Archive for the ‘Marbach direkt – Neues und Hintergründiges aus Marburg-Marbach’ Category

Marbacher streiten sich – oder?

Mittwoch, Mai 17th, 2017

Von Daniel Grosse

Kommentar:

Maschendrahtzaun – ja, der Stefan Raab hat das vergaukelnd damals gesungen. Aber dazu später. Zunächst zur Marbach. Da gibt es die Menschen, die auf der sonnendurchfluteten Seite der Marbach leben: Oberer Eichweg und so weiter Richtung Elsenhöhe.  Und da gibt es die Menschen im alten Dorf und in der so genannten Jakoo-Siedlung nahe des Wieselackers. Alle eint, dass sie doch eigentlich in Frieden miteinander leben möchten.

Sicher ragt mal eine Hecke etwas zu weit hinaus, stört vielleicht den Nachbarn, aber dann setzen die sich zusammen und finden eine Lösung. Oder ein Marbacher grillt jedes Wochenende, die Holzkohle glüht, und die Rauchschwaden treiben dem Nachbarn Tränen ins Gesicht. Ja, dann setzt man sich zusammen und findet eine Lösung. Liebe Marbacher, das ist ein Appell, die Kirche im Dorf zu lassen, wenn in der Nachbarschaft etwas kneift.

Wenn ihr das nicht schafft, findet euch garantiert Stefan Raab, und was dann geschehen kann, weiß ja wohl jeder!

Das Video!

Übrigens: Ab sofort könnt ihr im IKEA WETZLAR einkaufen, wenn ihr auf Nicht-Vollholz steht!

Flugblatt zu Gewerbegebiet in Marbach – Konfrontation oder Lösungen?

Freitag, Mai 12th, 2017

Auch um dieses Marbacher Gebiet geht es.  Archivfoto: Daniel Grosse

Von Daniel Grosse

Journalisten sollen nicht einseitig berichten. Sie sollen mindestens zwei Quellen überprüfen – aber sie sollen auch das weitergeben, was sich ereignet. Vor allem im Lokalen. Und das ist manchmal solch etwas wie dieses, zum Thema tegut, Gewerbegebiet und Bebauung am Oberen Rotenberg, was mich zur Nachtzeit per E-Mail erreicht hat: Nachbarn einer Marbacherin haben eine Nachbarschaftsinitiative (Marbacher Nachbarn) gegen ein eventuelles Gewerbegebiet und eventuelle Baumaßnahmen am Oberen Rotenberg und den Marbacher Wiesen gegründet. In diesem Beitrag in MARBACH DIREKT zitiere ich aus einem gemailten Flugblatt zum Thema, das die Initiative schon nach eigenen Angaben verschiedentlich verteilt habe. Zudem hat „Marbacher Nachbarn“ auf change.org eine Petitition aufgelegt: Naturareal am Marburger Rücken retten: Gewerbegebiet und Bebauung verhindern!“

Das Flugblatt in Auszügen:

„Planungen zu Gewerbegebiet, Windkraft und Wohnbebauung bedrohen die „Grüne Lunge“ am Marburger Westrand….Das Naturareal um den Sellhof, die Alte Weinstraße und den Marbacher Wiesengrund am Westrand Marburgs wird von Planungen zu einem großen Gewerbegebiet, Windkraftanlagen und Wohnbebauung bedroht:
▪ Großer Marktkomplex geplant (tegut, Bäckerei, Cafe, Dienstleistungs-zentrum: gesamt ca. 2200 qm) auf der westlichen Hälfte des Gärtnereigeländes am Oberen Rotenberg. Das Gärtnereigelände ist kein Gewerbegebiet, sondern landwirtschaftliche Fläche mit Sondernutzung (Bauamt Stadt Marburg), Umwidmung in Gewerbefläche notwendig. Zulässige Verkaufsflächen am Stadtrand laut Regionalplan Mittelhessen max. 800 m2, aus gutem Grund: keine Dezentralisierung der Städte. Genehmigung der Abweichung durch Regierungspräsidium Giessen notwendig. … Auch für östliche Hälfte des Gärtnerei-Grundstücks liegt eine Kaufoption für tegut vor (laut Projektentwicklungsfirma, öffentliche Ortsbeiratssitzung Marbach am 29.3.17), das hieße: Erweiterung (Verdoppelung) der Gewerbegebiets-fläche. Konkrete Pläne existierten nicht. Ist die Ansiedelung weiterer Anbieter wie in anderen Gewerbegebieten denkbar? … Wohnbebauung der Marbacher Wiesen in Verlängerung des Gärtnerei-Areals geplant, Flächenumwidmung notwendig. Planungen zum Einkaufsmarkt und Wohnbebauung Marbacher Wiesen bedingen einander laut Vertretern der Stadt Marburg (Diskussion Ortsbeiratssitzung Marbach 29.3.17). Welche Bedenken haben wir?  Gefährdung eines wichtigen Naherholungsgebiets für ganz Marburg. Nur ein erster Schritt zu weiterer Bebauung und langfristig Zerstörung dieses wunderschönen und schützenswerten Naturareals. … Großes Gewerbegebiet (kein „kleiner Supermarkt“): erhebliches Verkehrs-aufkommen, insbesondere durch LKW (realistisch sind laut Branchenkennern 7-10 LKW-Hinfahrten plus Rückfahrten pro Tag, besonders früh morgens). Zu erwartende LKW-Anfahrt über Marbach („Im Köhlersgrund“ oder „Brunnenstraße“); … Versiegelung großer Flächen oberhalb des Ortsteils Marbach: erhebliche Zunahme der Wassermengen, die den Stadtteil Marbach belasten. Mögliche Folgen für Straßen und ggf. auch Wohnbebauung in der Marbach. … Freie Flächen zwischen Marbach, Wehrshausen und Ockershausen sind einewichtige Frischluftschneise für ganz Marburg. Zubauen dieser Flächen kann die Luftqualität weiter Teile der Stadt verschlechtern. … Eine Zunahme des PKW-Verkehrs in und aus diesem Gebiet ist für die Marbachund Marburger Innenstadt schwer zu verkraften; schon jetzt massive
Überlastung des nördlichen Innenstadtbereichs während der „Rush hours“. … Im angrenzenden Gebiet der Bauplanungen: Vielzahl bedrohter, geschützterTierarten, insbesondere seltene Vogelarten. Störung vor allem in der Brutzeitdurch Lärm, ständig laufende Abluft-/Kühlanlagen und nächtliches Licht…..  Einkaufsmöglichkeiten im Stadtteil Marbach wünschenswert, sinnvoller im Dorfkern oder in Nähe der Behringwerke; wichtig: Schutz der ortsansässigen Bäckereien. Ein einmal begonnener Eingriff in die Natur dieses Bereichs, der Beginn der
Umwidmung von landwirtschaftlicher Fläche in Gewerbefläche zieht mittel- und langfristig weitere Bebauung nach sich, wie die Erfahrung in anderen Stadtteilen zeigt….“

…Kontakt: marna-marburg@t-online.de

Für die weniger medienkundigen Leser: Es geht nicht um einseitige Berichterstattung, hier geht es  vielmehr darum, über Menschen  und Meinungen zu berichten, die sich mit Marbacher Themen auseinandersetzen. In welche Richtung auch immer. Die Diskussion ist eröffnet.

Lesezeit: 30 Sekunden – Digitalisierung

Mittwoch, Mai 10th, 2017

Von Daniel Grosse

Mir geht dieser Digitalisierungswahn gehörig auf den Sender. Entschuldigt, liebe Kolleginnen und Kollegen. Auch dieses Lokalblog ist natürlich eine Folge der Möglichkeiten, die die Digitalisierung bietet. Zugegeben.

