Programm für Vernissage steht

März 21st, 2017

„Im Glashaus“ – Vernissage in der Marbach.   Foto: Daniel Grosse

Nun steht das Programm für die Vernissage bei Blumen Philipps am Samstag, 25. März, am Oberen Rotenberg 70 in Marburg-Marbach. Blumen und Mehr (Philipps), Acrylmalerei (Künstler: Barbara Grosse, Heidi Wollmer, Frank Hinrichs), Gesang (Leila Grosse), Gitarre (Yvonne Zörner), Literatur-Lesung (Daniel Grosse, Marbach-Krimi).

  • 14 Uhr Begrüßung durch die Künstler
  • anschließend ein Gitarrenstück
  • dann stellen sich die Künstler vor
  • bis 14.30 Uhr Gitarrenbegleitung im Hintergrund
  • 15 Uhr zwei Gitarrenstücke
  • direkt anschließend Krimi-Lesung
  • später zum Abschluss „99 Luftballons“

Warum Herr Holzmann keine E-Mails liest

März 13th, 2017

In diesem Blog soll es um Lokales, um Marbacher Themen, gehen. Manchmal müssen hier aber auch Beiträge erscheinen, die so gar nichts mit der Marbach zu tun haben, aber sich fast jeder Marbacher Leser angesprochen fühlen müsste. Und wir haben mit den Behringwerken und seinen international aktiven Unternehmen gleichzeitig immerhin tausende Mitarbeiter vor Ort. Die machen eben eines ständig: E-Mails lesen – oder eben nicht.

Deshalb ist es schon spannend, was Ernst Holzmann auf seinem Blog und in der Gruppe „Arbeit. Zeit. Leben.“ im Business-Netzwerk Xing damit meint, wenn er schreibt: „Übrigens: Ich lese keine emails!“

Für das Erscheinen des Beitrags auf Marbach direkt hat Holzmann sein Okay gegeben. Der Beitrag:

Ernst Holzmann: „Übrigens: Ich lese keine emails!“ Kaum hatte ich diesen Satz ausgesprochen, wurde es mucksmäuschenstill im Raum. In den Augen der Anwesenden sah ich ungläubiges Staunen, in manchen sogar fassungsloses Entsetzen. Am Ende meiner kurzen Vorstellung am ersten Arbeitstag bei meinem neuen Arbeitgeber.

Schon als ich am frühen Morgen weit vor den anderen eintraf, spürte ich, was los war. Schmale Flure, mit grauen, undurchsichtigen Türen als Zugang zu kleinen Büroräumen. Meine neue „Heimat“, mein Büro am Beginn des Flurs, mit einer starken Metalltür ausgestattet, offiziell nur durch ein entsprechendes Vorzimmer zu erreichen. Und dieses natürlich auch „bewacht“ durch eine entsprechende Dame, meine zukünftige Assistentin.

Bei den Vorstellungsgesprächen vor ein paar Wochen gab man mir zu verstehen, was meine Aufgabe beinhaltete. Den Geschäftsrückgang stoppen, neue Geschäftsfelder erschliessen und die Kundenzufriedenheit verbessern. Auch die Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen, Distributoren und Händlern schien im Argen zu liegen. Natürlich sollte auch die Produktivität meines neuen Bereiches deutlich gesteigert werden, die präsentierten Ergebnisse zur Mitarbeiterzufriedenheit liessen entsprechendes Potential erkennen. So wurde meine Aufgabe auch in einem internen Rundschreiben angekündigt und entsprechend war auch das erste Meeting mit meinem neuen, bunt gemischten Team. Junge Mitarbeiter/innen, gerade frisch nach dem Universitätsabschluss eingestellt, aber in der Mehrzahl „alte Hasen“, darunter auch drei Führungskräfte.

Die alle schon mit dem Schlimmsten gerechnet hatten, auch mit der direkten Aushändigung ihrer Kündigung. Aber dass jemand keine emails liest, das konnten sie sich wohl überhaupt nicht vorstellen. Ich wiederholte deswegen noch einmal meinen letzten Satz: Ja, ich lese keine emails, aber ich bin immer für sie zu erreichen. Tag und Nacht, sieben Tage die Woche. Wann immer sie mich brauchen, sprechen sie mich an. Kommen sie in mein Büro, die Türe steht ab sofort immer für sie offen. Apropos Türe: Die bisherige wird gegen eine Glastür ausgetauscht, der Investitionsantrag ist schon unterwegs. Genauso, wie der für den Austausch der anderen Bürotüren hier auf dem Flur. Wenn ich nicht im Büro bin und sie mich brauchen sollten, rufen sie mich einfach an, meine Handy-Nr. steht ja auf meiner Visitenkarte, die ich ihnen vorher gegeben habe.

