Wenn die Ideen sprießen

Juli 25th, 2016

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Oh, wie schön – und noch dazu toll für die Bienen. Und: Wir brauchen unsere Rasenfläche wieder. Diese zwei gegensätzlichen Meinungen waren in den vergangenen Jahren immer wieder zu hören. Scheinbar muss ein Kompromiss her. Ob daher die bunte Blumenwiese vor dem Marbacher Bürgerhaus (im Hintergrund) in der nächsten Saison wohl so aussehen wird, wie auf der Fotomontage im Vordergrund? Christa Stuwe vom Projekt Mitmachgarten und Dr. Astrid Wetzel haben zumindest eine erste Idee geliefert. Ob, wie und wann diese umgesetzt wird, müsse nun die Stadt entscheiden, heißt es. Die Pläne und Vorschläge zur Umgestaltung seien nach der jüngsten Ortsbeiratsitzung weitergeleitet worden. Zu weiteren Ideen für die Bürgerhauswiese und den alten Trampelpfad Richtung Treppe, in Kürze mehr.    Text und Foto: Daniel Grosse

Tolle Knollen, rote Rüben – Eine Marbacherin und ihr leckeres Projekt

Juli 20th, 2016

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In gemütlicher Umgebung einkaufen und nebenbei genießen und plaudern. Eva-Maria Mierisch freut sich auf den Start des Abenteuers Direktvermarktung.    Foto: privat

Von Daniel Grosse

Woher kommen die Lebensmittel, die ich kaufe? Wer produziert sie, und wie? Geschieht das auch tatsächlich in der Region? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Marbacherin Eva-Maria Mierisch seit einigen Monaten. Und schnell fand sie heraus, dass sie nicht nur Antworten auf die eingangs gestellten Fragen sucht, sondern etwas dafür tun muss oder will, damit auch in Marburg regionale Direktvermarktung noch populärer wird.

Ich bin gerade dabei eine Food Assembly in Marburg zu eröffnen“, hat sie kürzlich mitgeteilt. Dabei geht es Eva-Maria Mierisch auch darum, die Bauern aus der Region durch Direktvermarktung zu unterstützen. Dabei sind bereits die Camping Hühner aus Bellnhausen. Die Marbacherin war der Meinung, dass so ein Online Markt in Marburg noch fehlt und dass sie selbst mit zwei Kindern gerne entspannt auf so einem Markt einkaufen möchte. Bei dem sie vorher alles online ausgesucht und bezahlt hat und nun nur noch die Waren abholen muss. Dabei einen Kaffee trinken und dann entspannt ins Wochenende starten kann mit frischen Produkten aus der Region.

Der neue Markt bietet Produkte aus einem Umkreis von bis zu 150 km Entfernung, darunter Obst und Gemüse, Wurst und Fleisch, Säfte, Brot, Käse, Milchprodukte. Hinzu kommen verschiedene Feinkost-Produkte wie Aufstriche, Senf, Essige oder Spirituosen.

Wer Mitglied der Marburger Assembly werden möchte, kann direkt über die Seite online bestellen. Das Motto lautet: Du kaufst was du willst, wann du willst. Und holst es dir freitags zwischen 15-17 Uhr an der Waggonhalle im Rotkehlchen ab. Hersteller und Erzeuger sind vor Ort. Eva-Maria Mierisch auch, und sie freut sich auf einen gemeinsamen Kaffee mit den Interessierten.

Für Marburg ist die Eröffnung der Assembly am 9. September 2016 geplant.

Ort der Übergabe: Im Rotkehlchen an der Waggonhalle. Freitags in der Zeit von 15 bis 17 Uhr.

Wer also das Projekt gut findet, kann sich ab sofort anmelden. Und auch wer jemanden kennt, der ebenfalls daran Interesse haben könnte, sollte diesem Jemand von dem Marburger Projekt und der Homepage erzählen. Das ganze kostet die Mitglieder nichts und man ist auch nicht verpflichtet etwas zu kaufen.

