Köpfe mit Aussagen zur Situation in der Marbach

Oktober 24th, 2018

Die Auswahl ist gut, die Idee der Blattmacher auch. Inspiration zur Landtagswahl gibt es in der aktuellen Ausgabe der Marbacher Nachrichten, Oktober 2018.   Foto/Repro: Daniel Grosse  /  Quelle: Marbacher Nachrichten, 10/18

Von Daniel Grosse

„Wir befragen die Kandidatinnen und Kandidaten“, steht zu Beginn des Beitrags in den Marbacher Nachrichten. Was dann folgt sind fixe Fragen an Dirk Bamberger (CDU), Angela Dorn (Bündnis 90/Die Grünen), Lisa Freitag (FDP/MBL Fraktion), Eric Markert, (AfD), Handan Özgüven (SPD) und Jan Schalauske (Die Linke).

Näheres zu den Antworten nachfolgend:

      

Fotos/Repro: Daniel Grosse     Quelle: Marbacher Nachrichten, Ausgabe Oktober 2018

 

 

 

Vor der Wahl einer Partei ist vor der Orange – Nur wer sie schält, erfährt, ob sie schmeckt

Oktober 24th, 2018

Verkehr umgibt uns täglich, die Themen dazu sind auch Schwerpunkte mancher Parteien.    Foto: Daniel Grosse

Kreuzchen machen, heißt es am kommenden Sonntag, dem hessischen Wahlsonntag. Marbach direkt stellt plakativ nochmal kurz die Inhalte, den Kern der Parteien vor. So zumindest lautet der Plan, wenn ich diesen Vorspann schreibe. Für die Inhalte des Folgenden sind ausschließlich die Parteien verantwortlich. Was das mit der Marbach zu tun hat? Das werden wir in den kommenden Jahren sehen. Spätestens dann, wenn Wahlversprechen auch in unserem Stadtteil einzulösen sind. Ob die Frucht Orange dann auch genießbar ist, muss sich zudem noch zeigen.

von Daniel Grosse

Grüne Marburg-Biedenkopf

„Die Zukunft ist GRÜN“. Dort heißt es am Anfang: „Uns eint, uns verbindet ein Kreis von Grundwerten, nicht eine Ideologie. Wir haben als Partei von Grundwerten linke Traditionen aufgenommen, wertkonservative und auch solche des Rechtsstaatsliberalismus. Unsere Grundposition heißt: Wir verbinden Ökologie, Selbstbestimmung, erweiterte Gerechtigkeit und lebendige Demokratie. Mit gleicher Intensität treten wir ein für Gewaltfreiheit und Menschenrechte.“

SPD Marburg

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CDU Marburg

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Die Piraten

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Andere

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Dafür, dass Menschen – insbesondere als Wähler – gerne schnell erfahren möchten, für was jemand und eine Partei steht, was seine und ihre Ziele sind, wie es um die Haltung steht, war die schnelle Suche auf den Internetseiten der jeweiligen Parteien, die auch in Marburg antreten, sehr enttäuschend. Einzig die Marburger Grünen schaffen es zumindest, in wenigen Zeilen eine Grundaussage zu liefern. Auch wenn sie sich dort auf ihre Mutterpartei beziehen. Wer also Details erfahren möchte, dazu, wofür die Parteien jeweils stehen, kommt nicht daran vorbei, sich die Internet-Auftritte genauer anzuschauen. Arbeitskreise, Inhaltliches und Ansprechpartner erleichtern die weitere Recherche. Wer die Orange essen möchte, muss sie zunächst schälen.

Also: Am Sonntag Kreuzchen machen! Aber mit Sinn und Verstand! Deshalb vorher lesen und mit den Verantwortlichen sprechen!

Übernahme der Tochter: Jetzt fließen die Milliarden

Mai 9th, 2018

Wirklich wahr?

Von Daniel Grosse

Heute Morgen um 10.30 Uhr las Gerwin Gehlhaar, dass Gigantisches im Telekommunikationsmarkt in Bewegung sei: Vodafone übernimmt eine riesige Tochterfirma. Schnell formulierte der 45-Jährige ein Schreiben an das Amtsgericht Wanne-Eickel, mit der Überschrift: Eilt! Und weiter heißt es dort: „Aufgrund des Prätsedentzzzfalles ‚Übernahme der Tochter durch eine Mutter‘ beantrage ich, Gerwin Gehlhaar, dass meine Tochter Amanda Gehlhaar, 18, ab sofort von unserem Nachbarn Eberhard Braunschwicker, 24, übernommen werden darf. Ich bitte das Gericht, eine Ausnahme zu machen, weil der Käufer ja ein Vater ist.“ Das Amtsgericht Wanne-Eickel erklärte sich einverstanden.