Um zu unterstreichen, dass ich keine emails lesen konnte, holte ich meinen „Knochen“ aus der Tasche und hielt ihn stolz in die Höhe. Mein Nokia 6310, immer noch in Original-Ausführung, zwar mit ähnlichen Dellen wie sein Besitzer, aber immer noch genauso zuverlässig, unverwüstlich und Alltagstauglich, wie dieser. Jetzt war die Verblüffung komplett, jetzt hatte es auch der/die Allerletzte verstanden: Der Typ kann tatsächlich keine emails lesen, wie denn auch?

Gibt es noch Fragen, die wir besprechen und klären sollten? Nachdem es (wie erwartet) darauf keine Antwort gab, stellte ich den Fahrplan für die nächsten Tage vor. Ich möchte so schnell wie möglich unseren Markt und unsere wichtigsten Kunden kennenlernen. Damit wir keine Zeit verlieren, fangen wir gleich morgen damit an. Dazu bitte ich die Aussendienst-Mitarbeiter um Abstimmung, bei wem ich schon morgen mit zu Kundengesprächen fahren kann und wie wir das dann in Zukunft regeln. Wenn sie so weit sind, bitte einfach bei mir vorbeikommen, damit wir die entsprechenden Details regeln können.

Die nächsten Tage möchte ich dann auch mit jedem von ihnen in Ruhe besprechen, wie wir gemeinsam Erfolg haben können. Was aus ihrer Sicht besser gemacht werden kann, wo Potential brach liegt, welche Ideen von ihnen bisher nicht aufgegriffen wurden und was wir als Erstes anpacken sollten, um die größtmögliche Wirkung für unseren Umsatz und das Geschäftsergebnis zu erzielen. Ihre entsprechenden Ideen und Vorschläge diskutieren wir dann im Team und legen die davon abzuleitenden Massnahmen und Verantwortungen entsprechend fest. Jeden Freitag ab 13:00 Uhr bei einem gemeinsamen Mittagessen, welches wir auch zur Durchsprache der abgelaufenen und zur Vorbereitung der nächsten Woche nutzen werden. Bitte richten Sie ihren Terminkalender entsprechend ein, dies ist ein Pflichttermin und hat oberste Priorität.

Damit schloss ich das Meeting und ging in mein Büro, gespannt, was passieren würde, meine Assistentin begleitete mich. Kaum hatte ich auf meinem Stuhl Platz genommen, stand sie schon in der Tür und fragte, ob ich zwei Minuten Zeit für sie hätte. Natürlich, Frau Meier (nennen wir sie einfach für einen Moment so), was kann ich für sie tun? Wegen dem Meeting an jedem Freitag antwortete sie, wie soll das ablaufen? Bisher haben wir uns nur alle 3 Monate getroffen und das Protokoll zum letzten Treffen ist noch gar nicht abgestimmt und verteilt. Und wenn ich jetzt jede Woche das Meeting vorbereiten und das Protokoll führen soll, das ist schon eine zusätzliche Belastung. Da machen Sie sich mal keine Sorgen, Frau Meier, das kriegen wir schon hin, beruhigte ich sie. Wir fangen einfach bei „Null“ an, vergessen die letzten Protokolle, schreiben auch keines mehr und vertrauen einfach auf die Einhaltung der besprochenen Vereinbarungen. Schliesslich sind wir alle erwachsen, ein kleines Team, bei dem sich jeder auf den anderen verlassen kann und auch muss. Wir brauchen dann auch keine Zeit mit unnützen Abstimmprozeduren verschwenden, sondern können uns mehr um unsere Kunden kümmern.

Mit einem großen Fragezeichen auf der Stirn verliess mich meine Assistentin und ich begann mich in meinem Büro einzurichten. Eine gute Stunde später stand dann Herr Schulze* in der Tür, die ich vorsorglich aufgelassen hatte, den Umweg über das Vorzimmerbüro hatte er sich gleich gespart. Ich bin für das Reklamationsmanagement verantwortlich, so begann er seine Vorstellung. Und ich bräuchte ihre Entscheidung bezüglich der Gutschrift an die Firma Kleindienst*, es geht um knapp 50 Euro wegen einer verspäteten Lieferung. Wenn sie ein paar Minuten Zeit haben, dann kommen Sie doch herein und trinken eine Tasse Kaffee mit mir. So meine Antwort, mit der ich Herrn Schulze sichtlich in Verlegenheit brachte, der aber dann doch in mein Büro kam und sich mit durchgedrücktem Rücken auf die äusserste Ecke des Besucherstuhls setzte.