Mindestens 80 Mitglieder müssen bis zum 2. September zusammenkommen, denn dann beginnt der Online Verkauf vorab. Die Übergabe ist dann am 9. September im Rotkehlchen. Vorort finde kein Direktverkauf statt, da könne nur probiert werden, sagt Eva-Maria Mierisch.
Hier geht’s zur Anmeldung.

Hintergrund:

Food Assembly verbindet die Direktvermarktung regionaler Lebensmittel mit der Schaffung lokaler Erzeugermärkte, auf denen sich Bauern, Lebensmittelhandwerk und Kunden begegnen. Die Idee kommt aus Frankreich, wo es bereits über 700 Einkaufsgemeinschaften mit weit über 100.000 Mitgliedern gibt.

Es gibt bereits viele Erzeugermärkte in Berlin, München, Köln und in anderen Städten. Es eröffnen in Kürze viele weitere Märkte, so auch in Marburg.

Food Assembly Deutschland mit Sitz in Berlin ist Mitglied der Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau Berlin-Brandenburg, Unterstützer von Slow Food Deutschland und Mitglied bei UnternehmensGrün / Bundesverband nachhaltiger Unternehmen.

 

Mitgehen, Meckern, Meinung sagen

Juli 11th, 2016

Parteienwerbung, Nein! Nichts liegt mir ferner, als das hier auf diesem Blog jetzt plötzlich zu machen. Aber dieser Ortsspaziergang der SPD Marbach, am Sonntag, 17. Juli, bietet ja vielleicht doch eine Möglichkeit, Anregungen, Wünsche, Sorgen, Nöte, oder was auch immer, denen mitzuteilen, die einen direkten Draht zu den Verantwortlichen im Rathaus, im Parlament und in der Verwaltung haben. „Wir wollen gerne mit den Bürgerinnen und Bürgern über aktuelle Marbacher Themen ins Gespräch kommen, um Anliegen an den Ortsbeirat oder die Stadtverordnetenversammlung weitergeben zu können“, ist zu hören. Anschließend laden die SPD-Ortsspaziergänger zum Grillen auf den Sportplatz ein. Auch Kinder sind natürlich herzlich eingeladen.

Verschiedene Stationen sind wohl vorgesehen. Aber sicher schadet es nicht, die Verantwortlichen vor Ort selber auf wichtige Ziele in der Marbach hinzuweisen. Das können Schandflecken sein, aber auch schöne Plätze. Im Zweifel gilt das Motto: Fragen, Fragen, Anregen.

Wann: Sonntag, 17. Juli, 14 Uhr

Wo: Start ist am Höhenweg 74a (Ecke Kreutzacker)

Abschluss: Grillen am Sportplatz

Mehr sicher auch auf der Facebookseite facebook/SPD Marburgmarbach

Du süßes Ding, herzlichen Glückwunsch zum Siebzigsten!

Juli 5th, 2016

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Drei Dreiecke sind wenig mehr als nichts.    Foto: Daniel Grosse

Obwohl der Sommer auch in der Marbach bislang noch arg verwaschen daherkommt. In Schwimmbädern, an Seen und in Pools ist einer trotzdem sehr präsent: der Bikini. Und heute wird er 70 Jahre alt. Glückwunsch!

Von Daniel Grosse

Und die Bademode dieses Jahr? Anders gefragt: Wie kleiden sich die Frauen 2016 im Wasser, im Jubläumsjahr des Bikinis? Fest steht: Der sexy Zweiteiler hat schon so manchen Eishersteller für atemberaubende Werbeplakate inspiriert. Und: Er hat den Sprung aus dem Kühlregal an den heißen Strand geschafft. Und dort präsentieren ihn Frauen auch heute noch. 70 Jahre nachdem der französische Bademodendesigner Louis Réard sein Model über einen Pariser Laufsteg schreiten ließ, bedeckt mit wenig mehr als nichts: dem Bikini.

Bikini stand bis zu diesem 5. Juli 1946 eher für Zerstörung und Tod. Vier Tage zuvor hatte ein US-amerikanischer B-29-Bomber über dem Bikini-Atoll in der Südsee die erste Atombombe abgeworfen. Die Militärs starteten über den Marshallinseln ihre langjährige Versuchsreihe. Das Wort Bikini war von nun an in den Köpfen der Menschen verankert.