Woher Eberhard Braunschwicker, der bei Redaktionsschluss noch nichts von dem gerichtlichen Eilantrag wusste, die Milliarden für Gerwin Gehlhaar holen soll, ist nicht bekannt. Auch Amanda, die Tochter, war zum Zeitpunkt der Pressemeldung noch in der Schule. Klassenkameraden, so heißt es, hätten allerdings bei Instagram bereits Fotomontagen gepostet, die Amanda Gehlhaar am Ballermann mit 18 1-Meter-langen Strohhalmen abbilden.

Digital-Kongress re:publica 2019 in Berlin: Smartphones und Tablets unerwünscht

Mai 3rd, 2018

Wirklich wahr?

Von Daniel Grosse

„Das kann ja wohl nicht wahr sein. Wir und die Kolleginnen und Kollegen stehen hier vorne auf dem Podium oder referieren in einem der 287 Räume vor erwachsenen Menschen und die haben nichts besseres zu tun als ständig auf ihre Smartphones, Tablets oder Notebooks zu schauen!“ Organisator Markus Beckedahl ist sauer. Als Netzpolitikbeobachter, Journalist und Aktivist hat er vor mehr als zehn Jahren die re:publica mitbegründet. Seit gestern toben sich dort in Berlin 10.000 Netz-affine Menschen aus. Und jetzt das.

Tatsächlich hören die Besucher nicht zu. Sie schauen auf ihre Geräte, statt dem Vortragenden zustimmend zu folgen. So beschreiben es dutzende Korrespondenten, die derzeit von der re:publica 2018 aus Berlin berichten. Auch sie können es nicht fassen, wie ignorant diese Menschen sein müssen. Dabei gehe es doch gerade um deren Themen. „In der Schule würden diese jungen Leute sofort einen Eintrag ins Klassenbuch bekommen“, sagt Sandra Scheeres. Als oberste Bildungshüterin Berlins hat die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie sie zur re:publica entsandt.

Schon längst ist die Kritik bei der gesamten Organisationsspitze rund um Markus Beckedahl angekommen. Immerhin könne es nicht sein, dass sich tausende Besucher – die immerhin zur digitalen Elite Europas gehören – anmelden und dann so tun als würde sie das alles nicht interessieren, so Beckedahl. Deshalb fordert der Digital-Chef der re:publica alle Mitstreiter dazu auf, spätestens für die Ausgabe 2019 der Internet-Konferenz ein striktes Verbot einzuführen. Smartphones, Notebooks und Tablets sind dann tabu. Stattdessen erhalten die Teilnehmer der digitalen Zusammenkunft je einen Kugelschreiber, Bleistift und ein von Elon Musk signiertes Notizbuch. Sofern sein selbstfliegendes Flugzeug im Frühjahr 2019 den Weg nach Berlin findet und Musk rechtzeitig zur Signierstunde befördert.

Spendenläuferin unterschätzt: Dreijährige aber unter Dopingverdacht

April 27th, 2018

Wirklich wahr?

Von Daniel Grosse

Elsbeth Dümp ist fassungslos. Weil ihre Enkeltochter einfach nicht aufhören wollte, auf dem Sportplatz in der Marbach ihre Runden zu drehen, stand die Siebzigjährige zunächst vor einem echten Problem. Mit einem harmlosen Formular hatte das spätere Drama begonnen. Ein Sportverein hatte über den Kindergarten die Drei- bis Sechsjährigen dazu aufgerufen, Runden zu laufen. Pro Runde 100 Euro. Für Elsbeth Dümp eine gute Idee. Sie kreuzte alles an, teilte sogar ihre Bankverbindung mit, drei Wochen später dann der Schock: der Verein hatte 10.000 Euro abgebucht. „100 Runden, welch ein Wahnsinn! Meine Enkeltochter ist drei. Ich hatte mit maximal eineinhalb Runden gerechnet. Das hätte ich noch bezahlen können. Aber das?!“, sagte sie, nachdem sie ihren Kontoauszug erhalten hatte.