Wie soll ich den Vorgang eigentlich seriös bewerten, ich kenne den Inhalt und das Profil des Kunden doch nicht? Wie würden Sie denn entscheiden, wenn Sie auf meinem Stuhl sitzen würden? Fragend blickte ich Herrn Schulze an und war gespannt auf seine Antwort. Mit hochrotem Kopf begann er zu erklären: Ich würde ja die Gutschrift erteilen, weil sie von der Sache her vollkommen in Ordnung ist, von dem betreffenden Kunden leider halt nur drei Tage zu spät gestellt wurde. Nach den bei uns geltenden Vorschriften müsste ich diese jetzt ablehnen, beziehungsweise habe gar keine Entscheidungsvollmacht darüber. Die Fakten dazu und meine Stellungnahme zu diesem Fall habe ich vorbereitet und extra ausgedruckt, da sie ja keine emails lesen. Sie können mir ja dann ihre Entscheidung mitteilen. Mit dieser Abschlussbemerkung legte Herr Schulze den Vorgang auf den Tisch und wollte schon gehen.

Wissen Sie was, Herr Schulze, bleiben sie doch noch ein bisschen und erzählen sie mir etwas mehr über unsere Geschäft. Sie sind doch schon viele Jahre bei unserem Unternehmen, ein ausgewiesener Fachmann, haben jede Menge Erfahrung und kennen doch bestimmt unsere Kunden ganz genau. Mit dieser Bitte, die Tasse Kaffee war jetzt auch frisch eingeschenkt, brachte ich Herrn Schulze zum weiteren Bleiben. Warum sollte ich eine Entscheidung zu Sachverhalten treffen, von denen ich keine Ahnung habe? Und wie ist das denn so mit unseren Kunden und den Reklamationen, wie haben sich diese denn in den letzten Jahren entwickelt?

Da begann Herr Schulze zu erzählen und auf meine Fragen entsprechend zu antworten. Dass aus seiner Sicht viele unserer Produkte veraltet und nicht wettbewerbsfähig seien. Das Vertriebsgebiet für die einzelnen Verkäufer zu groß wäre und die Vorgaben aus seiner Sicht unrealistisch und nicht zu erreichen. Auch, dass nach seiner Beobachtung viel zu viele (gerade auch sehr große) Kunden verloren wurden, weil man bei Reklamationen zu wenig Kulanz gezeigt hatte, zu sehr die damit verbundenen Kosten scheute und sich nach dem Vertragsabschluss einfach nicht richtig um die Kunden kümmerte. Und dass jeder im Team sein „eigenes Ding“ durchzieht, ohne großartige gegenseitige Unterstützung. Hauptsache, man macht keine eigenen Fehler und man fällt nicht negativ auf.

Hmmm, da haben wir ja jede Menge zu tun, ich danke ihnen sehr für ihre Offenheit! So leitete ich meine Antwort an Herrn Schulze ein, der jetzt schon viel entspannter und bequemer auf seinem Stuhl sass. Und wissen Sie was, mit dem „Tun“ fangen wir gleich an. Ihr Entscheidungsspielraum für Gutschriften wird auf 100 Euro erhöht, ich vertraue Ihnen, Sie werden das schon richtig machen. Und damit wir unsere Beziehungen zu unseren wichtigsten Kunden verbessern, schlage ich vor, dass Sie einmal die Woche mit einem Kollegen des Aussendienstes unterwegs sind. Das können wir dann gleich bei unserem nächsten Team-Meeting am Freitag mit den Kollegen abstimmen, was halten Sie davon? Na ja, versuchen können wir es ja mal, den ein oder anderen Ansprechpartner beim Kunden würde ich wirklich gerne auch mal persönlich kennenlernen und nicht nur am Telefon oder über die elektronische Korrespondenz. Sagte Herr Schulze, nahm seine Unterlagen und verabschiedete sich. Nicht mehr verkrampft wie am Beginn unseres Gesprächs, sondern gelöst und sogar mit einem kleinen, zufriedenen Lächeln im Gesicht.