Zu publizieren ist, dank der Technologien und des Internet, einfacher geworden. Auch ich publiziere über Books on Demand. Auch ich schreibe für Medien über Recht, die Juristen und wie sie mit Legal Tech erfolgreicher werden. Sinnvoll? Aber darum geht es nicht. Die Häufung und die Lobpreisung, mit der Digitalisierung medial hinaus gepustet wird, stört mich. Wir lesen über faceebook und darüber, wie Gedanken Prozesse steuern sollen. Wir hören von Implantaten, die Körper wieder beweglicher machen. Medien dürfen nicht mehr crossmedial arbeitend bezeichnet werden, weil das den Stand vor zehn Jahren beschreibe. Da entsteht ein schiefes Bild. Das ist mir zu einseitig. Muss Digitalisierung überhaupt sein, oder wie viel davon, und wo? So arbeiten zum Beispiel Unternehmerinnen auf der Schwäbischen Alb schon seit Jahren erfolgreich, beschicken und betreiben ihre Wochenmärkte, ohne Internet, teils sogar ohne E-Mail. Von einem Oliven-Online-Shop ganz zu schweigen. Steinzeit? Nein. Kundennähe? Ja. Zu den Wochenmarktkunden und den Lieferanten. Und was ist mit Branchen, in denen Menschen sich mit einem Tuch neben Bettlägrige setzen, ihnen den Speichel vom Mund wischen? Altenpflege eben. Da kommen leider auch auch schon Online-Digital-Geräte zum Einsatz, die die Takt- und Pflegezeiten vorgeben, aber die dienen eben nicht dem Menschen, sondern den Arbeitgebern und Krankenkassen. Nur zwei ganz kleine Beispiele.

Dass lange nach der Dampfmaschine die Digitalisierung gefolgt ist, mag ja logisch erscheinen. Aber dass das immer so gesund und sinnvoll ist, ist eine andere Frage. Und die ist unpopulär. Gut so. Übrigens, im Wald singen noch immer Vögel – vollkommen undigital.

Mein Vorschlag für das Unwort des Jahres: Digitalisierung.

Frische Ideen oder stirbt das Lokalblog?

Dienstag, Mai 2nd, 2017

Gekommen, um zu bleiben. Foto: Daniel Grosse

Von Daniel Grosse

Zurück aus Berlin, wo ich in den vergangenen Tagen rund 30 Blogger, Journalisten, Wissenschaftler und andere interessante Menschen getroffen, gehört und gesprochen habe, werden ab sofort frische Ideen in dieses Lokalblog MARBACH DIREKT einfließen. Um was es in Berlin ging, und was das mit den Marbacher Lesern zu tun hat? „Gekommen, um zu bleiben – Neue Ideen für lokale Onlinemedien“ hieß die Redaktionskonferenz/das Seminar, veranstaltet von der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb).

MARBACH DIREKT einfach offline stellen, die Kanäle kappen, tschüss zu sagen, das war kürzlich die Option. Die Marbach ist schließlich klein, wir sprechen hier also von hyperlokalem Journalismus für rund 4.000 Marbacher. Kann so etwas funktionieren? Oder leiden wir in unserem Mikrokosmos schlicht an Themenarmut? Keineswegs. Nicht zuletzt nach der Berlin-Konferenz bin ich mir daher sicher: Ja, das funktioniert, das mit MARBACH DIREKT, und ist wichtig als Gegenöffentlichkeit für angestammte Medien wie etwa die Oberhessische Presse oder andere.

MARBACH DIREKT macht also auch weiterhin in der Regel keinen Terminjournalismus. Wenn doch, dann sind Termine Startschuss oder Beschleuniger für langfristige Berichterstattung. MARBACH DIREKT liefert einen anderen Blick auf Themen, die in unserem Stadtteil wichtig sind für seine Bewohner – und damit die Leser.

„Wie geht gute Berichterstattung im Lokalen und Hyperlokalen? Welche multimedialen Möglichkeiten können gerade kleine Onlineseiten nutzen, die ohne eingefahrene verlegerische Strukturen arbeiten, um etwa Themen des Wahlkampfs aufmerksamkeitsstark zu erzählen? Ein paar engagierte Journalistinnen und Journalisten hatten sich mit eigens gegründeten Onlinemedien vor einigen Jahren daran gemacht, wieder stärker auf Themen vor Ort einzugehen und auch die schwierigen nicht auszusparen. Um zu überzeugen, braucht auch ein noch so kleines Medium ein scharfes Profil, das auf die Leserschaft, die Umgebung und die Konkurrenzsituation zugeschnitten ist.“ So hatten die Kollegen der drehscheibe/bpb zu Beginn der Berliner Redaktionskonferenz geschrieben.

Eine twitter-Rückschau ist hier zu sehen.

Also drei Ergebnisse: Nach Berlin ist vor Berlin. Und nur die systematische und nachhaltige Vernetzung der Hyperlokalen untereinander schafft letztlich den konsequenten Gegenentwurf zu etablierten Medien. Eine sich regelmäßig aktualisierende Seite im Internet sollte installiert werden, die einen Überblick über deutsche Online-Lokalmedien/Lokalblogs liefert.