Schnell hieß es, wie das sein könne, dass ein so junges Mädchen derlei Leistungen vollbringt. Das Wort Doping war zu hören. Die Großmutter hatte Glück, denn nach dem Rennen hatte die Kleine einen Strohhalm benutzt, den eine Freundin einsteckte, „weil er so schön grün war“, wie sie sagte. Diesen Strohhalm nahmen dann Experten des Deutschen Leichtathletik-Verbandes an sich, untersuchten ihn – und tatsächlich: die Dreijährige hatte gedopt.

Vier Wochen nach dem Rennen stand das Ergebnis der Analyse fest: Center Schock-Kaugummis und Bionade. Warum die Kleine eine derartig hohe Konzentration dieser, bei Kindern so beliebten Produkte, in ihrem Blut hatte, konnten auch die Eltern nicht beantworten.“In jedem Fall werden wir fortan bei Kindergeburtstagen unserer Tochter einen Zettel mitgeben, auf dem wir bitten, unserer Tochter diese Dinge nur in Maßen zu geben“, sagte die Mutter

Die dreijährige Enkeltochter von Elsbeth Dümp wurde lebenslang für sämtliche Spendenläufe gesperrt.

Entschuldigung, aber es geht um das bedauernswerte dumme Ar***loch

April 23rd, 2018

Wirklich wahr?

Von Daniel Grosse

„Erlauben Sie mir die Feststellung, dass Sie einfach ein bedauernswertes dummes Arschloch sind.“ – „Derartige Äußerungen“, so ist von Anwaltsseite zu lesen, „pfeffern sich im persönlichen Streit befindliche Anwälte um die Ohren. “ Nun musste der Bundesgerichtshof (BGH) entscheiden, ob der Kläger als tituliertes „bedauernswertes dummes Arschloch“ Ansprüche auf Unterlassung und Geldentschädigung geltend machen kann. Es ging hin und her in dem Rechtstreit, gekämpft wurde mit harten Bandagen – verbal. Und das ist wahr. Nachzulesen im Urteil des BGH vom 14. November 2017, Aktenzeichen VI ZR 534/15.

„Unerträglich“, findet Jus Dillon-Wurst. Der Senior-Partner der Großkanzlei „Cornwall and more“ ist am Boden zerstört. Er schäme sich, wie er sagt, für seine Berufskollegen. Früher, als er ein junger Jurist war, hätten sich seine Kollegen noch duelliert, sie wären abends in die Kneipe gegangen, um zu wetten, wer nach so und so vielen Schnäpsen schneller vom Keipenhocker fällt. Und nicht selten krachten Fäuste auf Nasenbeine. Dillon-Wurst erklärt im Interview die Hintergründe.

Herr Dillon-Wurst, was passt Ihnen nicht an diesen verbalen Attacken?

Jus Dillon-Wurst: Die heutigen Kollegen, vor allem die jungen, sind einfach peinlich.

Das ist zu pauschal.

JDW: Sie wollen es mal wieder genau wissen, oder? Na gut. Das sind Weicheier. Schreien kann jeder, argumentieren auch, wenn er halbwegs klar im Kopf ist. Aber seinen Mann stehen, wenn er es muss, das ist eine Kunst.

Eine, die Sie damals beherrscht haben?

JDW: Sie Schleimer. Aber ja, ich konnte tatsächlich austeilen. Nicht selten trafen wir uns als junge Anwälte abends im Stadtpark. Wir waren Gegner, weil unsere Mandanten Gegner waren.

Sie benutzten Waffen?

JDW: Naürlich! Die zwei, die Sie auch haben: Fäuste.

Wie primitiv.

JDW: Sie Weichei! Glauben Sie wirklich, Fäuste seien nur dafür da, um sie im Winter in Handschuhe zu stecken? Mitnichten. Die können sie sogar argumentativ einsetzen. Und das beste Argument sitzt noch immer an derselben Stelle wie das Nasenbein.

Sind Sie nun Mediziner oder Jurist?

JDW: Sie sind ein hoffnungsloser Fall. Kommen Sie heute Abend in den Stadtpark. Dort zeige ich Ihnen, wo Ihr Nasenbein sitzt. Und danach sagen Sie mir, wer recht hat.

Darf ich auch ein Kamerateam und eine Reporterin aus der Redaktion mitbringen?

JDW: Bringen Sie mit, wen Sie möchten, aber unbedingt einen Verbandskasten.