Ich machte mir noch einige Notizen für den Freitag, es gab wirklich viel zu besprechen und zu regeln. Dann schaltete ich den Computer ein, um endlich die email meines neuen Chefs zu beantworten. Schliesslich hatte er schon drei Mal bei meiner Assistentin angerufen, ob ich denn seine Nachricht nicht erhalten hätte…

Quelle: Ernst Holzmann auf seinem Blog und im Business-Netzwerk Xing

Windkraft in der Marbach – Die Fakten sprechen lassen

März 6th, 2017

Zwei Windräder bei Wehrda gehören längst zum Landschaftsbild. Ob sich auch zwischen Marbach und Michelbach dieses bald verändert, ist derzeit fraglich – aber nicht unwahrscheinlich.  Foto: Daniel Grosse

Von Daniel Grosse

Was Hunde und Windkrafträder oder -anlagen gemeinsam haben? Sie polarisieren. Das war es dann aber schon mit den Gemeinsamkeiten. Ästhetik, Nutzen, Kosten, Ertrag, Tier- und Naturschutz sowie Standort sind Stichworte, die schon seit Jahrzehnten mit der Windenergie eng verzahnt sind. Derzeit überschwemmen über E-Mails, Blogs, Presseberichte und das Internet, im Allgemeinen, ständig Meldungen über den Windpark Görzhäuser Hof die Marbacher Leserschaft. Da ist die Rede von Petitionen, Plakataktionen und scheinbar vom Untergang des Abendlandes. Hinzu kommen die Kanäle der Gerüchteküche. Nun gilt es, sich nicht blind von Aktionismus vereinnahmen zu lassen, sondern den Fakten zu folgen.

Auf der Homepage eines regionalen Windenergieunternehmens ist zum Stichwort Windpark Görzhäuser Hof zu lesen, dass es beim Standort konkret um das so genannte Vorranggebiet 3128 nahe des Behring-Standorts Görzhäuser Hof gehe. Vier technische Anlagen, sprich Windkrafträder vom Typ Siemens SWT 3.15 mit einer Nennleistung von 3,15 MW und einer Nabenhöhe von 165 Metern sowie einem Rotordurchmesser von 142 Metern seien der Stand der Planung. Und laut der Michelbach-Homepage habe der potenzielle Investor erklärt, dass er nach Prüfung aller Bedenken vier Windräder mit einer Nabenhöhe von 165 Metern bauen möchte – mit einer Gesamthöhe mit Rotor von immerhin 236 Metern. Zum Vergleich: der Eiffelturm in Paris hat eine Gesamthöhe von 324 Metern. Das Windenergieunternehmen weiter: Seit 2013 habe es Gespräche mit dem Grundstückseigentümer und der Stadt Marburg gegeben. Zu einer Einigung mit dem Eigentümer sei es dann Ende 2016 gekommen. Bis Ostern solle ein Antrag auf eine so genannte BundesimmissionsSchutzgesetz-Genehmigung erfolgen.

Und eine weitere Informationsveranstaltung zu dem Projekt hat es in Michelbach mit dutzenden von Besuchern am 7. Februar gegeben. Marburgs Bürgermeister Dr. Franz Kahle und Stadtplaner Bernd Nützel waren demnach vor Ort. Wie das Windenergieunternehmen weiter mitteilt, sollen umfassende Informationen und Beteiligungen für die Bürger aller anliegenden Ortsteile im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung folgen. Sobald die Immissionsgutachten für den neuen Anlagentyp aktualisiert seien, werden diese öffentlich gemeint, lautet das Versprechen.

Die Oberhessische Presse will, das war Mitte Februar, herausgefunden haben, dass angeblich auf dem Bergkamm zwischen den Werksgebieten Marbach und Görzhausen ebenfalls einige Anlagen gebaut werden sollen. Mehrere private Grundstückseigentümer hätten schon Bereitschaft signalisiert, Verträge unterschrieben, um ihre Flächen einem sächsischen Unternehmen zur Verfügung zu stellen. Aus Meißen.