Ebenso wie die Abwürfe, provozierte die neue Mode, die viel weibliche Haut zeigte. 1946 hoben die Sittenwächter jedoch nur mahnend die Finger – anders die Moralapostel im Deutschland der 30er-Jahre: Ein Erlass bestimmte: „Frauen dürfen öffentlich nur baden, falls sie einen Badeanzug tragen, der Brust und Leib an der Vorderseite des Oberkörpers vollständig bedeckt und unter den Armen fest anliegt sowie mit angeschnittenen Beinen und einem Zwickel versehen ist.“

Designer Réard hatte zwar auch 1946 noch immer die Moral gegen sich, die modischen und selbst bestimmten Frauen aber auf seiner Seite. Sie eroberten die Strände in den kommenden Jahrzehnten mit ihren bauchfreien Bikinis.

Mode und Musik verschmolzen, als Caterina Valente 1960 vom „Itsy Bitsy Teenie Weenie Honolulu-Strand-Bikini“ sang. Es war die Zeit der um die Hüften kreisenden Hula-Hoop-Reifen, der ungezwungenen, lustigen Variante des kultischen Tanzes hawaiianischer Eingeborener: dem Hula.

Und es war die Zeit der Fransen und des Twist für so manche junge Frau, die Anfang der 60er-Jahre im Bikini am Strand von Rimini den Sommer genoss. “Im Bikini fielst du noch auf”, lautete das Motto. Es war die Zeit, als Bräune schick wurde. Und die Chemie half dabei. Bräunungscreme war eine Revolution.

Auffallen wollten auch andere, zum Beispiel Ursula Andress als Muscheltaucherin Honey Ryder. Im cremefarbenen Baumwoll-Bikini entstieg sie 1962 dem Meer und faszinierte als Bond-Girl den gleichnamigen Agenten in dem Film „James Bond – 007 jagt Dr. No“. Der Kino-Klassiker gab den Startschuss für zig weitere Filme der Bond-Reihe. Dutzende Male noch sollte Gut gegen Böse kämpfen – und die Frauen sollten vor allem eines: dem Agenten gefallen, ihn sexy gekleidet verführen. Meist mit wenig auf der Haut. Halle Berry tat es wieder, wie damals die Andress. Auch Halle Berry entstieg dem Meer, nass, tropfend, bekleidet mit einem Bikini. Die Schauspielerin war das Bond-Girl in „Stirb an einem anderen Tag“.

Hollywood brachte den Textil-Zweiteiler in die Kinosäle. Modeschöpfer und Designer haben ihn immer wieder verändert. Sie verwendeten Materialien, die sich mit Lycra völlig anders der Haut anschmiegten als einfache Baumwolle. Das war im 20. Jahrhundert. Erfunden hat den Bikini als zweiteiliges Kleidungsstück aber vielleicht doch nicht erst der Designer Réard. Antike Wandmalereien aus dem 4. Jahrhundert nach Christus im sizilianischen Bergstädtchen Piazza Armerina zeigen römische Sportschönheiten mit wenig Stoff auf der Haut. Der eigentliche Beginn der freizügigen Bikini-Mode?

Fest steht: Ab den 60er-Jahren des 20. Jahrhunderts war in der Bademode alles möglich. Der Designer Rudi Gernreich stellte 1964 den busenfreien Einteiler Monokini vor. Mehr Haut zeigten Frauen in einem Nokini mit dem Bekenntnis vom Wenigen zum Nichts. Aus oben ohne wurde nackt. Modisch aktuell ist der Tankini, für die, die sich nicht entscheiden können, ob sie Bikini oder Badeanzug tragen sollen. Der Zweiteiler besteht aus einer Badehose und einem (Spaghetti-)Träger-Shirt. Mit dem Trikini lebt eine Spielart des Bikinis modisch wieder auf, die in den 60er-Jahren nicht mehr als ein Gag war. Bei dem Dreiteiler von damals war jede Brust einzeln von einem Teil ohne Bänder bedeckt. Das ging aber nur mit Klebstoff. Die alltagsuntaugliche Bademode überlebte deshalb nur als Motiv für die Modefotografie. Anders der Trikini neuerer Zeit. Er kombiniert Oberteil mit String und der knappen Hüfthose Hipster.