Mit Unterschriften gegen Pläne am Oberen Rotenberg

April 23rd, 2018

Von Daniel Grosse

Das Baugebiet auf den Wiesen am Oberen Rotenberg/Höhenweg in Marburg-Marbach ist zwar noch lange keines. Aber immer wieder ist bereits jetzt zu lesen, dass sich Menschen gegen Überlegungen, dort eventuell in großem Stil zu bauen, wehren. Für heute Vormittag (Montag), 11 Uhr, hat zum Beispiel die so genannte „Initiative Marbacher Nachbarn“ angekündigt, der Stadtverordnetenvorsteherin Marianne Wölk (SPD) eine Unterschriftensammlung zu überreichen. Mehr als 400 Unterschriften habe sie gegen eine eventuelle Bebauuung gesammelt, teilt die Initiative mit.

Zugrunde liegt ein Memo mit folgendem Wortlaut:

„Keine Bebauung von Oberem Rotenberg und Marbacher Wiesen !….Bau eines Gewerbegebietes und Wohnbebauung am Oberen Rotenberg und „Engelsberg“ (Marbacher Wiesen) gefährden ein wichtiges Naherholungsgebiet und einen Bereich mit erheblicher klimatischer Bedeutung für ganz Marburg.
Welche Folgen hat das für Natur und Klima?
• Freie Flächen am Stadtrand sind eine wichtige Frischluftschneise für ganz Marburg. Zubauen dieser Flächen kann die Luftqualität weiter Teile der Stadt verschlechtern. Aktuelle Daten/Klimamessungen sind notwendig im Bereich Marburger Rücken zwischen Marbach-Engelsberg und Ockershausen-Hasenkopf zur Kaltluftentstehung über den Höhenflächen und Kaltluftzufuhr in die tiefer gelegenen Bebauungs- und Stadtlagen. Gibt es aktuelle Klimafunktionskarten der Stadt (nicht nur Daten aus Investoren-Gutachten)?
• Verpflichtung zur Luftreinhaltung der Städte: eine Verringerung/Veränderung der Frischluftzufuhr in die Tallagen der Stadt kann zur Nichteinhaltung von Schadstoffgrenzwerten führen. Welche Folgen hat das für den Marburger Straßenverkehr? Welche Untersuchungen gibt es, um die zur Einhaltung der Schadstoffgrenzen zu gewährleisten? Ginge es um drohende Fahrverbote hat die Stadt die Nachweispflicht, entsprechende Vorsorge getroffen zu haben.
• Zahlreiche geschützte Arten in diesem Bereich: Amphibien (Erdkröten, Molche; Schutzgebiet Erdkröten weniger als 100 m entfernt: Köhlersgrund/ Dammelsberg); Vögel wie Graureiher, Wiedehopf, Eulen, Kauze, Greifvögel, Schwalben, Feldlerchen, Zaunkönig, Zugvögel wie Wildgänse und Kraniche.
• Der Engelsberg ist ein Wasserpuffer bei starkem Regen ! Versiegelung großer, hoch gelegener Flächen führen zu erheblicher Zunahme der Wassermengen, die den Stadtteil Marbach belasten mit Folgen für Straßen, Wasserleitsysteme und ggf. auch Wohnbebauung. Zu erwarten sind erhebliche finanzielle Belastungen für die Bewohner weiter Teile der Marbach. Die Folgekosten müssten einzig von den Investoren getragen werden ! Die angedachten Zisternen sind nicht ausreichend.
• Erhebliches Verkehrsaufkommen – PKW und LKW – auf dafür nicht geeigneten Straßen mitten durch den Ortsteil Marbach, entlang Naturschutzgebieten („Im Köhlersgrund“), über „Rotenberg“ oder „Hohe Leuchte“. Es gibt derzeit keine LKW-geeignete Zufahrt, außer, wie vom Bauamt vorgeschlagen, ein weiter (Um-)Weg über die Lahntal-Landstraße und Neubaugebiet Wehrshausen.
• Verkehrszunahme auch in der ohnehin überlasteten nördlichen Marburger Innenstadt (schon seit Jahren kilometerlanger Stau bis Marbach zur Rush hour).
• Ist geklärt, ob es Weltkriegsminen in dem Bereich gibt ? (ähnliches Projekt in Gossfelden musste wegen Kosten der Minenräumung aufgegeben werden)
• Bau eines Einkaufszentrum mit ca. 2000 qm nach §11 Baunutzungsverordnung (Sondergebiet für Einkaufszentren und großflächigen Einzelhandel) widerspricht dem Regionalplan Mittelhessen (hier nur Wohnfläche vorgesehen). Zulässige Verkaufsflächen am Stadtrand max. 800 qm, bei Sondergenehmigung höchstens 1200 qm Gesamtfläche.
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• Planungen für Bauleitplanverfahren des Einkaufszentrums (tegut) stammen
unmittelbar von der Werner Group. Bisher keine unabhängigen Prüfungen und
Gutachten der Stadt (wie von Bauamt bei Ortsbeirat Marbach angekündigt).
• Einkaufszentrum ist nicht im Gewerbeentwicklungskonzept Marburg 2017
vorhanden: Ist die Planung zum tegut-Einkaufszentrum mit dem Marburger
Gesamtkonzept abgestimmt? Kann die Bedarfsplanung stimmen, wenn nicht im
GEK integriert?
• Verlagerung der Einkaufszentren an den Stadtrand widerspricht sowohl Vorgaben
im Regionalplan MH als auch aktuellen Vorgaben der Bundesregierung.
• Keine Zersiedelung und „Gewerbekomplexierung“ des Umlands bei Leerstand
von Gewerbe und teuren Immobilien in den Innenstädten (auch in Marbach und
Umfeld Rotenberg stehen Immobilien leer aufgrund hoher Preise).
• Ausreichende Einkaufsflächen für Marbach und Wehrshausen vorhanden:
Ketzerbach (u.a. tegut; auch nicht weiter als Oberer Rotenberg für die meisten
Marbacher und besserer ÖPNV-Anschluss) sowie in PKW-Entfernung zahlreiche
Märkte in Stadt Marburg, Sterzhausen, Wehrda, Cappel. Ein Vorranggelände für
den Bau eines Supermarktes am oberen Höhenweg wurde vor wenigen Jahren als
„nicht benötigt“ aufgegeben, hier sind jetzt Mehrfamilienhäuser. Damals waren
bereits Planungen zu Erweiterungsfläche „Engelsberg“ für Regionalplan
Mittelhessen den Akteuren bekannt. Jetzt plötzlich Bedarf?
• Voten der Ortsbeiräte Marbach und Wehrshausen für Supermarkt basierten auf
falschen Informationen bezüglich der Ausweisung des Gebietes (nach Auskunft
des Ortsbeirats Marbach). Die Voten der Ortsbeiräte sollten daher wiederholt
werden, insbesondere nach sorgfältiger Recherche und Darlegung der
Folgekosten für die Bürger der Stadtteile bei Erschließung des Geländes.
• Unzulässige Vorgänge wie Reservierungen/ Vorverträge für Baugebiete Flurstück
Engelsberg durch Investoren noch vor Beginn des Gesamtverfahrens – dies führt
zu Vorfestlegungen und Druck auf die Entscheidungsträger.
Wo sind Transparenz und Bürgerbeteiligung der Stadt? Bisher sind für den Oberen
Rotenberg nur die gesetzlich vorgeschriebenen Formen der Bürgerbeteiligung
angekündigt worden, also keine darüber hinausgehende Beteiligung von Anwohnern
und interessierten Bürgern zu diesem Vorhaben. …“