Und siehe da, gegenüber dem Blog „Marbach direkt“ hatte bereits Anfang Februar 2016 die Sprecherin eines Unternehmens aus Meißen bestätigt, dass dieses prüfe, ob es dort – in besagtem Waldgebiet – möglich sei, Windenergieanlagen zu planen. „In diesem Zusammenhang führten wir erste Gespräche mit den Flächeneigentümern und haben Kontakt zur Gemeinde aufgebaut. Mit den Grundbesitzern möchten wir Nutzungsvereinbarungen schließen”, hieß es damals. „Wir sind dabei auf eine positive Stimmung gegenüber Windenergieerzeugung bei Michelbach gestoßen.” Basierend auf diesen Gesprächen gehe es nun in die Planung. Zu genauen Standorten, Anlagenzahlen oder -typen mochten sich die Windkraftanlagen-Bauer damals gegenüber „Marbach direkt“ jedoch noch nicht äußern. Und auch aktuell zitiert die Oberhessische Presse eine Unternehmenssprecherin mit den zurückhaltenden Worten: Das Projekt befinde sich noch in der Entwicklungsphase. Standortbedingungen und Naturschutzbelange werden überprüft.

Zurück zu den Hunden und den Windrädern. Beide Themen polarisieren immer. Viele Argumente sprechen dafür und dagegen. Aber da hatten die Menschen in Michelbach denen in der Marbach wohl trotzdem bislang etwas voraus: Wissen – das immerhin meinungsbildend ist. Zumindest, wenn es um mögliche Standorte und mögliche Planungen geht. Und dann kam doch noch Ende Februar das Thema auf den Tisch, sogar in der Marbach, während der jüngsten Ortsbeiratssitzung. Wie zu hören ist, allerdings nur ganz am Rande. Viel Substanzielles soll dort nicht zu erfahren gewesen sein.

Mehrere gigantische Windräder könnten sich in Zukunft inmitten eines Fadenkreuzes zwischen Michelbach, Marbach, Dagobertshausen und Wehrda drehen. Wann konkret, und ob, das hängt von weiteren Verhandlungen und Verfahren, von finanziellen und rechtlichen Fragen und eventuellen Bürgerbeteiligungen ab. Energie brauchen wir. Und zusätzlich auch Fledermaus- oder den Vogelschutz? Denn der wird massiv ins Feld geführt. Immerhin gebe es keinen einzigen Standort in Deutschland oder in anderen Ländern, an dem Windräder keinen immensen Schaden an Brut- und Zugvögeln sowie anderen Organismen anrichteten, ist in einer Einschätzung zum Thema zu lesen. Und der Schreiber geht noch weiter: „Als einzigen ungefährlichen Standort sehe ich den Mond an!“

Viele Interessen, viel Emotion, viele Sachfragen – die Windkraft wird für die Marbacher ein Thema bleiben, mit dem sich die Menschen hier auseinandersetzen werden müssen. Egal, ob sie dafür oder dagegen sind, dass sich Rotoren in ihrer Heimat drehen.

Warum es keine lärmfreien Flüsterkinder geben kann

März 6th, 2017

Der Spielplatz Birkenweg nahe des Höhenwegs ist eingerahmt von Wohnbebauung und der städtischen Kita.   Foto: Daniel Grosse

Für Kleine und Große gleichermaßen bietet der Kinderspiel- und Bolzplatz Birkenweg eine Menge Abwechslung. Nur einen Steinwurf von der Kindertagesstätte Höhenweg entfernt, liegt er zentral inmitten dichter Bebauung und ist schnell erreichbar. Die Fläche gehört der Stadt Marburg seit 1967 – damals noch der Gemeinde Marbach. 1996 wurde der etwa 1.650 Quadratmeter große Platz umfassend umgestaltet und 1998 ergänzt. Schwerpunkte der Umplanung waren die Trennung der Spielflächen einzelner Altersgruppen, die Erweiterung des Spielangebotes sowie die räumliche Neuordnung des Geländes.

Das gesamte Spielareal erhielt so ein völlig neues Gesicht, denn dabei entstand die kleine Ballspielfläche mit wassergebundener Decke. „Diese Fläche wird auch gerne von dem benachbarten Kindergarten Höhenweg genutzt“, betont Marburgs Bürgermeister Dr. Franz Kahle. Zudem erhielt der Platz eine große Spielkombination für ältere Kinder sowie ein Spielhaus und eine Kleinkinderrutsche für die ganz Jungen. Später kam auf großen Wunsch der Eltern und des Kindergartens eine Wasserpumpe dazu, „die sich jedoch als Vandalismus anfällig erwies. Weitere Investitionen sind auf dem Platz gegenwärtig nicht geplant“, so Franz Kahle.

