Auf der Eich” im Stadtteil Marbach wurde auf Wunsch der Bevölkerung dauerhaft aufgestaut. Durch die Speisung über eine zurückgebaute Quellfassung oberhalb des Beckens hat sich der Bereich zu einem Biotop entwickelt. An den Böschungen des Beckens wird jährlich gemäht. Alle fünf Jahre werden im Dauerstaubereich der Bewuchs und das Schwemmmaterial geräumt. Dabei müssen die Rohrkolben- und Schilfpflanzen aufwändig ausgebaggert werden, ohne die vorhandene Abdichtung (Tonschicht) für den Rückstau zu zerstören. Für die Tierwelt im Biotop stellt dieser Vorgang einen erheblichen Eingriff dar. Es ist notwendig, Teilbereiche des Bewuchses stehen zu lassen, um  eine Wiederbesiedlung der geräumten Flächen mit Pflanzen und Tieren zu ermöglichen. Deshalb findet die Räumung, jeweils in Absprache mit der Naturschutzbehörde, erst statt, wenn sie dringend notwendig ist. Ansprüche an eine Anlage mit Parkambiente können leider hier nicht erfüllt werden, da ansonsten der Pflegeaufwand viel zu hoch wäre. Die Funktion des Beckens ist nicht gefährdet. Das Becken hat im Dauerstau noch ausreichend offene Wasserflächen (im Westen). Die nächste Räumung steht frühestens im Herbst/Winter 2017 an.”

Wenn die Ideen sprießen

Juli 25th, 2016

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Oh, wie schön – und noch dazu toll für die Bienen. Und: Wir brauchen unsere Rasenfläche wieder. Diese zwei gegensätzlichen Meinungen waren in den vergangenen Jahren immer wieder zu hören. Scheinbar muss ein Kompromiss her. Ob daher die bunte Blumenwiese vor dem Marbacher Bürgerhaus (im Hintergrund) in der nächsten Saison wohl so aussehen wird, wie auf der Fotomontage im Vordergrund? Christa Stuwe vom Projekt Mitmachgarten und Dr. Astrid Wetzel haben zumindest eine erste Idee geliefert. Ob, wie und wann diese umgesetzt wird, müsse nun die Stadt entscheiden, heißt es. Die Pläne und Vorschläge zur Umgestaltung seien nach der jüngsten Ortsbeiratsitzung weitergeleitet worden. Zu weiteren Ideen für die Bürgerhauswiese und den alten Trampelpfad Richtung Treppe, in Kürze mehr.    Text und Foto: Daniel Grosse

Tolle Knollen, rote Rüben – Eine Marbacherin und ihr leckeres Projekt

Juli 20th, 2016

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In gemütlicher Umgebung einkaufen und nebenbei genießen und plaudern. Eva-Maria Mierisch freut sich auf den Start des Abenteuers Direktvermarktung.    Foto: privat

Von Daniel Grosse

Woher kommen die Lebensmittel, die ich kaufe? Wer produziert sie, und wie? Geschieht das auch tatsächlich in der Region? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Marbacherin Eva-Maria Mierisch seit einigen Monaten. Und schnell fand sie heraus, dass sie nicht nur Antworten auf die eingangs gestellten Fragen sucht, sondern etwas dafür tun muss oder will, damit auch in Marburg regionale Direktvermarktung noch populärer wird.

Ich bin gerade dabei eine Food Assembly in Marburg zu eröffnen“, hat sie kürzlich mitgeteilt. Dabei geht es Eva-Maria Mierisch auch darum, die Bauern aus der Region durch Direktvermarktung zu unterstützen. Dabei sind bereits die Camping Hühner aus Bellnhausen. Die Marbacherin war der Meinung, dass so ein Online Markt in Marburg noch fehlt und dass sie selbst mit zwei Kindern gerne entspannt auf so einem Markt einkaufen möchte. Bei dem sie vorher alles online ausgesucht und bezahlt hat und nun nur noch die Waren abholen muss. Dabei einen Kaffee trinken und dann entspannt ins Wochenende starten kann mit frischen Produkten aus der Region.

Der neue Markt bietet Produkte aus einem Umkreis von bis zu 150 km Entfernung, darunter Obst und Gemüse, Wurst und Fleisch, Säfte, Brot, Käse, Milchprodukte. Hinzu kommen verschiedene Feinkost-Produkte wie Aufstriche, Senf, Essige oder Spirituosen.