MARBACH DIREKT in Berlin dabei

Mittwoch, April 26th, 2017

###Aktuell### Die Bundeszentrale für politische Bildung hat entschieden, dass dieses Lokalblog, MARBACH DIREKT, es wert ist, gemeinsam mit anderen lokalen Online-Medien Deutschlands an einer Redaktionskonferenz in der Hauptstadt teilzunehmen. Das ist eine gute Nachricht. Für die Marbacher Leser hoffe ich daher, dass ich in Kürze mit einem dicken Bündel neuer Ideen aus Berlin zurückkehre.

Der Name der Veranstaltung: „Gekommen, um zu bleiben.“

 

Einkaufsvorfreude im Konjunktiv

Montag, April 3rd, 2017

Kommt der Markt, oder kommt er nicht? Und was folgt eventuell noch nach, dort oben, am Oberen Rotenberg in Marbach? Entfaltet solch ein Markt einen Sogeffekt?   Foto: Daniel Grosse

Von Daniel Grosse

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Aktualisierung/Zusatzinfo, 9. April: Ob tegut nun baut – oder vielleicht auch nicht-, Blumen Philipps werde in jedem Falle weiterhin bestehen bleiben, so die Planung.
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Mit 1.500 Quadratmetern Ladenfläche weit mehr als doppelt so groß wie der Markt in der Ketzerbach, Ladenöffnungszeiten von 7 bis 21 Uhr, eine Raumhöhe von 6,50 Metern, eine Frischetheke, sogar Fisch soll es dort geben, eine Bankfiliale, eine Ruhezone, die Zufahrt auf den Parkplatz an gleicher Stelle wie bislang, so wie ihn die Gärtnerei-Kunden kennen, allerdings mit 90 Stellplätzen, vielleicht mit einer zusätzlichen Bushaltestelle in direkter Nähe, eine eventuelle zusätzliche Abbiegespur – 2019 könnten die ersten Bagger bei dem tegut-Projekt in Marburg-Marbach rollen. Sieben bis acht Monate Bauzeit könnten es dann schon werden.

Was die Zuhörer jüngst bei der Ortsbeiratsitzung im kleinen Saal des Marbacher Bürgerhauses erfuhren, waren Informationen, die alle Beteiligten auch ansonsten weitestgehend im Konjunktiv formulierten. Könnte, würde, sollte. „Wir sind noch in einem sehr frühen Stadium“, so Bürgermeister Dr. Franz Kahle. Und trotzdem, die tegut-Pläne haben vergangene Woche ein Gesicht bekommen.

Da irritiert es zwar etwas, dass tegut etwa mit seiner Stamm-Bäckerei bereits gut versorgt sein müsste, trotzdem aber auf die Frage, ob es eventuell eine Kooperation mit den Bäckereien rund um die Tankstelle in Marbachs Mitte geben könnte, der tegut-Mann verkündete: „Genau das ist der Plan.“ Und könnte es denn auch eine Poststelle im Markt geben? „Da rennen Sie bei uns offene Türen ein.“ Irgendwie alles etwas zu positiv. Spätestens an dieser Stelle wandelte sich die Präsentation im Bürgerhaus in eine Werbeverkaufsveranstaltung. Schon zuvor hatte der tegut-Vertreter die Besucher auf einen gedanklichen Rundgang durch den eventuell dann existierenden tegut-Markt mitgenommen. Am Ende des Rundganges angekommen, folgte der Bereich, „der uns natürlich am liebsten ist: die Kassenzone. Denn es muss natürlich auch Geld verdient werden.“

Weitere Knackpunkte kamen zur Sprache. Natürlich werde es mehr Verkehr geben, aber der werde sich im Rahmen halten. 3,3 Anlieferungen hat tegut als tägliches Mittel für den Markt am Oberen Rotenberg errechnet, für einen eventuellen Markt. Über die Wege der künftigen Kunden lässt sich natürlich nur spekulieren. Höhenweg, Köhlersgrund, Landstraße aus Richtung Wehrshausen und der Rotenberg sind die möglichen Zufahrtstraßen. Von Wehrshausen kommend, am Sellhof vorbei, könnte ein kombinierter Rad-Fußweg gebaut werden. Könnte. Ein kleinklimatisches Gutachten müsste bei einem Supermarktbau vorliegen.  Eine Alternative zum simplen Ableiten von Abwasser in die Kanalisation wäre ein Rückstau und eine Versickerung auf dem Grundstück. Das erwartete Einzugsgebiet des Marktes umfasst 8.000 Menschen. Altglascontainer nahe des Marktes sieht tegut eher kritisch, zu groß sei die Gefahr, dass dann Schmutzecken entstehen. Eine Alternative könnte ein Unterflurcontainer für Altglas darstellen. Die Idee kam von Kahle.