Wo Spaß und Spiel im Vordergrund stehen, liegen auch Freude und Ärger dicht beisammen. Konkret: Einerseits ist die Lage des Kinderspielplatzes inmitten der Wohnbebauung für die Eltern mit Kleinkindern und für den Kindergarten aufgrund der schnellen Erreichbarkeit von Vorteil. Andererseits hatte es auch schon Konflikte mit der Nachbarschaft gegeben, die sich durch das Kinderspiel gestört fühlten. Trotzdem wird es lärmfreie Flüsterkinder auch auf dem Spielplatz Birkenweg nicht geben. Spielen und Toben bleibt wie es schon immer war: lebendig eben.

Marbacher bereichern die WABLage

März 6th, 2017

Bunt und farbenfroh das eine Mal, mal düster, mal überraschend, sehr vielfältig – so kamen die Kunstwerke auf der WABLage in Cölbe daher. Literatur und Musik ergänzten das Angebot rund um Malerei, Fotografie und Skulpturen.   Foto: privat

Von Daniel Grosse

Wenn Künstler, Sänger und Schreiber, die sonst allesamt in der Marbach wirken, bei einer Veranstaltung gemeinsam vertreten sind, dann kann es passieren, dass solch ein Ort WABLage genannt wird. Genau das ist die Bezeichnung für eine zweitägige Kulturveranstaltung, bei der sich in Cölbe Mitte Februar alles rund um Kunst, Musik und Literatur drehte. Veranstalter war der St. Elisabeth Verein. In den so genannten WABL-Hallen stellten jugendliche und erwachsene Künstler aus der Region ihre Bilder, Skulpturen und Fotos aus. Musiker traten auf – und eben die Marbach war dort auch massiv vertreten.

Dabei waren unter anderem Barbara Grosse mit ihren farbenfrohen Bildern und der Marbacher Gemischte Chor CHORios unter der Leitung von Karl-Heinz Wenzel. Stücke wie „Leuchtet der Morgen“ nach einer irischen Weise oder „Siyahamba“ aus Südafrika sowie „Hold me, rock me“gehören zum Repertoire des Chors. Abgerundet wurde der Marbacher Gesamtbeitrag mit einer Lesung aus einem Marbach-Krimi, in dem Birger und Betty Spannendes rund um den Ententeich erleben.

Wie zu hören ist, soll es im kommenden Jahr eine Neuauflage der WABLage in Cölbe geben – dann auch hoffentlich wieder mit vielen Aktiven und Besuchern aus der Marbach.

Der unangemeldete Hund

März 6th, 2017

Auch in der Marbach könnte es ab März so manchem Hundebesitzer passieren, dass das Gassigehen jäh von einer Kontrolle unterbrochen wird, denn: Die Universitätsstadt Marburg überprüft ab März verstärkt, ob Hunde ordnungsgemäß angemeldet sind. Für Hundehalterinnen und Hundehalter, die ihre Vierbeiner ohne Steuermarke, Haftpflichtversicherung oder Identifizierungs-Chip halten, ist mit Bußgeldern zu rechnen. Eine rückwirkende Anmeldung ist möglich. Dies hat die Stadt kürzlich mitgeteilt.

Scheinbar sind in Marburg derzeit immerhin 2.642 Hunde gemeldet. Die tatsächliche Zahl dürfte, so zeigen wohl Erfahrungen aus anderen Städten, rund 15 bis 20 Prozent höher liegen. Wie viele andere Kommunen zuvor will daher auch Marburg überprüfen, ob alle Hundehalterinnen und Hundehalter ihrer Meldepflicht tatsächlich nachkommen. So sind ab März sowohl an der Haustür als auch auf den üblichen Spazierwegen Kontrollen geplant, heißt es aus dem Rathaus. Sei der Hund nicht steuerlich erfasst, bedeute das rechtlich mindestens eine Ordnungswidrigkeit. Laut kommunaler Abgabenordnung drohten empfindliche Bußgelder.

Hundehalterinnen und -halter, die ihrer Meldepflicht noch nicht nachgekommen sind, sollten bis zum Start der Kontrollen Selbstanzeige erstatten und ihren Hund beim Steueramt der Stadt Marburg, Markt 8, oder im Stadtbüro in der Frauenbergstraße anmelden“, lautete noch im Februar der Rat der Stadtverantwortlichen. Die Hundesteuer werde dann rückwirkend festgesetzt. Aber mit Beginn der Aktion im März hat die Stadt angedroht, bei säumigen Hundebesitzerinnen und Hundebesitzern konsequent Ordnungswidrigkeiten zu verfolgen und Anzeige zu erstatten.