Und was ist der Trend im Bikini-Design? „Starke Farben, aber auch Schwarz und Weiß, asymmetrische und grafische Muster, ebenso abstrakte sind in. Auch Bikinis mit Perlen, Schnürchen und Fransen könnten wieder kommen“, prognostizierten Designer kurz vor dem 60. Geburtstag des Bikinis vor zehn Jahren.

Heute, 2016: In der aktuellen Werbung ist kein wirklicher Trend erkennbar. Scheinbar ist erlaubt, was gefällt. Stichworte sind klassischer Triangel-Bikini, Bandeau-Bikinis und Modelle mit Balconette-Oberteil sowie sportliche Bikinis mit High-Neck-Oberteilen, den Sport-BHs sehr ähnlich. Aber auch Bikinis mit Volants und Häkeldetails sind angesagt.

Um noch mehr bräunende Sonne an die Haut zu lassen, setzen Hersteller zusätzlich immer häufiger auf so genannte Tan Thru-Produkte aus blickdichter Microfaser. Schutz soll ein in die Badesachen integrierter Lichtschutzfaktor gewährleisten. Die Zukunft? Trotz des Trends zu High-Tech Materialien besetzt durchbräunende Bademode wohl eher eine Nische. Trotzdem könnten Baumwolle und Lycra in der Bikini-Mode wieder kommen. Ein Schritt zurück in die Zeiten von Bond-Girl Ursula Andress? Oder wählt Frau, was ihr gefällt, weil Funktion und Mode vielleicht gar nicht miteinander verknüpfbar sind? Wohl aber Eis und Bademode, kühler Genuss und heiße Bikinis. Eisherstellern sei Dank.

Auch für die Marbach noch keine Entwarnung

Juli 4th, 2016

Von Daniel Grosse

Können Sie etwas zu dem aktuellen Stand der Chlorung des Trinkwassers in Marburg sagen und dazu, wann das Leitungswasser wieder normal benutzt werden kann? Diese Frage habe ich vorhin Verantwortlichen der Wasserversorger und Stadtwerke gestellt.

Daraufhin erklärten die zuständigen Gesundheitsämter und Wasserversorger soeben: “Am heutigen Vormittag haben die beteiligten Gesundheitsämter der Landkreise Marburg-Biedenkopf, Gießen und Lahn-Dill-Kreis mit den Experten der Wasserverteiler in den betroffenen Versorgungsgebieten die über das Wochenende gewonnenen Ergebnisse der intensiven Untersuchungen und der eingeleiteten Maßnahmen bewertet. Im Ergebnis konnte übereinstimmend festgestellt werden, dass über einen von acht Brunnen des Wasserwerkes Wohratales die Verunreinigung eingetragen wurde. Dieser Brunnen wurde unverzüglich am Samstag vom Netz genommen. Die bereits am Freitag eingeleitete Desinfektion mit Chlor wird weiter aufrecht erhalten. Aufgrund des sehr großen und weit verzweigten Rohrnetzes benötigt die Verteilung des gechlorten Wassers je nach Abnahmestruktur mehrere Tage. Eine Aufhebung der Abkochempfehlung kann erst erfolgen, wenn an allen Endsträngen des Rohrnetzes ein ausreichender Chlornachweis geführt ist und unbedenkliche Probenergebnisse vorliegen. Aufgrund der Rohrnetzstruktur ist zu erwarten, dass die Abkochempfehlung dann landkreisweise von Nord nach Süd in Abstimmung mit den jeweiligen Gesundheitsämtern aufgehoben werden kann. Hierüber wird die Öffentlichkeit unverzüglich informiert werden.”
Und wissen Sie etwas davon, dass eine mögliche Verunreinigung des Trinkwassers schon vor Längerem eingetreten sein soll – und dieses bekannt gewesen sein soll? Also schon weit früher als an dem vergangenem Freitag.
“Ergänzend darf ich Ihnen mitteilen, dass am vergangenen Donnerstag (30.06.) ein Verdachtshinweis aufgrund der Routineuntersuchungen im Versorgungsnetz des ZMW einging, der unser umgehendes Tätigwerden veranlasste“, erklärte soeben Karl-Heinz Schäfer, Geschäftsführer des Zweckverbandes Mittelhessische Wasserwerke gegenüber Marbach direkt.