Spätestens Mitte 2018 könnte es zu Konkretisierungen der Planungen kommen. Und eine Baugenehmigung werde eh erst erteilt, wenn Planreife da ist, wie es Kahle formulierte. Spontan ließ der Bürgermeister bei der Sitzung im Bürgerhaus abstimmen. 18 Besucher votierten pro tegut, drei contra tegut und neun enthielten sich. „Ich, als Stadt“, war übrigens die schönste Aussage an diesem Abend. Sie kam? Natürlich, von Kahle.

Wen es beruhigt: Sollte tegut kommen, kommt wenigstens ein Supermarkt mit einem biologisch-grünen Öko-Anstrich und einem Gedanken der Nachhaltigkeit sowie einem Herz für den regionalen Anbau. Dass tegut inzwischen mit Amazon kooperiert, um den erfolgreichen Online-Vertriebskanal mit seinem effizienten Logistiknetzwerk zu nutzen, sei nur am Rande erwähnt. Wie war das? 3,3 Anlieferungen täglich? Hinzu kommen in Kürze in der Marbach dann noch die Lieferwagen der Paketdienste mit dem tegut-Trockensortiment von Nudeln bis Zahnpasta. Egal, ob tegut auf dem Philipps-Gelände nun baut – oder eben nicht.

Marbacher ehren ihren berühmten Forscher

Montag, April 3rd, 2017

Der Bürgerverein überreicht einen Blumenstrauß an der Gedenktafel von Emil von Behring im Bürgerhaus Marbach (von links: Heinz Muth, Irmgard Sedlacek, Andreas Lauer, Manfred Keller vom Vorstand des Bürgervereins und Daniel Grosse vom Redaktionsteam der „Marbacher Nachrichten“).
Foto: Bernd Duve-Papendorf

Am 100. Todestag von Emil von Behring hat der Bürgerverein Marbach im Bürgerhaus des Marburger Stadtteils an der Gedenktafel zu Ehren Behrings an das Wirken des Nobelpreisträgers erinnert.

Am vergangenen Freitag haben die wissenschaftliche Welt, die Behring-Nachfolgefirmen, die Universität und die Stadt des 100. Todestags des Nobelpreisträgers Emil von Behring gedacht, der mit nur 63 Jahren verstorben war.

Durch sein Wirken als Militärarzt und Assistent Robert Kochs an der Berliner Charité hat er die Bekämpfung von Infektionskrankheiten revolutioniert. In Marburg setzte er seine Forschungen fort und kaufte Gelände, wo er Pferde zur  Serumgewinnung hielt. Mit dem Geld des Nobelpreises (208000 Goldfranken) erwarb er in der Marbach den Schneiderschen Gutshof (Brunnenstraße) mit umfangreichen Ländereien. Das 1904 gegründete Behringwerk wurde 1914 zur GmbH erweitert und 1920 zur Aktiengesellschaft.

Sein Wirken stand in engem Zusammenwirken mit Stadt, Universität und Gutsverwaltung. Seit der Eingemeindung Marbachs 1974 zählen die Behringwerke neben der Universität zum größten Arbeitgeber der Stadt.

In den Nachrufen zu seinem Tod wurde Behring im In- und Ausland als der größte Wohltäter der Menschheit gewürdigt. Max von Gruber schreibt in seiner Gedenkrede: „Nur ein Mann von seltener Tüchtigkeit und Ausdauer konnte diese Leistung vollbringen“. Auch noch heute braucht die Menschheit Ärzte wie Emil von Behring. Ohne ihn wäre die Entwicklung und hohe Lebensqualität von Stadt und Universität nicht möglich gewesen, so Manfred Keller vom Bürgerverein Marbach.