Ausnahmen: Zur Hundesteuerpflicht regelt die Marburger Satzung auch verschiedene Ausnahmen oder Möglichkeiten der Ermäßigung. So ist beispielsweise ein Hund, der aus dem Tierheim in Marburg aufgenommen wird für ein halbes Jahr von der Steuer befreit. Völlig steuerfrei sind Führhunde für Blinde, aber auch die Hütehunde einer Schäferin oder eines Schäfers. Generell richtet sich die Höhe der Hundesteuer nach der Zahl der gehaltenen Tiere und danach, ob eine Rasse als gefährlich eingestuft wird. Die kommunale Hundesteuer beträgt in den meisten Fällen 60 Euro jährlich und, in Ausnahmefällen, bis zu 144 Euro. Weitere Informationen sowie die komplette Hundesteuersatzung sind zu finden auf www.marburg.de

Noch ein paar Zahlen, die die Stadt Marburg nennt: Im Vergleich zu anderen deutschen Städten befindet sich Marburg mit 33 Hunden pro 1000 Einwohnerinnen und Einwohnern im oberen Mittelfeld, Spitzenreiter ist Magdeburg (46) vor Erfurt (43) und Duisburg (42). Die wenigsten Hunde pro Kopf zählt man derzeit in Stuttgart mit nur 19 Tieren.

Vernissage bei Blumen Philipps – Leinwände tauchen ein in bunte Welt der Blumen und Pflanzen

März 1st, 2017

Noch im Aufbau, aber ab dem morgigen Donnerstag werden die farbenfrohen Bilder der Ausstellung mit dem vorläufigen Arbeitstitel „Im Glashaus“ bei Blumen Philipps am Oberen Rotenberg in Marbach zu sehen sein. Weitere Fotos folgen.   Foto: Daniel Grosse


Aktualisierung 2. März: Ab heute sind die Bilder bei Blumen Philipps zu bewundern.

Heidi Wollmer aus Wetter, Barbara Grosse aus der Marbach und Frank Hinrichs aus Roßdorf laden ein zur farbenfrohen Vernissage der Ausstellung „Im Glashaus“. Noch ist dies nur der vorläufige Arbeitstitel der Kulturveranstaltung in den lichtdurchfluteten Räumen von Blumen Philipps am Oberen Rotenberg in Marburg-Marbach. Wenn die offizielle Ausstellungseröffnung am Samstag, 25. März, um 14 Uhr, dort stattfindet, werden die mehr als 15 farbenfrohen Leinwände mit Acrylmalerei der drei Künstler schon einige Wochen lang das Gewächshaus von Blumen Philipps in einen Zauber aus Blumen und Mehr verwandelt haben. Freunde der gemalt-gestalteten Kunst, der Gartenkunst und der Kriminalliteratur können also gespannt sein. Daniel Grosse liest am Tag der Vernissage aus seinem Marbach-Krimi „Plausch am Ententeich“ und auch brillant musikalisch soll’s werden. Die Marbacher Gitarrenspielerin Yvonne Zörner hat bereits zugesagt. Details folgen später. Näheres oder Änderungen werden rechtzeitig online, über die Presse und Aushänge bekanntgegeben.
Auch Termine für weitere Krimi-Lesungen sind in Planung, die Fortsetzung vom „Plausch“ ist in Arbeit.

Neuen Luxus in der Marbach entdeckt

Februar 23rd, 2017

Von Daniel Grosse

Was Luxus mit Daten zu tun hat? Nun, öffentlich sichtbar zu sein, so dass jeder, der das Internet nutzt, auch Details erfährt, die vielleicht gar nicht für jeden Menschen sichtbar sein sollen, ist 2017 im Zuge der Digitalisierung trotzdem Realität. Da tippt jemand bei WhatsApp auf ein Feld und eine schlüpfrige Grafik samt Text können alle Teilnehmer einer Gruppe sehen. Gut? Nein, sicher nicht, aber darum geht es auch weniger. Es geht vielmehr um den Spagat zwischen der gewollten Sichtbarkeit im Netz und der diskreten Zurückhaltung.