Wer Mitglied der Marburger Assembly werden möchte, kann direkt über die Seite online bestellen. Das Motto lautet: Du kaufst was du willst, wann du willst. Und holst es dir freitags zwischen 15-17 Uhr an der Waggonhalle im Rotkehlchen ab. Hersteller und Erzeuger sind vor Ort. Eva-Maria Mierisch auch, und sie freut sich auf einen gemeinsamen Kaffee mit den Interessierten.

Für Marburg ist die Eröffnung der Assembly am 9. September 2016 geplant.

Ort der Übergabe: Im Rotkehlchen an der Waggonhalle. Freitags in der Zeit von 15 bis 17 Uhr.

Wer also das Projekt gut findet, kann sich ab sofort anmelden. Und auch wer jemanden kennt, der ebenfalls daran Interesse haben könnte, sollte diesem Jemand von dem Marburger Projekt und der Homepage erzählen. Das ganze kostet die Mitglieder nichts und man ist auch nicht verpflichtet etwas zu kaufen.

Mindestens 80 Mitglieder müssen bis zum 2. September zusammenkommen, denn dann beginnt der Online Verkauf vorab. Die Übergabe ist dann am 9. September im Rotkehlchen. Vorort finde kein Direktverkauf statt, da könne nur probiert werden, sagt Eva-Maria Mierisch.
Hier geht’s zur Anmeldung.

Hintergrund:

Food Assembly verbindet die Direktvermarktung regionaler Lebensmittel mit der Schaffung lokaler Erzeugermärkte, auf denen sich Bauern, Lebensmittelhandwerk und Kunden begegnen. Die Idee kommt aus Frankreich, wo es bereits über 700 Einkaufsgemeinschaften mit weit über 100.000 Mitgliedern gibt.

Es gibt bereits viele Erzeugermärkte in Berlin, München, Köln und in anderen Städten. Es eröffnen in Kürze viele weitere Märkte, so auch in Marburg.

Food Assembly Deutschland mit Sitz in Berlin ist Mitglied der Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau Berlin-Brandenburg, Unterstützer von Slow Food Deutschland und Mitglied bei UnternehmensGrün / Bundesverband nachhaltiger Unternehmen.

 

Mitgehen, Meckern, Meinung sagen

Juli 11th, 2016

Parteienwerbung, Nein! Nichts liegt mir ferner, als das hier auf diesem Blog jetzt plötzlich zu machen. Aber dieser Ortsspaziergang der SPD Marbach, am Sonntag, 17. Juli, bietet ja vielleicht doch eine Möglichkeit, Anregungen, Wünsche, Sorgen, Nöte, oder was auch immer, denen mitzuteilen, die einen direkten Draht zu den Verantwortlichen im Rathaus, im Parlament und in der Verwaltung haben. „Wir wollen gerne mit den Bürgerinnen und Bürgern über aktuelle Marbacher Themen ins Gespräch kommen, um Anliegen an den Ortsbeirat oder die Stadtverordnetenversammlung weitergeben zu können“, ist zu hören. Anschließend laden die SPD-Ortsspaziergänger zum Grillen auf den Sportplatz ein. Auch Kinder sind natürlich herzlich eingeladen.

Verschiedene Stationen sind wohl vorgesehen. Aber sicher schadet es nicht, die Verantwortlichen vor Ort selber auf wichtige Ziele in der Marbach hinzuweisen. Das können Schandflecken sein, aber auch schöne Plätze. Im Zweifel gilt das Motto: Fragen, Fragen, Anregen.

Wann: Sonntag, 17. Juli, 14 Uhr

Wo: Start ist am Höhenweg 74a (Ecke Kreutzacker)

Abschluss: Grillen am Sportplatz

Mehr sicher auch auf der Facebookseite facebook/SPD Marburgmarbach

Du süßes Ding, herzlichen Glückwunsch zum Siebzigsten!

Juli 5th, 2016

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Drei Dreiecke sind wenig mehr als nichts.    Foto: Daniel Grosse

Obwohl der Sommer auch in der Marbach bislang noch arg verwaschen daherkommt. In Schwimmbädern, an Seen und in Pools ist einer trotzdem sehr präsent: der Bikini. Und heute wird er 70 Jahre alt. Glückwunsch!

Von Daniel Grosse

Und die Bademode dieses Jahr? Anders gefragt: Wie kleiden sich die Frauen 2016 im Wasser, im Jubläumsjahr des Bikinis? Fest steht: Der sexy Zweiteiler hat schon so manchen Eishersteller für atemberaubende Werbeplakate inspiriert. Und: Er hat den Sprung aus dem Kühlregal an den heißen Strand geschafft. Und dort präsentieren ihn Frauen auch heute noch. 70 Jahre nachdem der französische Bademodendesigner Louis Réard sein Model über einen Pariser Laufsteg schreiten ließ, bedeckt mit wenig mehr als nichts: dem Bikini.