Themen, Themen, Themen…

Juli 4th, 2016

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Nach diversen Korrekturläufen, soll, so der Plan, am Wochenende die Verteilung des Hefts Nummer 60 starten. Mit der Ausgabe Juli 2016 verabschiedet sich die Redaktion der Marbacher Nachrichten in die Sommerpause.    Foto: Daniel Grosse

Laufen für Schüler – Staffeln für den Teamgedanken

Juli 1st, 2016

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Rein in die Laufschuhe, Senkel geschnürt und raus auf die Laufbahn oder die Feldwege!    Foto: privat

Von Daniel Grosse

Im Landkreis gibt es im Herbst wieder zig Volksläufe. Und die meisten der Veranstalter bieten dort auch zusätzlich die kurzen Distanzen an – ob die sich dann Bambinilauf oder Schülerlauf oder sonstwie nennen. Auch Staffelläufe für Jüngere werden angeboten. Eine Idee für Marbacher Grundschüler? Ist es realistisch, dort mal mit einer Gruppe Grundschüler im kommenden Schuljahr mitzulaufen? Vor allem bei den Staffelläufen würde der Teamgedanke sehr stark im Vordergrund stehen. Wie sich dann ein Training gestalten könnte, eventuell von Seiten der Schule unterstützt oder gar geleitet, müsste sich zeigen. In Kürze vielleicht mehr, bei MARBACH DIREKT.

Marbacher Nachrichten in Kürze

Juni 29th, 2016

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Der Waschbär ist ja so süß – und zerstörerisch.      Foto: Rolfes/DJV

Liebe Marbacherinnen und Marbacher,

vom 9. bis 17. Juli ist es endlich soweit: Zeit für die Marbacher Nachrichten. In diesen Tagen werden Sie in Ihren Zeitungsrohren und Briefkästen vieles aus der und und über die Marbach lesen. Geplant haben wir unter anderem diese Themen:

  • Waschbären als putzige Zerstörer
  • Marbacher Ortsbeirat erfindet sich neu
  • Giganten mit Rotoren
  • Neues Dorf am Höhenweg
  • Einkaufen im Stadtteil Marbach
  • LED und kein Ende
  • Umweltzone, und keiner merkt’s
  • Verpasste Chancen beim Feuerwehrspielplatz
  • Der Brandfleck in der Ortsmitte – eventuell ein Thema
  • Tischtennis ganz weit im Norden
  • Marbacher im Kräuterrausch
  • Erster Marbach-Krimi bald als Taschenbuch
  • und so weiter…

Marbacher Nachrichten in Kürze

Juni 14th, 2016

Liebe Marbacherinnen und Marbacher,

in Kürze werden wieder die Marbacher Nachrichten in Ihren Zeitungsrohren und Briefkästen liegen. Nach dem Wechsel der Redaktionsleitung müssen wir uns neu ordnen. Zudem müssen wir zusätzlich den Ortswechsel eines Redaktionsmitgliedes verkraften. Aber der Kollege wird wohl trotzdem weiterhin Beiträge für die Marbacher Nachrichten liefern. Geplante Themen für die aktuelle Ausgabe sind daher bislang:

  • Plausch am Ententeich – der Marbach-Krimi
  • Aktueller Stand zur Bebauung hinter dem Höhenweg
  • Aktueller Stand zu einem tegut-Markt auf dem ehemaligen Gärtnerei-Gelände
  • Aktueller Stand zu den gigantischen Windrädern nahe des Görzhäuser Hofs, zwischen Marbach und Michelbach
  • Die Verkehrssituation in der Emil-von-Behring-Straße hinter der Kita
  • Die neue Saison im Marbacher Kräutergarten auf der Bürgerhauswiese, wo Mitmacher herzlich eingeladen sind
  • Die Geschichte des Feuerwehrspielplatzes in der Brunnenstraße und ein Ausblick
  • Vorstellung des neuen Marbacher Ortsvorstehers – und des Ortsbeirates
  • Reisebericht zur Turnierfahrt der Tischtennisabteilung des TSV Marbach
  • und noch Vieles mehr…

Gruß,

Daniel Grosse

Plausch am Ententeich – Die Hütte

Juni 14th, 2016

Gut, damit steht unter diesem fünfundzwanzigsten Kapitel ein letztes Mal “Fortsetzung folgt”. Denn mit dem Kapitel Z ist in Kürze der hyperlokale Online-Fortsetzungskrimi, Plausch am Ententeich, beendet. Dieses Mal lesen Sie, warum es manchmal scheinbar wichtig ist, innerorts 80 zu fahren, warum die Augen brannten, was sich durch die Marbach schlängelt, wer keine Auskunft erteilt, was Hütten verbergen und was ansonsten Unfassbares auf der Welt geschieht.

Kapitel Y: Die Hütte

Von Daniel Grosse

…Hätte der Zeitungschef gewusst, was soeben in der Marbach geschehen, war, er hätte die Bargeld-Meldung von der Seite gekickt. Aber sie war im Moment nun einmal das beste, was er hatte für die Seite 1. Da klingelte sein Telefon. „Krahlich, Pressestelle Marburger Polizeipräsidium, wir haben ein Problem.“ Eine Minute später hätte der Journalist den PR-Kollegen der Polizei am liebsten gleichzeitig umarmt und erwürgt.

Inzwischen war es später Sonntagnachmittag, 16 Uhr, in vier Stunden würde Harrys Ultimatum ablaufen, wenn der Kopf bis dahin nicht gefunden war und bei Harry wäre. Das war Birger, Betty, dem Gartenmann, dem Zeitungsausträger und auch dem älteren Herrn bewusst – aber egal. „Was kümmert uns das jetzt noch?“, fragte jemand von ihnen in die Runde. Betty kniete neben der schönen Polizistin und hielt sie fest im Arm, blinzelte Birger dabei zu. Der verstand nichts. Oder doch? Betty und Frauen?, überlegte Birger. Das klären wir später. Die Kommissarin war noch immer ganz benommen, hatte aber schnell ihre Dienststelle angerufen. Der Pressemann dort reagierte, woraufhin kurz darauf das Telefon des Redaktionsleiters geklingelt und dieser von der Sache in der Frisörakademie erfahren hatte. Allerdings hatte die Polizei keineswegs ein Interesse daran, dass ein Journalist schnelles und gutes Futter für seine Zeitungsseiten bekommen sollte. Das Interesse ging in eine ganz andere Richtung. Die kleine Vermisstenmeldung kürzlich in der Zeitung, war der Anlass. Biene und Bella wurden darin beschrieben, es hieß, sie seien vermisst. Um Hinweise war gebeten worden.

Und deshalb kam nun auch einige Minuten später der Redaktionsleiter gemeinsam mit dem Polizeisprecher Krahlich in einem alten Porsche 911 den Marbacher Weg herauf gerast. „50 bitte, der Herr.“ Doch der Journalist kümmerte sich nicht um den Regel-hörigen Krahlich neben ihm. 80 zeigte die Tachonadel, als die beiden am Abzweig zum Köhlersgrund vorbei fuhren. „Das klären wir später“, sagte der Polizeisprecher streng, drehte den Kopf zur Seite und grinste. Schließlich wusste er, wie sehr sich der Journalist nach jedem Signal der Kommissarin sehnte. Jedes kleine Zeichen, das andeutete: „Ja, mit uns zwei könnte es etwas werden“, war ein Fest für den Zeitungsmann. Er begehrte diese Polizistin. Und nun war sie verletzt, wie schlimm, wussten weder der Polizeisprecher noch der Journalist. Beide mussten schnell zu ihr.