Ob das für Marbacher ein Thema ist? Ich versuche, dieses einfach einmal runterzubrechen. Stellen Sie sich vor, Sie wohnen im Birkenweg. Sie leben dort als Privatmensch. Nebenbei sind Sie Freiberufler. Oder Sie arbeiten fest bei einem Arbeitgeber. Nun macht es Sinn, dass Sie sich öffentlich darstellen oder präsentieren, für sich werben oder einfach digital präsent sind. Aber wie wäre es, wenn Sie in einigen Jahren die Verfügungsgewalt über Ihre eigenen Daten und damit das Nicht-Weitergeben Ihrer persönlicher Daten und Umstände und Ihre Nicht-Existenz im Internet als ein Luxusgut erfahren? Vielleicht wäre das vergleichbar mit dem heutigen Luxus, sich mittels Lage und Größe von Wohnumgebung und der Art von Transportmitteln einen gegen Dritte geschützten privaten Lebensraum zu schaffen. Eine denkbare Option?

Cölbe und die Lesung aus dem Krimi Plausch am Ententeich – Kultur bei der WABLage

Februar 13th, 2017

Schön war die Lesung aus meinem Marbach-Krimi „Plausch am Ententeich“, am gestrigen Sonntagmorgen, 12. Februar, in Cölbe bei der WABLage. Ein tolles Publikum! 50 Zuhörer hat der Veranstalter gezählt. Weitere Lesungen in und um Marburg mit dem „Plausch am Ententeich“ folgen. Und auch eine Fortsetzung des PLAUSCHs: das GRAUEN.      Foto: privat

Warum Marbacher und Kölner die gleichen Krimis mögen

Januar 12th, 2017

Birger und Betty sind verliebt – und sie warten bereits auf eine Fortsetzung des Marbach-Krimis.   Illustration: Barbara Grosse

Weil der Regionalkrimi in der Marbach spielt, Marbacher darin die Hauptrolle spielen, und das Unfassbare in meinem Roman alles andere als verspielt daherkommt, passt das folgende Interview, das das Bücherportal/Bücherblog LESERKANONE.DE vor wenigen Tagen mit mir geführt hat, gut in dieses Blog MARBACH DIREKT.

Also: In meinem gleichnamigen Kriminalroman lade ich, Daniel Grosse, zu einem »Plausch am Ententeich« ein. Im Interview mit Leserkanone.de sprach ich jüngst als Autor über mein Buch, dessen Entstehungsgeschichte und eine ungewöhnliche Regel beim Schreiben – und über weitere Buchprojekte sowie eine Lesung im Februar.

– Herr Grosse, im Sommer des abgelaufenen Jahres ist Ihr Roman »Plausch am Ententeich« erschienen. Womöglich hat noch nicht jeder Besucher unserer Webseite Notiz davon genommen, könnten Sie Ihr Buch unseren Lesern deshalb kurz mit eigenen Worten vorstellen?

Gerne. Zwei Marbacher, ein Liebespaar, finden etwas. Am Ententeich. Dieses Etwas ist grausig. Es macht seltsame Dinge und überbringt dabei eine Botschaft. Die beiden jungen Leute haben keine Wahl. Den schrecklichen Fund müssen Birger und Betty unbedingt abliefern. Bei wem und wo, ahnen sie jedoch nur. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt. 72 Stunden verbleiben. Und wenn die jungen Marbacher dieses Ultimatum nicht einhalten, sterben zwei Frauen. Oder gar die zwei Finder des unheimlichen Dings selber? Ein perfides Druckmittel lässt Birger und Betty zusätzlich schaudern.

– Den Lesern welcher anderer Autoren oder welcher anderen Romane würden Sie Ihr Buch ans Herz legen? Haben Sie literarische Vorbilder, oder haben Sie Ihren eigenen Stil auf andere Weise gefunden? Was sind Ihre eigenen Lieblingsbücher?

Lustig, dass Sie diese Fragen gerade jetzt stellen. Zurzeit lese ich den Thriller »Engelskalt« von Samuel Bjørk«. Der Norweger schreibt schnell, liefert häufig kurze Sätze, bringt Geschwindigkeit in seine Geschichte. Halbsätze in schneller Folge. Wer das mag, wird auch Freude an »Plausch am Ententeich« haben. Wer zudem trotz vieler Krimi- und Thriller-Elemente das Komische akzeptiert und sich gerne auf irre Figuren einlässt, liest mein Buch an einem Nachmittag in einem Rutsch, ohne zwischendurch essen oder trinken zu wollen. … Weiterlesen unter

http://www.leserkanone.de/index.php?befehl=autoren&autor=6107&interview=427