Unglaublich: Hans W. findet nach 73 Jahren sein Furzkissen wieder

April 20th, 2018

Wirklich wahr?

Von Daniel Grosse

Mitten im Bombenhagel, kurz vor Kriegsende, hatte ihn ein Freund im Streit mit diesem harmlosen Spielzeug beworfen. Hans W. stolperte und das Furzkissen flog unbemerkt in ein tiefes Loch, das Hans‘ Vater an diesem Tag für das Fundament eines Frühbeets ausgehoben hatte.

Jahrzehnte später wollte Hans W. nun an derselben Stelle, in Kirchentellinsfurt, für seinen verstorbenen Schäferhund, einen Grabstein in der Erde verankern, als er das vermisste Furzkissen entdeckte – es aber weder mit dem Spaten berührte noch anfasste. Wegen „der unabsehbaren Folgen und gefährlicher Gasentwicklung nach extremer temporärer Verweildauer“, riet die örtliche Ordnungsbehörde von einem weiteren unfachmännischen Graben ab. Stattdessen rückten kurze Zeit später Experten eines Entschärfungsteams an, nachdem der Garten von Hans W. weiträumig abgesperrt und evakuiert worden war.

Nach zwei Stunden gaben die Spezial-Arbeiter auf und schickten einen Roboter des Spielzeuggiganten Matell an den Fundort. Es gab einen unglaublichen Knall. Zwischen den Greifarmen des Räum-Roboters platzte das Furzkissen.