Einkaufen in Marbach – tegut präsentiert sein Konzept

Donnerstag, März 30th, 2017

Viele Bilder, viele Skizzen – so könnte es am Oberen Rotenberg in etwa zwei Jahren aussehen, wenn tegut seine Pläne auf dem Gärtnerei-Gelände umsetzen kann und darf.    Fotos: Daniel Grosse

Von Daniel Grosse

Biegt man am Höhenweg an der Ampel nach rechts, fährt man noch hundert Meter an Häusern vorbei, dann wird es immer grüner. Rechts das Gärtnerei-Gelände von Blumen-Philipps, anschließend Felder, Wiesen und Feldwege. Wer diese kurze Fahrt in zwei Jahren unternimmt, könnte, sollte alles laut tegut-Plan funktionieren, dann nach rechts blicken und an einem großen Parkplatz mit 90 Stellplätzen und einem Flachdach-Supermarkt mit 1.500 Quadratmetern Verkaufsfläche vorbeifahren. Gestern stellten Vertreter von tegut und der Projektverantwortliche die derzeitigen Pläne im Bürgerhaus Marbach vor. Auch der fürs Bauliche zuständige oberste Vertreter der Stadt war vor Ort: Bürgermeister Dr. Franz Kahle. Eingeladen hatten die Ortsbeiräte Marbach und Wehrshausen. Der Einladung gefolgt waren auch 30 bis 40 Besucher – darunter viele aus der Marbach und Wehrshausen.

Stimmen der Zustimmung waren zu hören, viele Besucher stellten aber auch kritische Fragen, die sich etwa um den zu erwartenden Verkehr durch Lieferfahrzeuge und Marktkunden, die Flächenversiegelung, die Anbindung des Marktes an das Busliniennetz, die Erreichbarkeit auf einem neuen Fuß- und Radweg und andere Themen drehten. Auch ob und inwiefern mit einer Bebauung auf den Wiesen hinter der Gärtnerei zu rechnen sei, wurde thematisiert. Kahle äußerte sich zurückhaltend. Auch habe der eventuelle Bau des Marktes keinen Einfluss auf eventuelle weitere Erschließungen. Kahle: „Bei einem Wohngebiet dahinter, das hydrologisch in den Griff zu bekommen, da hat es schon große Fragezeichen gegeben.“

Näheres zur Ortsbeiratsitzung in Kürze!

 

Vernissage kommt an und verzaubert

Mittwoch, März 29th, 2017

Daniel Grosse liest im grün-bunten Ambiente, während die Musiker Pause haben.   Foto: privat

Von Daniel Grosse

Wow, was für ein Nachmittag! Am Samstag besuchten etwa 50 Besucher die Vernissage am Oberen Rotenberg. Bei Blumen Philipps im Glashaus hingen und standen weit über 20 Acrylgemälde von Barbara Grosse, Heidi Wollmer und Frank Hinrichs. Leila Grosse sang, Yvonne Zörner spielte – auf ihrer Gitarre. Das Gesamtpaket komplettierte dann eine ganz junge Sängerin, die mit 99 Luftballons ihr Konzertdebüt gab. Auch die Lesung von Daniel Grosse aus seinem Marbach-Krimi „Plausch am Ententeich“ erreichte rund 30 Zuhörer.

Gut möglich, dass weitere Veranstaltungen rund um Blumen, Kunst, Musik und Literatur im Glashaus des Marbacher Traditionsbetriebes folgen.

Programm für Vernissage steht

Dienstag, März 21st, 2017

„Im Glashaus“ – Vernissage in der Marbach.   Foto: Daniel Grosse

Nun steht das Programm für die Vernissage bei Blumen Philipps am Samstag, 25. März, am Oberen Rotenberg 70 in Marburg-Marbach. Blumen und Mehr (Philipps), Acrylmalerei (Künstler: Barbara Grosse, Heidi Wollmer, Frank Hinrichs), Gesang (Leila Grosse), Gitarre (Yvonne Zörner), Literatur-Lesung (Daniel Grosse, Marbach-Krimi).

  • 14 Uhr Begrüßung durch die Künstler
  • anschließend ein Gitarrenstück
  • dann stellen sich die Künstler vor
  • bis 14.30 Uhr Gitarrenbegleitung im Hintergrund
  • 15 Uhr zwei Gitarrenstücke
  • direkt anschließend Krimi-Lesung
  • später zum Abschluss „99 Luftballons“