Vor dem Frisörsalon stand bereits ein Notarztwagen. Ein Flatterband sperrte die Frisörakademie weiträumig ab. Neugierige reckten die Hälse. Die Marbacher Feuerwehr hatte erst vorhin einen gemeinsamen Ausflug mit dem örtlichen Männergesangverein unternommen. So kam es, dass auch zwei Feuerwehrfahrzeuge unweit des Tatorts parkten. Schnell wuchs die Zahl der Neugierigen an. „Was ist los?“, rief jemand dem Gartenmann zu, der vor der Akademie kurz frische Luft schnappen musste. „Frag die Polizei“, erwiderte der. „Aber du bist doch vor Ort. Also, was ist passiert?“ Langsam wurde der Marbacher Ortsvorsteher unruhig. Kannte er doch den Gartenmann schon so viele Jahre und nun stellte der sich so bockig an. Noch nicht mal diese kleine Auskunft. Missmutig stellte sich der Ortsvorsteher zu den anderen in die Menge.

„Wie geht es Ihnen? Was haben Sie gesehen? Was ist geschehen?“ Wie die Kommissarin, war auch der Polizeisprecher ein Profi. Die Fragen durften sachlich sein. Anteilnahme kam später. Jetzt ging es um schnelle Ermittlungsergebnisse. Auch der Redaktionsleiter war dazu gekommen. Sanft, fast schon beiläufig, küsste er die Polizistin auf die Wange. Sie schaute ihn an, lächelte. „Du bist lieb, aber jetzt zur Sache“, sagte die Kommissarin und berichtete präzise, was geschehen war. Birger und Betty, die die Zärtlichkeiten zwischen den beiden sehr wohl bemerkt hatten, hörten der Kommissarin zu. Der ältere Herr mit seinen Pressefoto-Erfahrungen vom WM-Jahr 1982 und der Redaktionsleiter nickten sich zu. Sie kannten sich schon seit Jahrzehnten. Auch den Zeitungsausträger hatte der Zeitungschef erkannt. In der Kantine des Zeitungshauses war er ihm häufiger aufgefallen, so schüchtern und klein wie er war. Wohl gerade deshalb.

Diese paar Haare, dort am Tatort, mussten dieser Biene gehören. Der dicke Mann, der der Kommissarin eine halbe Dose Reizgas in die Augen gesprüht hatte, war ganz sicher Harry. Also der, der unbedingt diesen Frisierschädel brauchte. Alles schien so klar und einfach zu sein. Zudem zog sich auch noch eine lange Blutspur durch den Flur der Frisörakademie. Also gab es für die Spurensicherung und ihre Kollegen von der Medizinerfront massenweise Material. Fast schon wie eine Schnitzeljagd, dachte Birger. Da müssten sie diesen Harry doch leicht finden können.

„Ihr habt uns doch damals diese Meldung geschickt, dass zwei Frauen, die eine mit roten Haarbüscheln und die andere mit einem Po-langen schwarzen Zopf, von der Frisöakademie vermisst wurden, oder“, fragte die Kommissarin den Redaktionsleiter wieder ganz sachlich. „Ja, nach dem Anruf eures Herrn Krahlich habe ich schnell die Unterlagen geholt und die Datei aus der Anzeigenabteilung ausgedruckt.“ Die Anzeige war damals nicht per Mail, per Internet oder telefonisch bei der Marburger Tageszeitung eingegangen – sondern persönlich überbracht worden. „Ja, das ist schon ungewöhnlich, kommt aber vor in kleineren Städten wie Marburg.“ Der Journalist grinste. „Und wisst ihr, wie die beiden Personen aussahen, die die Vermisstenmeldung bei uns in der Anzeigenabteilung abgegeben hatten?“ Diese Besonderheit war das erste, was ihm seine Kollegin im Zeitungshaus vorhin noch zugerufen hatte, diese komische Randnotiz. „Die eine hatte rote Haarbüschel auf dem Kopf und die andere einen sehr, sehr langen Zopf.“ Wow, das wird doch noch eine Geschichte, freute sich der Journalist, während er das den anderen berichtete. Denn so sehr er auch das Vertrauensverhältnis zur Poizei schätzte und diese unglaubliche Ermittlerin liebte, war er doch auf seinem Gebiet zu sehr Profi, als dass er das nicht verarbeiten würde. Noch nicht morgen, aber vielleicht übermorgen würde das sein Aufmacher auf der Seite 1.