Bikini stand bis zu diesem 5. Juli 1946 eher für Zerstörung und Tod. Vier Tage zuvor hatte ein US-amerikanischer B-29-Bomber über dem Bikini-Atoll in der Südsee die erste Atombombe abgeworfen. Die Militärs starteten über den Marshallinseln ihre langjährige Versuchsreihe. Das Wort Bikini war von nun an in den Köpfen der Menschen verankert.

Ebenso wie die Abwürfe, provozierte die neue Mode, die viel weibliche Haut zeigte. 1946 hoben die Sittenwächter jedoch nur mahnend die Finger – anders die Moralapostel im Deutschland der 30er-Jahre: Ein Erlass bestimmte: „Frauen dürfen öffentlich nur baden, falls sie einen Badeanzug tragen, der Brust und Leib an der Vorderseite des Oberkörpers vollständig bedeckt und unter den Armen fest anliegt sowie mit angeschnittenen Beinen und einem Zwickel versehen ist.“

Designer Réard hatte zwar auch 1946 noch immer die Moral gegen sich, die modischen und selbst bestimmten Frauen aber auf seiner Seite. Sie eroberten die Strände in den kommenden Jahrzehnten mit ihren bauchfreien Bikinis.

Mode und Musik verschmolzen, als Caterina Valente 1960 vom „Itsy Bitsy Teenie Weenie Honolulu-Strand-Bikini“ sang. Es war die Zeit der um die Hüften kreisenden Hula-Hoop-Reifen, der ungezwungenen, lustigen Variante des kultischen Tanzes hawaiianischer Eingeborener: dem Hula.

Und es war die Zeit der Fransen und des Twist für so manche junge Frau, die Anfang der 60er-Jahre im Bikini am Strand von Rimini den Sommer genoss. “Im Bikini fielst du noch auf”, lautete das Motto. Es war die Zeit, als Bräune schick wurde. Und die Chemie half dabei. Bräunungscreme war eine Revolution.

Auffallen wollten auch andere, zum Beispiel Ursula Andress als Muscheltaucherin Honey Ryder. Im cremefarbenen Baumwoll-Bikini entstieg sie 1962 dem Meer und faszinierte als Bond-Girl den gleichnamigen Agenten in dem Film „James Bond – 007 jagt Dr. No“. Der Kino-Klassiker gab den Startschuss für zig weitere Filme der Bond-Reihe. Dutzende Male noch sollte Gut gegen Böse kämpfen – und die Frauen sollten vor allem eines: dem Agenten gefallen, ihn sexy gekleidet verführen. Meist mit wenig auf der Haut. Halle Berry tat es wieder, wie damals die Andress. Auch Halle Berry entstieg dem Meer, nass, tropfend, bekleidet mit einem Bikini. Die Schauspielerin war das Bond-Girl in „Stirb an einem anderen Tag“.

Hollywood brachte den Textil-Zweiteiler in die Kinosäle. Modeschöpfer und Designer haben ihn immer wieder verändert. Sie verwendeten Materialien, die sich mit Lycra völlig anders der Haut anschmiegten als einfache Baumwolle. Das war im 20. Jahrhundert. Erfunden hat den Bikini als zweiteiliges Kleidungsstück aber vielleicht doch nicht erst der Designer Réard. Antike Wandmalereien aus dem 4. Jahrhundert nach Christus im sizilianischen Bergstädtchen Piazza Armerina zeigen römische Sportschönheiten mit wenig Stoff auf der Haut. Der eigentliche Beginn der freizügigen Bikini-Mode?

Fest steht: Ab den 60er-Jahren des 20. Jahrhunderts war in der Bademode alles möglich. Der Designer Rudi Gernreich stellte 1964 den busenfreien Einteiler Monokini vor. Mehr Haut zeigten Frauen in einem Nokini mit dem Bekenntnis vom Wenigen zum Nichts. Aus oben ohne wurde nackt. Modisch aktuell ist der Tankini, für die, die sich nicht entscheiden können, ob sie Bikini oder Badeanzug tragen sollen. Der Zweiteiler besteht aus einer Badehose und einem (Spaghetti-)Träger-Shirt. Mit dem Trikini lebt eine Spielart des Bikinis modisch wieder auf, die in den 60er-Jahren nicht mehr als ein Gag war. Bei dem Dreiteiler von damals war jede Brust einzeln von einem Teil ohne Bänder bedeckt. Das ging aber nur mit Klebstoff. Die alltagsuntaugliche Bademode überlebte deshalb nur als Motiv für die Modefotografie. Anders der Trikini neuerer Zeit. Er kombiniert Oberteil mit String und der knappen Hüfthose Hipster.