„Ein Drama!“, kommentierte erst Stunden später der noch sichtlich benommene Einsatzleiter den schrecklichen Ausgang. Auch Matell erklärte in einer Pressemitteilung: „Wir haben von Anfang für unsere Produkte eine Haltbarkeit von 100 Jahren garantiert. Vor allem für die Furzkissen der frühen Jahre galt und gilt dieses Garantieversprechen. Dass eines dieser Spielgeräte nun bereits im achten Jahrzehnt nach seiner Herstellung, tief vergraben unter tonnenschwerer, feuchter Erde und Geröll, seine Funktion aufgibt, ist unverzeihlich. Wir leisten selbstverständlich Ersatz.“

Endlich als Brettspiel im Laden: Familienspaß mit Zugriff

April 19th, 2018

Wirklich wahr?

Von Daniel Grosse

Mit dem neuen Spiel „Zugriff“ ist endlich wieder ein Brettspiel für die ganze Familie auf dem Markt. Es ist schnell, unbarmherzig und wahnsinnig witzig. So jedenfalls heißt es in der Werbung für „Zugriff“. Vorgestellt hat es ein Erfinder, dem man das gar nicht zugetraut hätte, schließlich ist der Top-Jurist in seinem Hauptjob mit ganz anderen Dingen beschäftigt. „Aber in den vergangenen Jahren konnte ich durch die massive mediale Berichterstattung so viel über das Vorgehen bei einer Razzia lernen, und in welchen Branchen sie sich am ehesten lohnt, dass mir morgens die Idee kam: Das kann man doch auch spielen, am besten mit der ganzen Familie“, sagt Spiele-Erfinder Jus Dillon-Wurst.

Und das tolle ist, bei „Zugriff“ muss kein Spieler nur langweilig am Wohnzimmertisch sitzen, die Spieler schwärmen aus. Sobald jemand vier Ereigniskarten einer Branche gesammelt hat, stürmt er los. Ab da läuft die Zeit. 15 Minuten verbleiben, bis erste Ergebnisse den Mitspielern präsentiert werden müssen. Das kann eine Akte aus einem Büro des Durchsuchten sein, eine Kassenrolle oder auch ein Firmenchef persönlich. Ob das denn nicht kriminell sei und Familien in die Illegalität treibe, wird Spiele-Erfinder Jus Dillon-Wurst häufig gefragt: „Natürlich ist es das. Aber glauben Sie ernsthaft, dass Sie heute noch Familien für ein Brettspiel begeistern, bei dem zum Beispiel gelbe oder rote Holzfiguren möglichst schnell auf passende Farbfelder gelangen müssen?“

Nun wird der Markt entscheiden, ob „Zugriff“ einschlägt. Aber bei den Ereigniskarten müsste das gelingen: Autoindustrie, Gastronomie, Einzelhandel aller Art.

Kinovorführer brutal geweckt – nach 35 Jahren

April 18th, 2018

Wirklich wahr?

Von Daniel Grosse

BL drehte sich in seinem Bett gerade von links nach rechts, als er das Gejohle hörte. BL ist die Abkürzung für einen Mann, der in Hinterindien als letzter seiner Zunft noch im aktiven Dienst ist. Zumindest im Bereitschaftsdienst. Es war 8 Uhr abends. „Die Meute rief: `Lasst uns rein!`“, berichtet BL. Er schaute auf seinen Kalender. Dort stand 18. April 2018. Das letzte Mal hatte der Kinovorführer dieses Spektakel vor 35 Jahren erlebt. Und nun war er der Einzige im ganzen Land mit Vorführerlaubnis. Nach so langer Zeit durfte BL endlich wieder seine Kinotüre öffnen.

Innerhalb weniger Minuten musste BL sich für einen Film entscheiden. Nur drei Filme hatten die Jahrzehnte unbeschadet überlebt: Vom Winde verweht, Zurück in die Zukunft 1, Robocop. BL schwitzte, denn wenn das nun schief ging – weitere 35 Jahre würde er nicht überleben. Immerhin wäre er dann über 90.

Zehn Minuten später wusste BL, dass seine Entscheidung richtig war. Er schaute den riesigen Filmspulen zu. Die drehten sich gleichmäßig, während unten im Kinosaal 7.899 Zuschauer im einst größten und einzigen Kinosaal Hinterindiens Popcorn aßen. Marty McFly war zurück. Und BL schlief ein.