„Und welche Namen hatten die beiden“, wollte die Kommissarin wissen, „mit welchen Namen haben sie die Suchanzeige unterzeichnet?“ Tine und Stella Berger. Irgendwas stimmte nicht. Allen war das klar. Und das war mehr als dieses Ähnlichkeit der Personen und die ähnlich klingenden Namen der Frauen. Biene und Bella, Tine und Stella. Rote Haare, schwarzer Zopf. Harry. Den galt es zu finden.

Aus dem Hinterausgang der Frisörakademie trat ein ganzer Pulk an Menschen heraus. Zum Glück hatten die Kollegen von der Spurensicherung und die Mediziner nichts dagegen, dass sie der Blutspur folgten. Die Spur war breit, verwertbares Material in Massen. Die Kommissarin ging vorne weg, dahinter der Polizeisprecher, zwei weitere Beamte, und in einigem Abstand folgten der Redaktionsleiter, zudem Betty, Birger und die drei Marbacher, die inzwischen schon so etwas,wie ihre Freunde geworden waren. Das Du war längst selbstverständlich.

Das Grüppchen ging durch mehrere Gärten, stieg über drei Zäune, immer noch schlängelte sich die Blutspur durch die schöne Marbacher Natur. Die Kommissarin hatte dem brutalen Mann in den Oberschenkel getroffen. Dem starken Blutverlust nach zu urteilen, war das Projektil scheinbar in ein Gefäß eingedrungen mit lebenswichtiger Funktion. Ob dieser Mann überhaupt noch lebte?, fragte sich die Polizistin und stand plötzlich vor einem – nein, ein Haus war das nicht, eher eine Hütte. Sie kannte sich in der Marbach zwar nicht sehr gut aus, aber irgendwo in der Nähe der Brunnenstraße mussten sie wohl sein. Die Turmglocken der Markuskirche läuteten. 17 Uhr.

Von drinnen drang Geschirrgeklapper durch die Fenster. Eines stand offen. Ein Radio war wohl eingeschaltet, der Nachrichtensprecher machte seinen Job: „Es ist die bisher schlimmste Bluttat eines Todesschützen in der US-Geschichte: In dem Nachtklub Pulse hat ein Mann in der Nacht zu Sonntag Dutzende Menschen als Geiseln genommen und erschossen. 50 Gäste seien gestorben, sagte Orlandos Bürgermeister. Zudem seien 53 Menschen verletzt worden, von denen viele noch in Lebensgefahr schwebten. Der Angreifer wurde von der Polizei getötet.“ Der Nachrichtensprecher fasste mit diesen Worten nochmals zusammen, was bereits den ganzen Tag durch die Medien ging und so unfassbar schien.

Alle hatten einen Kloß im Hals nach dieser Meldung, aber die Polizisten und der Journalist waren Profis genug, so dass sie gleich wieder innerlich umschalteten und auch hier in der Marbach mit dem Schlimmsten rechneten: mit einem schwer bewaffneten, schwer verletzten brutalen Mann, der nichts mehr zu verlieren hatte – außer diesen Frisierkopf vielleicht. Dann ging alles ganz schnell. Die einfache Holztür zerbarst, die Polizisten stürmten in die Hütte, in der Küche schrie eine Frau. Und in einem großen roten Sessel saß ein Mann mit dickem Bauch und Glatze, Hausschuhen an den Füßen, sein Vollbart war seltsam weiß verschmiert. Weit aufgerissene Augen starrten die eben Hereingestürmten an. In dem Mund des Mannes steckte etwas. Es war weiß und stank. Der Mann war nicht verwundet.

…Fortsetzung folgt.