Und was ist der Trend im Bikini-Design? „Starke Farben, aber auch Schwarz und Weiß, asymmetrische und grafische Muster, ebenso abstrakte sind in. Auch Bikinis mit Perlen, Schnürchen und Fransen könnten wieder kommen“, prognostizierten Designer kurz vor dem 60. Geburtstag des Bikinis vor zehn Jahren.

Heute, 2016: In der aktuellen Werbung ist kein wirklicher Trend erkennbar. Scheinbar ist erlaubt, was gefällt. Stichworte sind klassischer Triangel-Bikini, Bandeau-Bikinis und Modelle mit Balconette-Oberteil sowie sportliche Bikinis mit High-Neck-Oberteilen, den Sport-BHs sehr ähnlich. Aber auch Bikinis mit Volants und Häkeldetails sind angesagt.

Um noch mehr bräunende Sonne an die Haut zu lassen, setzen Hersteller zusätzlich immer häufiger auf so genannte Tan Thru-Produkte aus blickdichter Microfaser. Schutz soll ein in die Badesachen integrierter Lichtschutzfaktor gewährleisten. Die Zukunft? Trotz des Trends zu High-Tech Materialien besetzt durchbräunende Bademode wohl eher eine Nische. Trotzdem könnten Baumwolle und Lycra in der Bikini-Mode wieder kommen. Ein Schritt zurück in die Zeiten von Bond-Girl Ursula Andress? Oder wählt Frau, was ihr gefällt, weil Funktion und Mode vielleicht gar nicht miteinander verknüpfbar sind? Wohl aber Eis und Bademode, kühler Genuss und heiße Bikinis. Eisherstellern sei Dank.

Auch für die Marbach noch keine Entwarnung

Juli 4th, 2016

Von Daniel Grosse

Können Sie etwas zu dem aktuellen Stand der Chlorung des Trinkwassers in Marburg sagen und dazu, wann das Leitungswasser wieder normal benutzt werden kann? Diese Frage habe ich vorhin Verantwortlichen der Wasserversorger und Stadtwerke gestellt.

Daraufhin erklärten die zuständigen Gesundheitsämter und Wasserversorger soeben: “Am heutigen Vormittag haben die beteiligten Gesundheitsämter der Landkreise Marburg-Biedenkopf, Gießen und Lahn-Dill-Kreis mit den Experten der Wasserverteiler in den betroffenen Versorgungsgebieten die über das Wochenende gewonnenen Ergebnisse der intensiven Untersuchungen und der eingeleiteten Maßnahmen bewertet. Im Ergebnis konnte übereinstimmend festgestellt werden, dass über einen von acht Brunnen des Wasserwerkes Wohratales die Verunreinigung eingetragen wurde. Dieser Brunnen wurde unverzüglich am Samstag vom Netz genommen. Die bereits am Freitag eingeleitete Desinfektion mit Chlor wird weiter aufrecht erhalten. Aufgrund des sehr großen und weit verzweigten Rohrnetzes benötigt die Verteilung des gechlorten Wassers je nach Abnahmestruktur mehrere Tage. Eine Aufhebung der Abkochempfehlung kann erst erfolgen, wenn an allen Endsträngen des Rohrnetzes ein ausreichender Chlornachweis geführt ist und unbedenkliche Probenergebnisse vorliegen. Aufgrund der Rohrnetzstruktur ist zu erwarten, dass die Abkochempfehlung dann landkreisweise von Nord nach Süd in Abstimmung mit den jeweiligen Gesundheitsämtern aufgehoben werden kann. Hierüber wird die Öffentlichkeit unverzüglich informiert werden.”
Und wissen Sie etwas davon, dass eine mögliche Verunreinigung des Trinkwassers schon vor Längerem eingetreten sein soll – und dieses bekannt gewesen sein soll? Also schon weit früher als an dem vergangenem Freitag.
“Ergänzend darf ich Ihnen mitteilen, dass am vergangenen Donnerstag (30.06.) ein Verdachtshinweis aufgrund der Routineuntersuchungen im Versorgungsnetz des ZMW einging, der unser umgehendes Tätigwerden veranlasste“, erklärte soeben Karl-Heinz Schäfer, Geschäftsführer des Zweckverbandes Mittelhessische Wasserwerke gegenüber Marbach direkt.